Psychologe Hans Zollner SJ zu den Vorfällen in Pennsylvania

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Ein Untersuchungsbericht aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania zeigt, wie Priester jahrzehntelang übergriffig gegenüber Kindern waren. Sie wurden gedeckt und geduldet. Hans Zollner SJ, Psychologe und Psychotherapeut, leitet das «Center for Childprotection» an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und nimmt Stellung zur Frage: Was tut die Kirche in der Priesterausbildung, um dem Missbrauch an Kindern vorzubeugen?

Jesuitenpater Hans Zollner äussert sich in verschiedenen Beiträgen zur aktuellen Diskussion des Kindsmissbrauchs von katholischen Kirchenvertretern. Aufschlussreich ist das Radio-Interview auf SRF 2 mit Hans Zollner, Leiter des Kinderschutzzentrums an der Gregoriana in Rom, wo Priester ausgebildet werden. Auf die Frage von Susanne Schmugge, was die katholische Kirche unternehme, «damit wir in zehn Jahren nicht immer noch über weitere Enthüllungen reden müssen», antwortet Zollner: «Konkret haben wir zwei Programme hier im Zentrum in Rom und ein E-Learning Programm. Wir behandeln Fragen wie: Wie erkenne ich, dass ein Kind missbraucht worden ist? Was tue ich, um diesem Kind zu helfen? Wie muss ich den möglichen Täter behandeln? Welche Rechtsfolgen hat es? Wie kann ich Räume schaffen, in denen Kinder sicher sind?»

Zentral sei, dass es gar nie soweit komme. «Wir wollen keine Leute ausbilden, die selber pädosexuelle Neigungen haben. Deshalb führen wir Persönlichkeits-Assessments durch, bevor wir die Leute annehmen», so Zollner. Geprüft werde, ob es «gravierende Persönlichkeitsstörungen» gebe, auch würden «in der Priesterausbildung in unseren Breiten» Persönlichkeitsgutachten erstellt. Hans Zoller: «Man versucht herauszufinden, ob jemand in der Beziehungsfähigkeit Schwierigkeiten hat oder in seinem Umgang mit Emotionen und seiner Sexualität. Wenn das der Fall ist, dann werden diese Leute nicht zugelassen.» 

Zum Radio-Interview von SRF 2 und zur Abschrift ...

 

Zu lange habe es in der Kirche «eine Kultur der Vertuschung, der Negierung und des Schweigens» gegeben, sagt Zollner zudem in zwei Interviews mit der italienischen Zeitung «La Stampa» und dem Portal «Vatican News».

 

Zum Beitrag von kath.ch ...

 

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