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Arturo Sosa, General der Jesuiten, ist in der Schweiz angekommen. Am Freitag ist er in Zürich, am Sonntag in Luzern.

von Pia Seiler

Er ist «Pater General», Chef von weltweit gut 15 000 Jesuiten und besucht erstmals unser Land: Arturo Sosa SJ ist heute Donnerstag, 19.9.2019 in Genf angekommen. Seine Schweiz-Visite führt ihn bis Sonntag zu den Mitbrüdern und den Mitarbeitenden der Jesuitenwerke in Genf, Zürich und zum Lassalle-Haus ob Zug, des Weiteren zweimal in die Öffentlichkeit:

Podiumsdiskussion «Christsein heute – Kirche wohin»

Freitag 20. September, Universität Zürich, 17 Uhr
Häldeliweg 2, Raum HAH-E11 (Tramstation Platte)

Pater General im Gespräch mit

  • Bischof Dr. Felix Gmür, Bischof von Basel
  • Dr. Daniel Kosch, Generalsekretär Römisch-Katholische Zentralkonferenz RKZ
  • Dr. Gottfried Locher, Präsident Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK
  • Prof. Dr. Barbara Hallensleben, Universität Fribourg
  • Dr. Daniel Foppa, Leiter Inlandredaktion Tamedia, Zürich
    Moderation: Judith Wipfler, Schweizer Radio SRF 2 Kultur

Festgottesdienst mit Musik von Pater Martin Schmid SJ

Sonntag 22. September, Jesuitenkirche Luzern, 10 Uhr

 

Arturo Sosa SJ am 19.9.2019 in der Kapelle der Jesuitengemeinschaft von Carouge GE

«Unsere Häuser hatten keine Zäune»

Wer ist Arturo Sosa SJ, der als 18-Jähriger kurz nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils in Venezuela der Societas Jesu beitrat und seit 2016 den grössten Orden der Kirche führt?

«Ich wurde am 12. November 1948 in Venezuela geboren, und am 24. November gab es einen Staatsstreich gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten des Landes.»
Befragt zu seiner Person nach der Wahl 2016 zum Generaloberen der Jesuiten, erwähnt Arturo Sosa SJ dies als Erstes. Auch das Weitere im Interview mit einem Ordensbruder ist bezeichnend: «Meine Grosseltern waren sehr arm, aber mein Vater gehörte zur Generation, die das Land aufbaute. Wir waren eine grosse Familie, in der die Generationen eng zusammenlebten. Dies war sehr wichtig für mich. Unsere Häuser hatten keine Zäune, wir teilten unser Leben.» Die Familie war «sehr katholisch», ohne dies öffentlich kundzutun. «In dieser Situation habe ich gelernt, hinter die Kulissen zu schauen. Ich habe gelernt, dass die Dinge nicht notwendigerweise sind, wie sie sind.»
Der Vater, Ökonom und Rechtsanwalt, brachte es bis zum Finanzminister. Ein privilegiertes Elternhaus – eines auch mit Blick fürs Ganze. Oft durfte der kleine Arturo mit auf Inlandreisen des Vaters. «Wenn wir in einer fremden Stadt ankamen, sagte er immer Lass uns die Straßenbahn nehmen; und dann hat er mir die Stadt gezeigt.» Auch habe er oft gesagt, dass es einem nicht gut gehen könne, «wenn das Land nicht funktioniert und wir tun nichts, damit es endlich funktioniert.»

Wenn man sich für andere hingibt
Sosa durchlief in Caracas ab Kindergarten das Colegio San Ignacio, «mein zweites Zuhause» dank begabten Ordensbrüdern, Scholastikern, Jesuiten als Lehrer. «Um ehrlich zu sein, erinnere ich mich kaum an Chemie oder Mathematik», umso mehr an Aktivitäten der Marianischen Kongregation. «Die Wurzeln meiner Berufung: Ich lernte, dass das Leben Sinn macht, wenn man sich für andere hingibt.» Seine Freunde wurden Ärzte, Anwälte, gingen ins Amazonas-Gebiet. «Es gab ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl. Wir sahen die Notwendigkeit, Gesellschaft und Nation zu gestalten.»
1966 trat er als 18-Jähriger dem Orden bei – kurz nach dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils, das in seinen Kreisen grosse Strahlkraft hatte. Sosa studierte Politik- und Sozialwissenschaften. Die Praktikumsjahre führten ihn weit ins Landesinnere, ins jesuitische Centro Gumilla für Kleinbauern, das er dereinst leiten würde. Vorerst ging es zum Theologiestudium nach Rom. Widerwillig sei er abgereist, dankbar zurückgekehrt: In der internationalen Gemeinschaft der Jesuiten entdeckte er eine ganze Welt.

