Unterwegs mit Schweizer Jesuiten

Die Angst zu verlieren verloren – das ist Kirche

Die Kirche kann eine Maske – Ideale, Moral, Regeln sein, hinter der man sich versteckt und oft nur schwer atmen kann. Sie kann zur Fratze werden – Missbrauch, Schweigen, Verletzen. Sie kann aber auch ein Gesicht sein – lächelnd, zugewandt, wach, präsent… Ein Erfahrungsbericht unseres sommerlichen Arrupe-Monats* im belgischen Exerzitienhaus La Pairelle:  15 Jesuiten aus neun Ländern nahmen sich Zeit für Reflexion, Gebet, Austausch und Lektüre. 

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«Alte Normalität» hat ausgedient

Wie war das genau mit der «alten Normalität», die viele zurückwollen? Und was ist, wenn Menschen, die am meisten unter dieser «alten Normalität» leiden, zu Wort kommen? Werden wir in Europa den Mut haben, auf sie zu hören? Haben wir die innere Offenheit, uns nebst Lösungsansätzen auch Kritik anzuhören? Haben wir wirklich das Interesse, die «alte Normalität» infrage zu stellen? 

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Die Hagia Sophia als Symbol für ein Europa der Zukunft

Zwei überwältigende Raumerlebnisse ragen in meiner Biografie heraus: Einmal das Betreten der Kings Chapel in Cambridge. Ich trat durch die kleine Tür in den hohen, schlanken, rechteckigen Raum und mein Blick wurde nach oben gerissen. Da schwebte ein fein ziseliertes Steingewölbe. Das Fächergewölbe wie ein fliegender Teppich über mir. Lichtdurchflutet war der Raum, für mein Auge nur von den hohen, gotischen Glasfenstern getragen, denn äusserst schmal sind die Wandstücke zwischen Ihnen. Ein Gefühl der Erhebung zum Geistigen löste dieses Raumempfinden in mir aus. Dann das Betreten der Hagia Sophia durch den doppelten Narthex mit seinen Mosaiken hindurch in den Hauptraum: Mit einem Schlag diese Weite. Ich atmete auf, als würden mir meine beiden Lungenflügel vergrössert. Die Kuppel schwebte wie ein Sternenhimmel bergend. Ich hatte den Eindruck als würde ich im Kosmos stehen, weit, wohlgeordnet und vielfältig. Beide Räume sind für mich Architektur der Unendlichkeit. Beide Meisterwerke sind Raumgestaltungen, die das Göttliche nicht nur als das Ewigen der Zeit, sondern auch als Raum aller Räume erahnen lassen. Beide Sakralbauten als Kirchen geschaffen, lassen bis heute alle Besucher vor Erhabenheit erschaudern, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit und ihrer Weltanschauung.

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Vernetzung des Menschen und die Wahrnehmung der Natur

Die Corona Pandemie hat uns deutlich gezeigt, dass wir Menschen weltweit dicht vernetzt sind. Innerhalb weniger Monate hat sich das Virus in jeden Winkel der Erde ausgebreitet. Was ihm einigermassen Einhalt geboten hat, war die Tatsache, dass wir uns weniger bewegt haben. Die weltweite Reisetätigkeit wurde drastisch zurückgefahren. Doch nicht alle menschlichen Bewegungen auf der Welt wurden minimiert. Dies zeigt folgendes Beispiel. 

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