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«Sein ganzes Leben sich selbst gegeben»: früherer Generaloberer der Jesuiten P. Adolfo Nicolás SJ ist gestorben

von Pia Seiler

P. Adolfo Nicolás SJ 2015 im Vatikan

P. Adolfo Nicolás SJ, Generaloberer der Jesuiten von 2008 bis 2016, ist am 20. Mai 2020 in Tokio gestorben. «P. Nicolás hat sein ganzes Leben lang sich selbst gegeben», würdigt der aktuelle Pater General Arturo Sosa SJ seinen Vorgänger, der 84 Jahre alt wurde. «Es war ein Leben, das geprägt war von intensivem Dienst, gelassener Verfügbarkeit und einer tiefen Fähigkeit zur Inkulturation in Japan, wohin er als junger Jesuit ging.» P. Adolfo, gebürtiger Spanier, werde in der Gesellschaft Jesu «sehr vermisst werden als ein weiser, bescheidener und engagierter Jesuit, ein Mann der Gnade und Weisheit, einfach und unprätentiös.»

Adolfo Nicolás Pachón wurde am 29. April 1936 in Villamuriel de Cerrato in der  nordspanischen Provinz Palencia geboren. Am 15. September 1953 trat er in Aranjuez ins Noviziat der damaligen Toledo-Provinz ein. Sein Ordensleben ist mit Asien eng verbunden: Nach dem Philosophie-Studium ging er nach Tokio/Japan, wo er auch Theologie studierte und am 17. März 1967 zum Priester geweiht wurde. Er promovierte an der Gregoriana in Rom und lehrte ab 1971 in Tokio Systematische Theologie. 1978 ging er auf die Philippinen, wo er bis 1984 in Manila Direktor des Pastoralinstitutes war. Seine geistliche und theologische Ausbildung erhielt er in Madrid, Tokio und Rom. 
In der Gesellschaft Jesu konnte er viele Erfahrungen in Leitungsaufgaben sammeln, zuerst von 1993 bis 1999 als Provinzial von Japan und dann von 2004 bis 2008 als Präsident der Konferenz der Provinziäle von Ostasien und Ozeanien. Andere Aufgaben führten ihn unter anderem nach Australien, China, Japan, Korea, Mikronesien, Myanmar und Osttimor. Die 35. Generalkongregation wählte ihn am 19. Januar 2008 zu ihrem 30. Generaloberen. Er trat die von Papst Benedikt XVI. bestätigte Nachfolge des Niederländers Peter-Hans Kolvenbach an, der seit 1983 im Amt gewesen war. 

Schwerpunkt seiner Amtszeit als Generaloberer war die Neustrukturierung des Ordens; angesichts der weiterhin rückläufigen Mitgliederzahl (2008: 18 820 Jesuiten; 2015: 16 740 Jesuiten) reduzierte er die Zahl der Provinzen und Regionen weltweit. «Je weniger Mitglieder die Provinzen haben, umso weniger sind sie in der Lage, einen qualitätsvollen Dienst aufrecht zu erhalten», begründete er. «Es ist Zeit, sie zu verändern, weil die Welt sich sehr verändert hat.» Der Wandel sei notwendig, nicht weil etwas nicht mehr funktioniere, sondern um sich an neue Zeiten und Notwendigkeiten anzupassen.

Als wichtige Momente seiner Amtszeit bezeichnete er in einem Interview den Amtsverzicht Benedikts XVI. und die Wahl von Papst Franziskus. «Dass einer von uns zum Papst gewählt würde, nur 200 Jahre nach der Aufhebung der Gesellschaft Jesu und 35 Jahre nach dem päpstlichen Eingriff in die Leitung des Ordens, hätten wir Jesuiten für unmöglich gehalten.»

Obwohl ein Generaloberer nach den Konstitutionen der Gesellschaft Jesu auf Lebenszeit gewählt wird, erhielten bereits die beiden letzten Ordensoberen, P. Pedro Arrupe SJ (1965-1983) und P. Peter-Hans Kolvenbach SJ (1983-2008) die päpstliche Erlaubnis zum Amtsverzicht. Schon bei seinem Amtsantritt 2008 hatte P. Adolfo Nicolás SJ davon gesprochen; seinen Rücktritt kündete er am 20. Mai 2014 an. Die 36. Generalkongregation nahm seinen Amtsverzicht am 3. Oktober 2016 an und wählte P. Arturo Sosa SJ am 14. Oktober 2016 zum neuen Generaloberen. 

