Der stärkste Mann im Kampf gegen Antisemitismus: Jesus – Patrik Schwarz in der aktuellen «Zeit»

«Gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus sollte die Kirche ihren stärksten Mann in den Kampf schicken: Jesus». So überschreibt Patrik Schwarz seinen Beitrag in der aktuellen «Zeit» und erinnert an das Fest der Beschneidung Jesu am 1. Januar.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war der 1. Januar ein hoher kirchlicher Feiertag. Gefeiert wurde die Beschneidung Jesu, ein Gebot seiner Vorväter. Sie sind an prominenter Stelle in der Weihnachtsgeschichte genannt: Jesus stammt vom Hause und Geschlecht Davids ab. «Noch ehe Jesus also Christus wurde, war er Jude», schreibt Patrik Schwarz in der aktuellen «Zeit»-Ausgabe und weiter:
«Den 1. Januar wieder zu ehren als kirchlichen Feiertag wäre ein starkes Signal, dass der Vatikan sich an die Seite seiner «älteren Geschwister im Glauben» stellt, wie Papst Johannes Paul II. es einst formulierte.(...) Wie dringend notwendig diese Eindeutigkeit im Bekenntnis wäre, zeigt nicht bloss die jüngste Debatte um die Haltung von Papst Benedikt zum Judentum. Den Deutschen als Judengegner zu diffamieren, auch wenn er dereinst in Marktl am Inn in der Hitlerjugend war, ist falsch und ungerecht – Joseph Ratzinger hat Johannes Pauls projüdischen Kurs als dessen engster Mitarbeiter vorgezeichnet und schon als Kardinal von München die sogenannte Integrierte Gemeinde unterstützt, der das Verhältnis zum Judentum ein besonderes Anliegen war. Der Wirbel um einige Aufsätze Benedikts zeigt aber, wie frisch die Wunden noch sind.»

Patrik Schwarz, Geschäftsführer der «Zeit»-Seiten Christ&Welt, zitiert in diesem Zusammenhang Christian Rutishauser. Im Folgenden die leicht gekürzte Passage:
«Ein massgeblicher Vordenker in der Frage ist der Provinzial der Schweizer Jesuiten, Christian Rutishauser. Nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch bei den beiden lebenden Päpsten bemüht er sich seit Jahren um eine Anerkennung des Festes der Beschneidung. «Ich habe Papst Benedikt wie Franziskus dazu Papiere vorgelegt, mit der Bitte, das Fest der Beschneidung Jesu am 1. Januar wiederherzustellen», sagt er gegenüber Christ&Welt. (…) Rutishauser plädiert dafür, die Beschneidung als «Mysterium» zu verstehen, «mit dem Jesus als Kind in den von Gott nie gekündigten Bund mit Abraham eintritt». Dieser Bund werde somit «in den Leib des Herrn eingeschrieben». Wem das zu martialisch klingt, den erinnert der Theologe an den Bezug zu Ostern und dem Abendmahl, bei dem ebenfalls das Blut Christi geistlich verstanden wird: «Das Blut, das Jesus bei der Beschneidung für den Alten Bund vergiesst, ist dasselbe, das er für den Neuen Bund in seiner österlichen Vollendung vergießen wird.»

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