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P. Paolo Dall'Oglio SJ soll noch am Leben sein

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P. Paolo Dall'Oglio SJ soll noch am Leben sein

 

Mailand, 17.9.14 (Kipa) Der von islamistischen Milizionären in Syrien entführte italienische Jesuitenpater Paolo Dall'Oglio «ist am Leben und es geht ihm relativ gut»: Das erklärte der syrische Oppositionsaktivist Michel Kilo in einem Telefoninterview mit dem «Corriere della Sera» von Montag, 15. September.

Nach Angaben Kilos werde der Jesuit in einem Gefängnis nahe der syrischen Provinzhauptstadt Ar-Raqqa festgehalten. Er sei in den Händen von irakischen Dschihadisten, die zur Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) gehören.

Dall'Oglio war durch die Revitalisierung des syrischen Klosters Der Mar Musa al-Habashi bekannt geworden. Er setzte sich 30 Jahre konsequent für einen christlich-islamischen Dialog auf spiritueller Basis ein. Der 59-Jährige war am 29. Juli 2013 in Ar-Raqqa von Islamisten festgenommen worden. Er hatte sich in der damals bereits unter Kontrolle der Islamisten stehenden Stadt aufgehalten, um über die Freilassung der beiden entführten Aleppiner Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi zu verhandeln.

Hieb- und stichfeste Quellen

In den letzten Monaten hatte es immer wieder Berichte gegeben, wonach Pater Dall'Oglio bereits wenige Stunden nach seiner Festnahme ermordet worden sei. Michel Kilo wies im Gespräch mit dem «Corriere» diese Version entschieden zurück. Er habe hieb- und stichfeste Quellen, dass der Jesuit am Leben sei. Pater Dall'Oglio sei demnach von «Ahrar al-Sham»-Milizionären festgenommen worden. Diese islamistischen Milizionäre hätten ihren Gefangenen dann an die Chefs von IS übergeben, vermutlich für eine «höhere Summe».

Zunächst hätten die IS-Leute den Jesuiten in der einstigen Präfektur von Ar-Raqqa festgehalten, die ihnen jetzt als Hauptquartier dient. Mit Dall'Oglio seien zahlreiche andere westliche Geiseln dort festgehalten worden, unter anderen der amerikanische Journalist James Foley, der von den Islamisten vor kurzem vor laufender Kamera ermordet wurde.

Keine Verhandlungen mehr

Ursprünglich habe es Verhandlungen über eine Freilassung des Jesuiten gegeben, berichtete Kilo, der mit Pater Dall'Oglio seit vielen Jahren gut befreundet ist. Jetzt gebe es keine Verhandlungen mehr, die Situation sei für den Jesuiten insgesamt viel gefährlicher geworden, weil Italien die neue amerikanische Koalition gegen die IS-Milizionäre auch mit Waffenlieferungen unterstützen wolle. Die IS-Leute seien offensichtlich entschlossen, sich an allen Geiseln zu rächen, die Staatsangehörige von Ländern sind, die sich an der neuen Koalition beteiligen. (kipa/kap/job)

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