Zurück in Venezuela machte er universitäre Karriere, ohne je den tiefen Bezug zur Basis zu verlieren. Arturo Sosa hatte Lehrstühle im Spannungsfeld von Politikwissenschaft und katholischer Soziallehre inne und war acht Jahre Rektor einer Jesuitenuniversität. 1996 bis 2004 war er zudem Provinzial und bekam viel Anerkennung für seine Vermittlung bei politischen Spannungen im Land.
Dann rückte Rom erneut ins Zentrum. Ab 2008 vertraute ihm die Gesellschaft Jesu leitende Ordensämter an, bevor er 2016 zum Generaloberen gewählt wurde. «Er ist ein sehr erfahrener Mann, kann gut zuhören und moderieren», sagt Provinzial Christian Rutishauser SJ und: «Er hat Mut, Entscheidungen zu treffen.»
Pia Seiler

 

«Gemeinsam mit den Verworfenen der Welt»

Mit vier Leitlinien bekräftigen die Jesuiten ihr Engagement: Sie wollen noch dezidierter einen Weg zu Gott finden helfen, an der Seite der Benachteiligten stehen, mit jungen Menschen unterwegs sein und für die Schöpfung eintreten. Der Generalobere Arturo Sosa SJ kommentiert im Folgenden die vier so genannten apostolischen Präferenzen.

Die Jesuiten sind mit dem Papst in speziellem Masse verbunden – nicht erst seit 2013, als mit Franziskus ein Jesuit Papst wurde: 1540 erhielt der Orden die päpstliche Anerkennung; seither verpflichten sich die Jesuiten nebst Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam insbesondere auch zu Gehorsam gegenüber dem Papst.
Ordensgründer Ignatius von Loyola sah es so vor: Der Papst überträgt dem Orden besondere Aufgaben für die Gesamtkirche. Entsprechend redete der Papst durch die Jahrhunderte hindurch bei der zeitgeschichtlichen Ausrichtung des Ordens mit. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) stehen die Leitlinien des Ordens unter dem Stichwort ≪Glaube und Gerechtigkeit≫ und werden jeweils für eine Epoche festgelegt.
Nun bricht ein neues jesuitisches Jahrzehnt an. Dazu initiierte der Generalobere Arturo Sosa SJ einen konsultativen Prozess von 16 Monaten und bezog alle Jesuiten mit ein – zurzeit ein Orden mit etwas über 15 000 Mitgliedern (in der Schweiz 48). Papst Franziskus hat die neuen oder vielmehr erneuerten und geschärften Prioritäten der Jesuiten vor kurzem bestätigt; sie seien im Einklang mit den gegenwärtigen apostolischen Prioritäten der Kirche.

Die Gesellschaft Jesu orientiert sich für 2019–2029 an folgenden vier Leitlinien – an vier so genannten apostolischen Präferenzen:

Einen Weg zu Gott finden helfen durch Reflexion, Unterscheidung und geistliche Übungen.
Arturo Sosa SJ: ≪Eine reife säkulare Gesellschaft bietet die Voraussetzungen dafür, dass ein günstiges Umfeld für persönliche religiöse Prozesse entsteht: frei von sozialem oder ethischem Druck ist es möglich, sich tiefgreifenden Fragen zu stellen und frei die Nachfolge Jesu und einen christlichen Lebensstil zu wählen. Die geistlichen Übungen des Heiligen Ignatius von Loyola bieten ein vorzügliches Instrument, um Jesus, sein Leben und Werk gegenwärtig werden zu lassen.≫

