Jesuiten-Universitäten erstarken

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„Die Entwicklung einer gerechteren, menschlicheren Welt zu Gottes grösserer Ehre“: Dies ist die Losung der neuen Vereinigung von Jesuiten-Universitäten, die am 11. Juli 2018 mit einer Feier in Loyola gegründet wurde. Generaloberer Arturo Sosa SJ rief vor 300 Delegierten von 200 Jesuiten-Hochschulen auf, mit vereinten Kräften auch das JWL-Programm vorwärts zu bringen, das Flüchtlingen und sozial Benachteiligten eine universitäre Bildung ermöglicht. Die Feier eröffnete König Felipe von Spanien, der bei Jesuiten in Georgetown studiert hat.

Bilbao/Rom – Am 11. Juli ist in Loyola eine weltweite Vereinigung von Jesuiten-Universitäten und -Fachhochschulen gegründet worden. Der Generalobere Arturo Sosa SJ und der Sekretär für Hochschulbildung, Michael J. Garanzini, unterzeichneten eine Charta zusammen mit Vertretern der sechs Provinziälekonferenzen in der Basilika des baskischen Wallfahrtsortes. Die «International Association of Jesuit Universities» soll für das Sekretariat des Generaloberen koordinierend und beratend tätig sein, um das Hochschulapostolat der Gesellschaft Jesu weiterzuentwickeln und «die Entwicklung einer gerechteren und menschlicheren Welt zu Gottes größerer Ehre zu fördern». Jede der sechs Provinziälekonferenzen wird zwei Mitglieder in den Vorstand entsenden.

Das Treffen, an dem 300 Jesuiten und Mitarbeitende von Jesuitenuniversitäten aus der ganzen Welt teilnehmen, war am Sonntag vom spanischen König Felipe VI. eröffnet worden. Er erinnerte an seine Studienzeit in Georgetown, wo er von Jesuiten gelernt habe, dass «akademische Exzellenz immer Hand in Hand gehen muss mit Werten wie Anstrengung, Verantwortung und Gemeinwohl». In einer Welt, die vor großen Herausforderungen wie Ungleichheit, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden stehe, sei das intellektuelle Apostolat der Jesuiten umso wichtiger. Jesuitenuniversitäten hätten ein spezifisches Modell, in dem «Werte im Mittelpunkt stehen».

Universitäre Bildung auch für Flüchtlinge in Lagern

Exzellente Bildungsstätten ist das eine – den Bildungszugang für alle das andere. So betonte Arturo Sosa SJ vor den Delegierten der über 200 universitären Jesuiten-Schulen die Wichtigkeit des Jesuit Worldwide Learning-Programms. Das Kürzel JWL steht für das digitale Bildungsprogramm für Benachteiligte und Flüchtlinge in Slums, entlegenen Dörfern und Flüchtlingslagern, wo junge Menschen mit Online-Kursen lernen und sich in multi-ethnischen und multi-religiösen Lerngruppen zusammenschliessen. Für dieses neue universitäre Bildungsangebot für Menschen am Rande der Gesellschaft brauche es die Kräfte aller. «Die technischen Möglichkeiten unseres Zeitalters erlauben uns, Menschen zu erreichen, die bisher geografisch und sozial marginalisiert waren», sagte der Generalobere und berichtete von seinem kürzlichen Besuch in Sri Lankas Norden. «Ich durfte in die lachenden Gesichter einer Gruppe von jungen Menschen schauen, die dank den vereinten Kräften der lokalen Jesuitenkommunität und der JWL-Programmverantwortlichen ihre Universitätsdiplome in Händen hielten.»

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