Auftrag und Sendung

Wer wir sind

„Jesuit“ kommt von „Jesus“. Jesuiten sind „Gefährten Jesu“, Männer, die in Freundschaft zu Jesus Christus leben und sich von ihm in Dienst nehmen lassen. Hinter dem Namen der Jesuiten steht das Kürzel SJ, Societas Jesu, zu Deutsch: Gesellschaft Jesu.

Als Gemeinschaft von Priestern und Brüdern nehmen Jesuiten am missionarischen Auftrag der Kirche teil. Sie sind für ihre universalen Aufgaben in besonderer Weise verbunden mit dem Papst in Rom. Als weltweite Ordensgemeinschaft sind Jesuiten auf allen Kontinenten tätig. Insgesamt zählt der Orden gegenwärtig 19‘565 Mitglieder, davon 13‘736 Priester, 1865 Brüder, 3067 junge Jesuiten in Ausbildung und 897 Novizen (Stand: 2013). In ihren Institutionen arbeiten Jesuiten zusammen mit Frauen und Männern, die sich in Kirche und Gesellschaft engagieren. Ad majorem Dei gloriam, zur grösseren Ehre Gottes, lautet das traditionsreiche Motto.

Symbol des Ordens ist das Monogramm IHS. Es sind die ersten drei Buchstaben des Namens Jesus in griechischer Schrift. Die drei Buchstaben wurden jedoch oft als Akronym gedeutet: Iesum Habemus Socium „Wir haben Jesus als Gefährten.“ oder Iesus Hominum Salvator „Jesus, der Erlöser der Menschen.“

Auftrag und Sendung

Interreligiöser Dialog

Der Jesuitenorden wird vom Generaloberen geleitet. P. Arturo Sosa SJ hat das Amt seit Oktober 2016 inne. Das höchste gesetzgebende Organ ist die Generalkongregation. 1995 hat sie die aktuellen Schwerpunkte der Sendung durch vier Merkmale umschrieben:

  • Dienst am Glauben
  • Einsatz für Gerechtigkeit
  • Einbringen des Evangeliums in die Kultur
  • Interreligiöser Dialog 

Bildung ist seit je ein zentraler Auftrag des Ordens: Weltweit sind rund 650 Schulen, 230 Universitäten, 70 berufsbildende Einrichtungen sowie zahlreiche andere Bildungsprojekte und -initiativen mit insgesamt circa 3 Millionen Schüler/innen und Student/innen mit dem Jesuitenorden verbunden.

Der Einsatz für Flüchtlinge ist zu einem wichtig Beitrag für mehr Gerechtigkeit in der globalisierten Welt geworden. 1980 wurde der Jesuiten-Flüchtlingsdienst gegründet. Er ist heute in über 50 Ländern aktiv.

Vermittlung von Spiritualität, geistliche Begleitung und das Geben von Exerzitien gehört zu den Kernaufgaben der Jesuiten. Als Priester sind sie auch in der Seelsorge tätig, in Kirchen und Pfarren sowie in zahlreichen säkularen Institutionen und unterschiedlichsten Gebieten der zivilen Gesellschaft.

Angesichts einer immer dichter vernetzten Welt ist den Jesuiten - von ihrem Ursprung an ein weltumspannender Orden - der Dialog zwischen den Religionen ein besonderes Anliegen. Neben der Evangelisierung ist Vermittlung zwischen säkularer Welt und den religiösen Traditionen ein wesentlicher Beitrag zu einer globalen Kultur.

Spirituelles Profil

© Leopold Stübner SJ

Am Ursprung des Ordens stehen Ignatius von Loyola (1491-1556) und seine Geistlichen Übungen, die Exerzitien. Ignatius hatte diesen spirituellen Übungsweg in langen Jahren persönlichen Suchens und Ringens entdeckt und entwickelt. Bis heute führen die Exerzitien den Jesuiten täglich zur Mitte und zur Quelle: Der dreieinige Gott, der sich seinen Geschöpfen mitteilt und sie in seine Gemeinschaft und in seinen Dienst ruft.

Es geht um Bildung des Herzens und der eigenen Person. Für Christus empfänglicher werden, der an der Türe steht und klopft (Off. 3,20). Dieses Bemühen um eine tiefere Gottesbeziehung und um eine persönliche Form der Nachfolge Christi führt hinaus in die Welt. Je tiefer Ignatius mit Christus vertraut wurde, desto mehr wünschte er sich, mit ihm zu den Menschen zu gehen und ihnen in Jesu Namen beizustehen.

Das Gründungs-Charisma der Jesuiten besteht darin, an der Seite Christi in die Welt und zu den Menschen gesendet zu sein. So geloben die Jesuiten nach Jesu Vorbild zu leben - besitzlos, ehelos, gehorsam. In dieser konkreten Lebensform werden sie verfügbar für die verschiedenen Aufgaben, die der Orden im Namen der Kirche übernimmt.

Jesuiten sind auf dem Weg, sie sind Lernende und Lehrende, Prediger und Pilger. Ignatius selbst nennt sich in seiner Autobiographie schlicht „der Pilger“. Das Prinzip des Unterwegsseins und des stets neuen Wachsens ist ein Grundzug ignatianischer Spiritualität. Ob im Dialog mit den Naturwissenschaften oder mit Vertretern anderer Religionen, ob im Dienst an Flüchtlingen oder als Jugendseelsorger, ob zuhause in Europa oder in fernen Ländern: In innerer Freiheit wird alles Tun an der Seite Christi auf das Kommen des Reich Gottes ausgerichtet.