An der Seite der Benachteiligten stehen, gemeinsam mit den Armen, den Verworfenen der Welt, den in ihrer Würde Verletzten auf dem Weg sein, gesandt zu Versöhnung und Gerechtigkeit.
Arturo Sosa SJ: ≪Wir bekräftigen unsere Verpflichtung zum Einsatz für Migranten, Vertriebene, Flüchtlinge, Opfer von Kriegen und Menschenhandel sowie für die Verteidigung der Kultur und der würdigen Existenz indigener Völker. Wir wollen dazu beitragen, Bedingungen für ihre Akzeptanz als Menschen zu schaffen. Die Verarmten zu begleiten, verlangt, unsere Studien und Analysen zu verbessern, um gründlich die wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Prozesse zu verstehen, die soviel Ungerechtigkeit hervorbringen, und an der Entwicklung alternativer Modelle mitzuwirken.≫

Mit jungen Menschen unterwegs sein, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Gestaltung einer hoffnungsvollen Zukunft aus dem Glauben heraus begleiten.
Arturo Sosa SJ: ≪Jungen Menschen, weltweit zur Mehrzahl arm, stellen sich enorme Herausforderungen im gegenwärtigen Kontext. Dazu zählen die abnehmende Zahl von Arbeitsplätzen, die zunehmende politische Gewaltbereitschaft, vielfältige Formen der Diskriminierung, die fortschreitende Verschmutzung der Umwelt. Gerade junge Menschen öffnen sich der Zukunft mit der Hoffnung, ein würdiges Leben in einer versöhnten Welt und in Frieden auch mit der Umwelt zu gestalten. Freiräume für sie in Gesellschaft und Kirche zu schaffen und zu erhalten, ist ein Beitrag, den die Werke der Societas Jesu leisten können.≫

Für und mit der Schöpfung leben, in der Sorge für das Gemeinsame Haus zusammenarbeiten.
Arturo Sosa SJ: ≪Die Beschädigung der Erde beschädigt auch die am meisten verletzlichen Menschen wie indigene Völker, die zur Flucht gezwungene Landbevölkerung, Bewohner der Randzonen der Grossstädte. Wir nehmen uns vor, mit dem was wir sind und was uns zur Verfügung steht, mit anderen mitzuwirken beim Aufbau alternativer Lebensmodelle, die auf Respekt vor der Schöpfung und auf nachhaltiger Entwicklung basieren. Eine Entwicklung, die fähig ist, Güter zu produzieren, welche – recht verteilt – für alle Menschen der Erde ein würdiges Leben sicherstellen.≫


Warum ist die Hilfe für Flüchtlinge so verlangsamt? UNHCR-Forum sucht mit JWL-Beteiligung nach Lösungen

von Pia Seiler

Warum geht die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene so langsam voran? Warum gelingt es der internationalen Gemeinschaft nicht, Menschen in Flüchtlingslagern, Kriegszonen und Aufnahmezentren besser zu schützen und ihnen Lebensperspektiven zu gewähren? Antworten und Lösungen suchen Vertreterinnen und Vertreter aller involvierter Kreise Mitte Dezember am ersten internationalen Flüchtlingsforum in Genf unter UNHCR-Schirmherrschaft und mit namhafter Beteiligung des Bildungswerks Jesuit Worldwide Learning (JWL).

Vom 16. bis 18. Dezember 2019 wird die UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR das erste internationale Flüchtlingsforum in Genf durchführen. Während den Tagen des Global Refugee Forum (GRF) werden Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen und Hilfsprojekten sowie Flüchtlingsvertreter, Lehrkräfte und Fachpersonen im humanitären Bereich zusammenkommen, um Antworten auf die brennenden Fragen zu liefern: Warum geht die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene so langsam voran? Warum gelingt es der internationalen Gemeinschaft noch nicht, Menschen in Flüchtlingslagern, Kriegszonen oder Aufnahmezentren besseren Schutz, Arbeitsperspektiven und Bildungszugänge zu gewähren? Der weltweite Zugang zu Hochschulbildung für Flüchtlinge beispielsweise liegt bei lediglich rund drei Prozent – geplant ist seit langem eine Zugangsrate von 20 Prozent!