Anfang 2017 ging P. Nicolás zunächst nach Manila/Philippinen, um dort wieder am East Asian Pastoral Institute mitzuarbeiten. Wegen seiner gesundheitlichen Situation kehrte er jedoch am 6. August 2018 in seine Heimatprovinz zurück und lebte zuletzt in Tokio in einem Altenheim.

«P. Nicolas hat sein ganzes Leben lang sich selbst gegeben. Es war ein Leben, das geprägt war von intensivem Dienst, gelassener Verfügbarkeit und einer tiefen Fähigkeit zur Inkulturation in Japan, wohin er als junger Jesuit ging», würdigt ihn P. General Arturo Sosa SJ, der aufgrund der derzeitigen Reisebeschränkungen nicht zur Beerdigung nach Japan reisen kann. «Er wird in der Gesellschaft Jesu sehr vermisst werden als ein weiser, bescheidener und engagierter Jesuit, ein Mann der Gnade und Weisheit, einfach und unprätentiös.»
R.I.P.

Interview von 2015 mit Adolfo Nicolás SJ, dem 30. Pater General der Jesuiten: Was verstand Ignatius unter Mission – und was bedeutet Mission heute für den Jesuitenorden? (Minute 9 bis 10.33)  

 


Gottesdienste ab 28. Mai wieder möglich: Hintergrund dazu in der Rundschau vom 20. Mai

von Pia Seiler

Die Schweizer Bischöfe protestierten und forderten, öffentliche Gottesdienste sollten rasch wieder möglich sein. Nun hat der Bundesrat entschieden, dass ab Donnerstag, 28. Mai Glaubensgemeinschaften das gemeinsame religiöse Leben wieder aufnehmen dürfen: dies Thema der Rundschau des Schweizer Fernsehens vom 20. Mai 2020.  

Restaurants, Fitness-Studios, Shoppingcenter durften öffnen, Gottesdienste mit Publikum aber blieben verboten. Insbesondere in der katholischen Kirche war man enttäuscht darüber. Seelsorgerinnen und Seelsorger suchten nach Wegen und Möglichkeiten, um den Gläubigen trotzdem nah zu sein. Die Rundschau-Reportage des Schweizer Fernsehens gibt Einblick in den Corona-Alltag der Kirchen. Studiogast ist Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz. Für ihn sind Gottesdienste ein «existentielles Verlangen».

Hier gelangen Sie zur Rundschau von SRF 1 vom 20. Mai 2020


Corona-Krise: Jesuiten-Provinziäle fordern «echte ethische und soziale Solidarität»

von Pia Seiler

Quelle © Screenshot/Johns Hopkins University

Brüssel - Der Jesuitenorden in Europa mahnt nach den wiederholten Ausbrüchen des Coronavirus auf dem Kontinent eine Förderung «echter ethischer und sozialer Solidarität» an. In dem am 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und 70 Jahre nach der Schuman-Erklärung veröffentlichten Appell fordern die Jesuitenprovinziäle die EU auf, hart daran zu arbeiten, «die existenzielle Bedrohung zu überwinden, die vom gegenwärtigen Mangel an Bereitschaft zu internationaler Solidarität ausgeht». Die Erklärung ist von den 20 europäischen Jesuiten-Provinziälen, darunter Christian Rutishauser SJ, Provinzial der Schweizer Jesuiten, sowie dem Präsidenten der Provinziäle-Konferenz unterzeichnet; sie vertreten rund 4 000 Jesuiten und Hunderte von verschiedenen Institutionen auf dem gesamten europäischen Kontinent sowie im Nahen Osten.

Die Coronavirus-Pandemie habe das Bewusstsein aller Völker Europas gestärkt, dass sie zutiefst miteinander verbunden sind. Paradoxerweise entdecken die Menschen gerade in einer Zeit, in der die Kirchen leer sind, die christliche Botschaft der Solidarität neu. Dieses Bewusstsein sei ein Motor des Wandels: «Den Menschen zu helfen, in der moralischen Tugend der Solidarität zu wachsen, ist Teil der Berufung der Kirche.»

