Ausbildung

Wer Jesuit werden will, kann sich auf eine fundierte Ausbildung freuen. Jesuiten sind nie "fertig". Ein Jesuit weiss sich in einem lebenslangen Bildungsprozess. Die Ausbildung im engeren Sinn dauert mindestens zehn Jahre und ist ganzheitlich ausgerichtet: Jeder Jesuit sollte eine spirituell und menschlich gereifte Persönlichkeit werden, sich fachlich für seine Tätigkeit gut ausbilden und in verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten üben.

Jesuiten leben und arbeiten als Priester oder als Brüder:

  • Für Priester ist eine philosophisch-theologische und pastorale Ausbildung obligatorisch. Zusätzlich sind eine Fachausbildung oder ein Aufbaustudium (z. B. Doktorat) üblich. 
  • Brüder erhalten nach dem Noviziat Zusatzqualifikationen, die sie auf ihre je spezifischen Tätigkeiten vorbereiten. Dies kann von handwerklichen und künstlerischen Berufen bis hin zu Seelsorge und Wissenschaft reichen.

Wer in den Orden aufgenommen wird, beginnt seine Ausbildung mit dem zweijährigen Noviziat. Im Zentrum stehen die 30-tägigen Exerzitien in Schweigen und Meditation. Die Noviziatszeit wechselt zwischen Leben in Gemeinschaft mit inhaltlicher Einführung in den Orden und praktischen Erfahrungen in Krankenpflege, Wirtschaft, Sozialarbeit etc. Jährlich finden im deutschsprachigen Raum gegen 10 junge Männer den Weg ins Noviziat.

Qualifikationen und praktische Erfahrungen, die vor dem Eintritt in den Orden erworben worden sind, finden bei der ordensinternen Ausbildung Berücksichtigung. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen junge Männer heute eintreten, wird in Absprache mit dem Provinzial und dem Ausbildungsverantwortlichen je individuell ein Programm für den Einzelnen zusammengestellt. Eine Reihe von Qualifikationen soll auf jeden Fall erworben werden. Der folgende Überblick zeigt Bausteine einer jesuitischen Ausbildung:

Ausbildungsweg eines Jesuiten

Begriffserklärungen

Noviziat: Die ersten zwei Jahre intensiver spiritueller Formung und Abklärung der eigenen Berufung. Enthalten sind die 30-tägigen Exerzitien. Am Ende dieses Prozesses werden die einfachen Gelübde abgelegt.

Scholastiker: Jesuiten in Vorbereitung auf das Priestertum.

Brüder: Jesuiten, die nicht als Priester, aber in anderen Tätigkeiten im Orden wirken.

Magisterium: Zwei- bis dreijährige Phase praktischer Arbeit.

Arrupemonat: Vorbereitungsmonat vor den Weihen zu Diakon und Priester, in dem grundsätzliche spirituelle und psychologische Fragen im Hinblick auf das Priestertum im Zentrum stehen.

Diakonatskurs/Presbyteratskurs: Ein- bis zweiwöchige praktische Kurse in Vorbereitung auf die Diakonen- bzw. Priesterweihe.

Terziat: Programm vor den letzten Gelübden; nochmals 30-tägige Exerzitien, Studien der Spiritualität des Ordens und Sozialpraktika. Letzte Phase der Ausbildung im engeren Sinn.