Vokabular

Was Sie schon immer wissen wollten

Bericht des Pilgers

Die geistliche Autobiographie des Ignatius; diktiert am Ende seines Lebens, ist sie von unschätzbarem Wert für seine Biographie und Spiritualität.

Bruder

Jesuiten wirken als Priester und Brüder. Die 34. Generalkongregation hat ein Dekret zu den Besonderheiten des Profils eines Jesuitenbruders formuliert.

Destination (dt. „Bestimmung“)

Der konkrete Arbeitsauftrag, den ein Jesuit von seinem Oberen erhält.

Exerzitant

Jemand, der sich Exerzitien unterzieht.

Exerzitien

Die „Geistlichen Übungen“, die nach der Weisung des Gründers Ignatius von Loyola in den Geist des Ordens einführen und zu einer spirituellen Erneuerung und Orientierung verhelfen.

Gelübde

Der Jesuit verspricht vor Gott für immer Armut, Keuschheit und Gehorsam und bindet sich durch diesen Akt an den Orden; ein viertes Gelübde drückt die Verfügbarkeit für Sendungen des Papstes aus.

Generaloberer

Der „Allgemeine Vorgesetzte“ (praepositus generalis), also Leiter des Jesuitenordens, der auf Lebenszeit gewählt wird; derzeit der Spanier P. Adolfo Nicolás.

IHS

Ein Signet des Ordens, das an vielen Jesuitenkirchen und -gebäuden angebracht ist; im Griechischen sind es die ersten drei Buchstaben des Namens Jesu, was auf „Gesellschaft Jesu“ verweist.

Indifferenz (dt. „Gleichförmigkeit“)

Die innere Freiheit, sich nicht nach eigenen Vorlieben zu entscheiden, sondern über sich verfügen zu lassen.

Klausur (von lat. claustra, Riegel, Schloss)

Die strenge Abgeschiedenheit der meisten Ordensleute in geschlossenen „Klöstern“; Jesuiten sind der erste Orden der Geschichte, der dieses alte „monastische“ (mönchische) Ideal für seine Häuser nicht übernahm.

Kolleg

Ursprünglich das Wohnhaus der Jesuitenstudenten, die an benachbarten öffentlichen Universitäten studierten. Später unterrichteten Jesuiten immer mehr selbst in ihren Kollegien, so dass „Kolleg“ bald die Schule oder Universität der Jesuiten meinte.

Kommunität

Die konkrete Wohn- und Arbeitsgemeinschaft der Jesuiten vor Ort, bestehend in der Regel aus etwa 5 bis 20 Jesuiten.

Kongregation

Eine offizielle Versammlung, die – auf Provinz- oder Weltebene – über den Orden berät und Entscheidungsvollmachten hat.

Konsult (von lat. consultare, beraten)

Ein Beratungsgremium, das den Oberen für seine Entscheidungen berät.

Letzte Gelübde

Die endgültige Eingliederung in den Orden, etwa 10 bis 15 Jahre nach dem Eintritt.

Mystagogie

Unter Mystagogie versteht man eine vertiefte Einführung in einen existentiell gelebten Glauben. In der spirituellen Begleitung wird der Mensch geführt, sich dem Geheimnis Gottes auszusetzen und sich von Gott verwandeln zu lassen, auf dass er zu seiner letzten Berufung findet.

Noviziat (von lat. novus, neu)

Für neue Ordensmitglieder eine zweijährige Einführungs- und Probezeit; sie wird mit den ersten Gelübden abgeschlossen.

Oberer

Der Vorgesetzte, dem gegenüber man Gehorsam übt; es gibt den Haus-, den Provinz- und den Generaloberen.

Papstgelübde

In ihm drückt sich die besondere Bindung der Jesuiten an den Papst „gemäss den Aussendungen“ aus; auch „viertes Gelübde“ genannt, weil es zu den drei üblichen Ordensgelübden hinzukommt.

Pater (dt.: „Vater“, Mehrzahl „Patres“)

Im Deutschen die Anrede für einen Ordenspriester; Jesuiten werden in der Regel mit „Pater“ und dem Nachnamen angesprochen.

Profess (von lat. professio, Bekenntnis, Hingabe)

Der feierliche liturgische Akt, in dem man Gelübde ablegt.

Provinz

Eine territorial umgrenzte Verwaltungs-, Lebens- und Arbeitseinheit von Jesuiten, die meist zwischen 60 und 400 Mitglieder umfasst.

Satzungen (auch „Konstitutionen“)

Das Regelwerk des Ordens, das die interne Organisation, aber auch die spirituellen Grundzüge und das konkrete Zusammenwirken der Jesuiten festlegt.

Scholastiker (von lat. schola, Schule)

Junge Jesuiten, die, nachdem sie die ersten Gelübde abgelegt haben, studieren und sich auf die Priesterweihe vorbereiten.

Spiritualität

Wörtlich „Leben aus dem Geist“; meint die konkreten geistlichen Formen und Inhalte, nach denen eine religiöse Gemeinschaft lebt und wirkt. Die „ignatianische“ (nach Ignatius von Loyola, dem Gründer) oder jesuitische Spiritualität gründet vor allem auf den Exerzitien.

Terziat

Eine etwa einjährige Ausbildungszeit, in der sich der Jesuit – nach allen anderen Studien und Praktika – auf die Letzten Gelübde vorbereitet.