Die Jesuiten rufen dazu auf, das gegenwärtige Modell der Globalisierung neu zu überdenken. «Wir haben in diesen Wochen gelernt, dass wir auf einem kranken Planeten nicht gesund leben können.» Die Vision von Papst Franziskus einer «integralen Ökologie» fordere eine solche Solidarität ein. Die Ordensoberen kritisieren das anfängliche Zögern, den Ländern des Südens, die mit dem Virus kämpften, zu Hilfe zu kommen. «Glücklicherweise hat die Union den Weg zurück zur praktischen Solidarität gefunden - vorerst. Mittelfristig wird die Herausforderung darin bestehen, die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie anzugehen. Dies wird unweigerlich eine gewisse Umverteilung des Reichtums von den reicheren zu den ärmeren Ländern mit sich bringen.» Die Provinziäle weisen auch auf die Not von Flüchtlingen und Asylsuchenden in ganz Europa hin. Der Aufruf zur Solidarität «muss sich dringend auch auf sie erstrecken», insbesondere auf diejenigen, die in Lagern in der gesamten EU eingesperrt sind.

«Die Europäische Union steht heute vor einer epochalen Herausforderung, von der nicht nur ihre Zukunft, sondern die der ganzen Welt abhängt», zitieren die Provinziäle die Osterbotschaft von Papst Franziskus. Aus Sicht des Jesuitenordens besteht die wichtigste Herausforderung darin, eine europäische Solidarität zu pflegen, die eine globale Solidarität vorwegnehme. «Wir rufen heute zu einem Schuldenerlass für ärmere Länder auf, zu mehr humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit, wobei die Militärausgaben in das Gesundheits- und Sozialwesen umgeleitet werden sollten.»

Die Krise sei eine geistliche Gelegenheit zur Bekehrung. «Wir müssen die Zeit nutzen, um auf einen radikalen Wandel hinzuarbeiten.»

Die Erklärung der Provinziäle im Wortlaut

 


JWL macht Lehrpersonen fit fürs Online-Lernen

von Pia Seiler

Jesuit Worldwide Learning mit Sitz in Genf hat grosse Erfahrung mit digitaler Bildung: JWL betreibt universitäre Lernprogramme für Benachteiligte und Flüchtlinge in Lagern und Krisenregionen. 

Auch hierzulande ist Bildung zur Herausforderung geworden. «Wir machen seit Jahren genau das, was unsere Schulen derzeit vor neue Aufgaben stellt: den Unterricht erfolgreich digital und interaktiv zu gestalten», sagt Pascal Meyer (36), Jesuit aus Zürich und seit 2018 bei JWL engagiert.
Deshalb hat JWL mit der Seitwerk GmbH und der Universität Eichstätt-Ingolstadt den vierwöchigen Einführungskurs für den deutschsprachigen Raum angepasst. Das Angebot richtet sich an:  

  • Lehrkräfte aller Schultypen/Institutionen. Der Fokus liegt auf dem didaktisch sinnvollen Einsatz digitaler Lernwelten.
  • Unterrichtskonzepte werden erarbeitet, ausprobiert und durch Betreuer konstruktiv weiterentwickelt. Professoren, Dozenten, postgraduierte Studierende stellen die tutorielle und fachliche online-Betreuung sicher.
  • zertifizierte Bestätigung der Universität Eichstätt-Ingolstadt nach erfolgreichem Absolvieren.
  • Kurs: 27. April bis 22. Mai 2020, Kosten: 30 CHF. Weitere Kursdaten in Planung.
  • Anmeldung hier, Code 391, weitere Fragen beantwortet Dr. Stefan Hengst SJ
    stefan.hengst@jwl.global

Jesuit Worldwide Learning bietet im globalen Süden ein unschätzbares Angebot, erst recht mit Blick auf Corona- und Postcorona-Zeiten: Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu einer Universität. «Dabei haben sehr viele das Talent und den Willen zu studieren», sagt Pascal Meyer. Weitere Informataionen zu JWL finden Sie hier.