Jesuit Worldwide Learning (JWL), das Bildungswerk des Zentraleuropäischen Jesuitenprovinz mit Sitz in Genf, ist bei den Vorbereitungen zum Forum aktiver Partner des UNHCR.  Vor zwei Monaten fragte die UN-Flüchtlingsorganisation an, ob das Bildungswerk der Jesuiten kurzfristig eine Feldforschung zum Thema Hochschulzugang für Flüchtlinge durchführen kann, die in vom Krieg geschädigten Gebieten leben. JWL hat diese anspruchsvolle Aufgabe an die Hand genommen. So werden in den kommenden Wochen in den JWL-Lernzentren in Afghanistan, Irak, Jordanien, Kenia und Malawi verschiedene Workshops durchgeführt. JWL will Studentinnen und Studenten, Absolventinnen und Absolventen, Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bildungssektor in den jeweiligen Regionen zusammenbringen, um einerseits die Hindernisse zu Hochschulbildung zu benennen, andererseits praktikable Lösungsansätze auf lokaler und internationaler Ebene zu erarbeiten. Der Fokus liegt primär auf der Eigenverantwortung, Kreativität und Innovation auf lokaler Ebene. Gleichzeitig werden  auch konkrete Vorschläge und Anträge an die internationale Gemeinschaft formuliert, die zu einer Stärkung lokaler Strukturen führen.

Pascal Meyer SJ

 


Evangelium des Tages in einer Minute zum grossen Leitthema der Jesuiten: Gott suchen und finden in allen Dingen.

von Pia Seiler

Junge Jesuiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bringen das jeweilige Sonntags- und Feiertagsevangelium in einer Minute auf den Punkt. 

14.09.2019: Jonas Linz SJ über das grosse Leitthema der Jesuiten: Gott suchen und finden in allen Dingen.

07.09.2019: Gerald Baumgartner SJ über unsere ureigenen Ressourcen

31.08.2019: Dag Heinrichowski SJ zum richtigen Feiern

3.8.2019: Martin Föhn SJ über den Wunsch, immer das Neuste besitzen zu wollen

27.7.2019: Christian Braunigger SJ übers Bitten und Geben

21.7.2019: Martin Föhn SJ als Gastgeber

13.07.2019: Dag Heinrichowski SJ über den Barmherzigen Samariter

06.07.2019: Max Heine Geldern SJ übers Kofferpacken

29.06.2019: Clemens Kascholke SJ über Kuschelkurs oder echte Nachfolge

22.06.2019: Gerald Baumgartner SJ über die Frage, die dein Leben verändern könnte

20.06.2019: Sebastian Ortner SJ über das Hochfest Fronleichnam

15.06.2019: Christian Braunigger SJ über den Atomwaffentest Trinity von 1945

08.06.2019: Sebastian Orrtner SJ über das Geheimnis des Heiligen Geistes

01.06.2019: Martin Föhn SJ übers Zuhören

30.05.2019: Dag Heinrichowski SJ über Veränderungen, Freude und Mut

4.5.2019: Martin Rieder SJ über die Zeit nach Jesu Tod (Joh 21, 1-19)

11.05.2019: Martin Föhn SJ über Schafe und Löwen

28.4.2019: Jonas Linz SJ über die Kraft der Nähe

20.04.2019: Clemens Kascholke SJ über die Wirkung von Ostern heute

18.04.2019: Jonas Linz SJ zu Jesus' Kreuzigung (Joh 18,1-19,42)

17.04.2019: Max Heine Geldern SJ zum letzten Abendmahl (Joh 13, 1-15)

13.04.2019: Christian Braunniger SJ zum Palmsonntag (Lk 19, 28-40)

6.4.2019: Sebastian Ortner SJ über Jesus und die Ehebrecherin (Joh 8, 1-11)

30.3.2019: Jonas Linz SJ über den barmherzigen Vater (Lk 15, 1-3.11-32)

23.3.2019: Marco Hubrig SJ über die Verkündigung Mariens (Lk 1, 26-38)

Wunsch von Clemens Kascholke SJ für die nächste Woche (Lk 9, 28b-36)

Gerald Baumgartner SJ zu den 40 Tagen von Jesus in die Wüste (Lk 4, 1-13)

Dag Heinrichowski SJ zum «richtigen Fasten» (Mt 6, 1-6.16-18)


Drei Jesuiten zu Kardinälen ernannt

von Pia Seiler

Designierter Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ am Fr. 13. Sept. Gast in Zürich

