Archiv der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu

Anschrift:
Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 1
A-1010 Wien
Österreich
Fon + 43 / 1 / 512 52 32 – 53
Fax + 43 / 1 / 512 48 99
archiv.at@jesuiten.at

Archivleiter:
P. Dr. Peter Gangl SJ

Mitarbeiterin:
Dr. Martina Lehner

Zugang:
nach Voranmeldung möglich

Zuständigkeit

  • Galizisch-Österreichische Provinz (1829-1838);
  • Österreichisch-Galizische Provinz (1838-1846);
  • Österreichische Provinz (1846-1871);
  • Österreichisch-Ungarische Provinz (1871-1909);
  • Österreichische Provinz inkl. Böhmen und Mähren (1909-1919);
  • Österreichische Provinz (ab 1919)

Geschichte
Das Archiv der Österreichischen Provinz der Gesellschaft Jesu wurde mit der Aufhebung des Ordens 1773 größtenteils vernichtet. Nach der Wiederzulassung 1814 (in Österreich praktisch 1829) gelang es, einige wertvolle alte Bestände ins Provinzarchiv zurückzuführen, gleichzeitig wurde ab diesem Zeitpunkt ein neues Archiv angelegt. Ein eigener Provinzarchivar ist seit 1909 (mit Unterbrechung zwischen 1911-1927 und 1931-1934) belegt. Durch die Übersiedlung des Provinzialats aus dem Canisiushaus in Wien IX in die Residenz am heutigen Dr. Ignaz Seipel-Platz, damals Universitätsplatz, in Wien I im Jahr 1929 erlitt das Provinzarchiv, dessen Überstellung erst 1935 abgeschlossen werden konnte, bedauerlicherweise wiederum beträchtliche Verluste.

Art der Bestände

  • Archivsplitter aus der alten Gesellschaft Jesu vor 1773
  • Archiv der Österreichischen Provinz (bis 1919)
  • Archiv der Österreichischen Provinz (ab 1919)
  • Nachlassarchiv
  • Fotoarchiv

Ferner

  • Sammlungen 
    • Provinzkataloge (ganze Gesellschaft) bis 1853 lückenhaft, danach fast vollständig
    • Totenbildchen 
    • Ansichtskarten 
    • Graphiksammlung 
    • Großformatesammlung 
    • Plansammlung
  • Buchbestände 
    • Sammlung von Jesuiten-Autoren bis 1773 – rund 2000 Bände 
    • Jesuiten-Autoren ab 1814 
    • Literatur zur Geschichte der Jesuiten in Österreich 
    • Periodika 
    • Reliquien; Musealia

Aufgrund der Aufhebung des Ordens werden heute nur mehr Archivsplitter aus der alten Gesellschaft Jesu vor 1773 im Provinzialatsarchiv verwahrt. Darunter befinden sich zwei Bände der Litterae annuae (aus den Jahren 1589-1599 bzw. 1600-1607), zwei Bände Examina Candidatorum, vier Bände des Diariums des Wiener Profeßhauses, einzelne Handschriften und Korrespondenzen aus der Zeit vor 1773 in späteren Abschriften, Materialien zur Aufhebung des Ordens sowie einzelne Akten, Manuskripte und kleinere Drucke aus der Zeit zwischen der Aufhebung und der Wiederzulassung der Gesellschaft Jesu.

Der Rest der bewahrten Bestände aus der Zeit der alten Gesellschaft verteilt sich heute auf die Österreichische Nationalbibliothek, das Österreichische Staatsarchiv (Haus-, Hof- und Staatsarchiv bzw. Hofkammerarchiv), das Universitätsarchiv Wien, die Universitätsbibliothek Wien (Bücher der SJ Bibliotheken vor 1773), das Stift Klosterneuburg, das Niederösterreichische Landesarchiv, das Steiermärkische Landesarchiv und die Benediktinerabtei Pannonhalma (Ungarn).

Das Archiv der Österreichischen Provinz (bis 1919) enthält im wesentlichen Archivalien von der Wiederzulassung des Ordens auf dem Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie bis zur Errichtung der österreichischen Provinz auf heutigem Staatsgebiet. Zu den Häusern in den ehemaligen Kronländern Ungarn und Böhmen sind nur mehr Reste der Registraturen vorhanden, da die Bestände bei der Errichtung der Ungarischen Provinz (1909) und der Tschechischen Provinz (1919) an die neuen Provinzialate überstellt wurden.

Das Archiv der Österreichischen Provinz (ab 1919) verzeichnet die Akten und Dokumente der Provinzleitung und -verwaltung (Personalia, Korrespondenzen, Wirtschaft), sowie Akten und Materialien zur österreichischen Australien- (ab 1848 bis 1901) und Chinamission (ab 1926). Es enthält ferner die Archive der aufgelassenen Häuser und Werke sowie Bestände zu den bestehenden Häusern und Werken.

Das Nachlassarchiv umfasst die persönlichen und wissenschaftlichen Nachlässe von rund 300 österreichischen Jesuiten seit 1829, mit Schwerpunkt im 20. Jahrhundert. Der Bestand ist über einen alphabetischen Index erfasst und wird zur Zeit verzeichnet.

Das Fotoarchiv sammelt Porträts österreichischer Jesuiten und enthält eine Fotodokumentation der Jesuitenniederlassungen, -häuser und -kirchen in Österreich sowie wichtiger Ereignisse im Ordensgeschehen. Es wird laufend verzeichnet, an der Rückarbeitung der Bestände wird gearbeitet.