Leitung und Struktur

Provinz

Wer in den Jesuitenorden eintritt, wird Mitglied einer bestimmten Provinz. Er gehört zu ihr sein Leben lang, auch wenn er für die Ausbildung oder für apostolische Tätigkeiten ins Ausland gesandt werden kann. Innerhalb einer Provinz wechseln Jesuiten des öftern die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinschaft, einer Kommunität, je nach Aufgaben.

Kommunität

Die meisten Mitglieder einer Kommunität wohnen zusammen. Auch wenn ein Jesuit aufgrund seiner Tätigkeit allein unterwegs ist, gehört er doch einer Kommunität an. Die Grösse einer Kommunität kann sehr unterschiedlich sein. Der Obere einer Kommunität heisst Superior. Ihm steht der Minister zur Seite. Dieser kümmert sich um die praktischen Angelegenheiten des alltäglichen Lebens.

Provinzial

Die Leitung der Provinz obliegt dem Provinzial. In der Schweiz ist dies zurzeit P. Christian Rutishauser SJ. Er ist sowohl für die Kommunitäten als auch für die einzelnen Angehörigen seiner Provinz verantwortlich. Superioren und Provinziäle haben ihr Amt in der Regel für sechs Jahre inne. Sie erhalten ihr Amt durch Ernennung. Allen Oberen steht ein Beratungsgremium, der sogenannte Konsult, zur Seite. Alle Provinziäle Europas bilden zusammen die Konferenz der Europäischen Provinziäle mit einem eigenen Präsidenten.

Generalobere

Der einzige Obere, der nicht ernannt, sondern gewählt wird, ist der Generalobere. Ihm ist die Leitung des ganzen Ordens anvertraut. Er ist auf Lebenszeit gewählt. Seit Oktober 2016 hat P. Arturo Sosa SJ das Amt inne. Seine Vorgänger P. Adolfo Nicolás SJ (Generaloberer von 2008 bis 2016) und P. Peter-Hans Kolvenbach SJ (Generaloberer von 1983 bis 2008) haben vom möglichen Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht. P. Kolvenbach ist am 26. November 2016 in Beirut gestorben. P. Nicolás lebt heute auf den Philippinen.

Generalskurie

Die Berater und Mitarbeiter des Generaloberen bilden die Generalskurie, die ihren Sitz in Rom hat. Der engste Mitarbeiter des Generaloberen heisst „Sekretär der Gesellschaft Jesu“. Regionalassistenten beraten den Generaloberen im Hinblick auf die Angelegenheiten bestimmter grösserer geographischer Gebiete, der sogenannten Assistenzen. Die Schweizer Provinz gehört zur Zentral- und osteuropäischen Assistenz.

Generalkongregation

Die Generalkongregation ist das oberste Organ des Ordens. Während sich die Tätigkeit des Generaloberen mehr auf die Exekutive konzentriert, handelt die Generalkongregation als Legislative. Sie legt die grossen Leitlinien für die Arbeit der jeweils kommenden Jahre fest. Die Mehrzahl ihrer Mitglieder wird in den Provinzen gewählt. Die Provinziäle nehmen kraft ihres Amtes teil. Eine Generalkongregation findet nicht regelmäßig, sondern nur aus besonderem Anlass statt. Bislang ist das 35mal geschehen. Der Grund dafür war meist die Wahl eines neuen Generaloberen. Darüber hinaus wird eine Generalkongregation einberufen, wenn Angelegenheiten von besonderer Bedeutung es erfordern. Um zu beurteilen, ob eine solche Notwendigkeit besteht, trifft sich alle vier Jahre die Prokuratorenkongregation. Sie ist eine Versammlung gewählter Vertreter aller Provinzen.