Rom (KNA/r) - Papst Franziskus hat am 1. Sept. 2019 die Ernennung von 13 neuen Kardinälen angekündigt – drei von ihnen sind Jesuiten: der Luxemburger Erzbischof und Präsident der Kommission der europäischen Bischofskonferenzen (COMECE) Jean-Claude Hollerich SJ und der kanadische Jesuit Michael Czerny SJ, Leiter der Sektion für Flüchtlings- und Migrationsfragen in der vatikanischen Entwicklungsbehörde. Außerdem will der Papst den emeritierten Erzbischof von Kaunas in Litauen Sigitas Tamkevičius SJ für dessen Verdienste um die Kirche in den Kardinalsstand erheben, er kann aber aufgrund seines Alters nicht mehr an einer möglichen Papstwahl teilnehmen.

Jean-Claude Hollerich SJ (61) wurde am 9. August 1958 im luxemburgischen Differdange geboren. Seit 2011 ist er Erzbischof im traditionell katholisch geprägten Luxemburg. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt trat der Jesuit als Krisenmanager auf, als die 2013 gewählte Regierung um den liberalen Premierminister Xavier Bettel auf eine stärkere Trennung des Staat-Kirche-Verhältnisses abzielte. 2018 übernahm Hollerich das Amt des Vorsitzenden der EU-Bischofskommission COMECE. In dieser Funktion setzt er sich als Vermittler zwischen unterschiedlichen Sichtweisen für eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage ein.
Der designierte Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ ist Gast in Zürich an der 4. Ladanyi-Vorlesung:Er analysiert die gegenwärtige globale Umweltkatastrophe und beschreibt, wie Spiritualität zur Lösung der Wasser-, Boden-, und Luftverschmutzung beiträgt. Mit einem Grusswort von Prof. Dr. Marcello Robbiani und einer Einführung von P. Dr. Stephan Rothlin SJ
Freitag, 13. September, 19.00 Uhr – 20.30 Uhr, Universität Zürich, Rämistrasse 71, Hörsaal KOL-F-101

Michael Czerny SJ (73), geboren 1946 in der damaligen Tschechoslowakei, ist kandischer Jesuit und seit 2017 Untersekretär des "Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen". Bekanntheit erlangte er als Migrationsexperte des Vatikan. Er forderte wiederholt eine offenere Migrationspolitik der EU sowie mehr Einsatz gegen Menschenhandel und Ausbeutung weltweit. Im Mai ernannte der Papst ihn zu einem der Sondersekretäre der Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet.

Sigitas Tamkevičius SJ (80) gilt als eine Symbolfigur für die litauische Kirche und den litauischen Widerstand im Sowjetregime. Als Jesuit wurde er vom Regime verfolgt, mehrere Jahre verbrachte Tamkevicius in Gulags "wegen antisowjetischer Agitation und Taten". Er war Begründer und Chefredakteur der "Chronik der katholischen Kirche in Litauen", einer Zeitschrift, die zwischen 1972 und 1989 die Verfolgung der Kirche durch die Sowjetmacht dokumentierte. 1996 übernahm er die Leitung der Erzdiözese Kaunas. Für zwei Amtszeiten führte er den Vorsitz in der Litauischen Bischofskonferenz. Bei seiner Pensionierung 2015 würdigte der Generalsekretär der Bischofskonferenz Tamkevicius als "Legende des kirchlichen Widerstands". Als solche spielte er noch einmal eine Rolle beim Papstbesuch 2018: Franziskus ließ sich bei seinem Besuch des ehemaligen KGB-Foltergefängnisses von Tamkevicius begleiten.


Wir Juden: Jesuit Christian Rutishauser im Magazin bref

von Pia Seiler

Viele Christen halten das Verhältnis zu den Juden und zum Judentum für aufgearbeitet und erledigt. Damit machen sie es sich zu einfach, sagt Christian Rutishauser SJ. Seit Jugend treibt ihn die Frage um, warum bereits die frühen Christen die Juden zum Feind machten, dies bis heute unbewusst nachwirkt und was dagegen zu tun ist. Rutishauser hat Judaistik in Jerusalem, New York und Luzern studiert, längere Zeit in Israel gelebt, hat heute verschiedene Lehraufträge im Bereich jüdischer Studien inne und berät den Papst in Fragen des Judentums.

Hier gelangen Sie zum Interview von Susanne Leuenberger im Magazin bref 12/ 2019 mit spannenden Ein- und Aussichten des Provinzials der Schweizer Jesuiten.

Quellenangabe: Reformierte Medien, bref Magazin, Pfingstweidstrasse 10, 8005 Zürich.


World Refugee Day 20.Juni: Einblick ins JWL-Programm Englisch im Flüchtlingslager

von Pia Seiler

«Finally, my dream is living in peace»: Einblick von Pascal Meyer SJ ins JWL-Programm Englisch im Flüchtlingslager


Flüchtlingssonntag: Asyl für Jesus?

von Regula Lutz

P. Christoph Albrecht SJ hat für den Kirchenboten Basel einen Beitrag zum Flüchtlingssonntag verfasst.

Zum Beitrag ...


Theologische Aufbrüche und ihre Köpfe in der Schweiz: neues Buch mit spannenden Porträts

von Pia Seiler

Im 19. und 20. Jahrhundert gab es in der Schweiz ein reges theologisches Schaffen. Dies dokumentiert der dritte Band «Aufbruch und Widerspruch» mit Porträts von 55 Schweizer Theologinnen und Theologen. Von Victor Conzemius zu Doris Strahm, von Robert Leuenberger zu Herwig Aldenhoven: «Sie alle haben im 20. Jahrhundert und bis in die neueste Zeit das theologische Verstehen und ethische Handeln in den Kirchen, an den Universitäten und in der Gesellschaft reflektiert und geprägt, sei es in biblischer, ökumenischer oder interreligiöser Hinsicht, sei es aus historischer, systematischer oder praktischer Perspektive», schreibt Mitherausgeber Stephan Leimgruber. In spannenden Beiträgen von jeweils 15 bis 25 Seiten werden die Biographien und Werke der einzelnen Theologinnen und Theologen vorgestellt, analysiert und in die weitere Geschichte eingeordnet. Persönlichkeiten aus dem nahen Ausland, die hier ihren Lebensmittelpunkt hatten und hier ihr Lebenswerk schufen, wurden ebenso aufgenommen wie die zahlreichen Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland lebten und lehrten.

Unter den Porträtierten sind auch vier Jesuiten:
Mario von Galli SJ (1904-1987) – Konzilsberichterstatter: «Wandelt Euch im Denken». Beitrag von Alois Schifferle
Ludwig Kaufmann SJ (1918 - 1991) – Konzilszeuge und Konzilsdeuter: schreiben und hoffen in winterlicher Zeit. Beitrag von Nikolaus Klein SJ
Raymund Schwager SJ (1935-2004) – Theologisch denken im Drama von Glaube und Gewalt. Beitrag von Mathias Moosbrugger
Hans Schaller SJ (*1942) – Geistliche Theologie aus Ignatianischen Quellen. Beitrag von Stephan Leimgruber

Lesen Sie das Interview von Regula Pfeifer mit Stephan Leimgruber auf kath.ch

Aufbruch und Widerspruch, Schweizer Theologinnen und Theologen im 20. und 21. Jahrhundert: Porträts von 55 theologischen Persönlichkeiten im Kontext der modernen europäischen Geschichte, Angela Berlis, Stephan Leimgruber, Martin Sallmann (Hg.), Verlag TVZ 2019

Buchpräsentationen waren in Bern und Basel, im Juni zudem noch: 
17. Juni, 19.30 Uhr, Festsaal St. Katharinen, St. Gallen
24. Juni, 18.15 Uhr, Fraumünster, Zürich


2018 fast 70 Millionen auf der Flucht: Jesuiten-Flüchtlingsdienst nötiger denn je

von Pia Seiler

Der Generalobere der Jesuiten, Pater Arturo Sosa SJ, ruft in seinem Brief vom 24. Mai 2019 an alle Jesuiten zu einem verstärkten Engagement mit den Geflüchteten auf. Er hebt die wachsende Notwendigkeit zur Stärkung des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS hervor, welche sich in praktisch allen Ländern aufdrängt: Während die Zahl von Flüchtlingen weiter ansteigt, sinkt die Bereitschaft zur Aufnahme, feststellbar durch zunehmende Abschottung, dem Rückgang von Resettlement-Programmen, dem Schüren von Feindbildern.

Arturo Sosa bedankt sich für alle anderen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen, und ruft «die Mitglieder der Gesellschaft Jesu und ihre Partner dazu auf, insbesondere diejenigen in Leitungspositionen, sich an der Umsetzung der JRS-Vision der Inklusion und Integration von Flüchtlingen zu beteiligen.» Des weiteren präzisiert er: «Die Sendung des JRS muss von all unseren Institutionen geteilt werden, seien sie akademisch, pädagogisch, sozial, intellektuell, pastoral oder spirituell. Sie alle können zur Begleitung und zum Dienst an Flüchtlingen beitragen.»

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten ist auch in der Schweiz aktiv.
Hier erfahren Sie mehr. 

 

Afghanin mit ihrer kleinen Tochter im Kirchenasyl

Existentielle Fragen in Predigten? Doch nur noch im Theater und in Konzerten...

von Pia Seiler

Vermag die Kirche mit ihren Gottesdiensten noch Intellektuelle anzusprechen? Sind sie mit ihren letzten Sinn- und Wertefragen nicht besser bei kulturellen Veranstaltungen, im Theater, im Konzert aufgehoben? «Liturgie ist mit den Medien Theater, Kunst und Musik verwandt», schreibt Christian Rutishauser SJ in seinem NZZ-Gastbeitrag vom 30.5.2019 und weiter: «Um Intellektuelle anzusprechen, brauchen Vorsteher und Vorsteherinnen von Gottesdiensten also nicht nur die Fähigkeit, existenzrelevante Fragen in prägnanter Sprache vorzutragen. Sie brauchen auch dramaturgische und ästhetische Kompetenz.»
Liturgie aber ist nicht nur Predigt Liturgie ist viel mehr.

Hier gelangen Sie zu Christian Rutishausers NZZ-Gastbeitrag vom 30.5.2019


Wo sonst kaum jemand hingeht: Christoph Albrecht SJ bei den abgewiesenen Asylsuchenden

von Pia Seiler

Seit drei Jahren besucht Christoph Albrecht SJ regelmässig das so genannte Rückkehrzentrum in Glattbrugg am Pistenrand des Flughafens Zürich. Hier leben Menschen in einer Containersiedlung, deren Asylgesuch abgewiesen wurde. Sie stammen aus Eritrea, Äthiopien, Algerien, Irak, Afghanistan und glauben nicht, dass für sie eine Rückkehr in Sicherheit und Würde möglich ist. Oder aber ihr Land hat mit der Schweiz kein Rückübernahme-Abkommen. 80 Männer sind es zurzeit, die Monate, manchmal Jahre warten. Christoph Albrecht hat sich bewusst für die Arbeit mit abgewiesenen Asylsuchenden entschiedenen. Er will dort sein, wo sonst kaum jemand hingeht, will Menschen ohne Hoffnung und Perspektiven unterstützen und mit ihnen einen Weg gehen. Hören Sie hinein in die Radioreportage von Norbert Bischofberger, der den Jesuiten und Seelsorger begleitet hat (ab Minute 14.30 kommt Albrecht zu Wort).

Seelischer Beistand für Asylsuchende, SRF 2 Kultur, So 19. Mai 2019

Hier erfahren Sie mehr über Christoph Albrechts Engagement


Mit Pascal Meyer SJ bei den Peace Leader-Studenten des JWL-Programms

von Pia Seiler

Pascal Meyer SJ absolviert sein Magisterium – die Praktikumsjahre seiner Jesuitenausbildung – im Team von Jesuit Worldwide Learning JWL mit Sitz in Genf. Das digitale Bildungsprogramm von JWL richtet sich an junge Frauen und Männer am Rande der Gesellschaft, in Krisenregionen, in Flüchtlingslagern.

Zurzeit ist Pascal Meyer im Irak, bei Peace Leader-Studentinnen und –Studenten und berichtet in seinem Video, wie der Studienplan der jungen Frauen und Männer aussieht, was sie motiviert und worauf sie hoffen. Das Programm wurde von Studentinnen und Studenten in Nairobi/ Kenia entwickelt. 

Jesuit Worldwide Learning JWL: Peace Leader-Studenten im Irak