Bilder aus dem Dzaleka Camp in Malawi


Spirituelle Impulse, geistlichen Beistand, inspirierender Lesestoff der Schweizer Jesuiten in Corona-Zeiten

von Pia Seiler

Wir sind zurzeit aufgerufen, Distanz zu halten zu unseren Familien, Freunden, geliebten Menschen – und sind einander doch oft so nah wie selten. Auch Gott mag vielen von uns präsenter sein denn je, gerade in diesen Tagen um Ostern. Wohl auch, weil die vertrauten gemeinsamen Feiern, Gottesdienste, Meditationsrunden, die geplanten spirituellen Einkehrtage und Kurse derzeit nicht möglich sind.

Einkehr, Meditation, Gebet, Stille des Herzens, Zwiegespräch mit Gott – wie immer das Menschen nennen, sind natürlich nach wie vor möglich. Die Jesuiten der Schweiz möchten Sie dabei unterstützen und bieten per Telefon, Post und via modernen Kommunikationsmitteln spirituelle Impulse, geistlichen Beistand, inspirierenden Lesestoff.

Sie sind auf der Webseite der Schweizer Provinz der Jesuiten, deshalb zunächst die Angebote des Provinzialats, geleitet von Christian Rutishauser SJ. Die Angebote der weiteren Werke der Jesuiten in der Schweiz sind alphabetisch geordnet.

Provinzialat der Schweizer Jesuiten
Hirschengraben 74, 8001 Zürich, 044 266 21 15, redaktion@jesuiten.ch

Alle Initiativen zeitnah auf jesuiten.ch

 

aki Zürich, katholische Hochschulgemeinde 
Hirschengraben 86, 8001 Zürich, 044 254 54 60, info@aki-zh.ch

Das Kernteam des aki bleibt erreichbar:

  • Franz-Xaver Hiestand SJ, Leiter des aki, Hochschulseelsorger, franz-xaver.hiestand@aki-zh.ch, 044 254 54 66
  • Christian Schenker, Hochschulseelsorger, christian.schenker@aki-zh.ch, 044 254 54 69
  • Rachel Philipona, Betriebsleitung, rachel.philipona@aki-zh.ch, 044 254 54 61

Je nach Bundes-Auflagen und Möglichkeiten plant das aki Angebote für die Kar- und Ostertage. Informationen zeitnah auf der Webseite des aki

 

Hochschulseelsorge Horizonte Luzern
Frohburgstrasse 3, Postfach 4466, 6002 Luzern, 041 229 51 02, horizonte@unilu.ch

Der Treff Leo 15 bleibt geschlossen.

Webseite Hochschulseelsorge Horizonte Luzern

 

kug Basel: Kath. Universitätsgemeinde, Studentenhaus und Borromäum

Herbergsgasse 7, 4051 Basel, 061 264 63 63, studentenhaus@unibas.ch

Das Studentenhaus an der Herbergsgasse 7 ist bis mindesten 19. April für auswärtige Besucher geschlossen. Die Kapelle ist nur noch für Bewohner des Wohnheims zugänglich. Im Haus sind zurzeit nur rund ein Drittel der 76 Studierenden anwesend. 
Auch die Kapelle im Studenten- und Lehrlingsheim Borromäum am Byfangweg 6 ist unterdessen zum Schutz der dort lebenden älteren Mitbrüder geschlossen.

  • Hochschulseelsorger Beat Altenbach SJ feiert jeden Abend einen Gottesdienst in der Kapelle des Studentenhauses. Externe können ihm dazu Fürbitten und Gebetsanliegen schicken. Zahlreich sind zudem die Gespräche und Kontakte mit Freunden des Hauses über das Telefon und andere Medien.
  • Auf der Webseite der Katholischen Universitätsgemeinde kug ist eine Seite mit spirituellen Impulsen und Gebeten im Alltag zu finden.
  • Aktuelle Informationen, Beiträge und Impulse finden sich auch auf der Facebook-Seite der Unigemeinde kug: www.facebook.com/kug.unibas/

Kontakt für Gebetsanliegen (Postadresse siehe oben): beat.altenbach@kath.ch

 

Jesuitenbibliothek Zürich
Hirschengraben 74, 8001 Zürich, 044 266 21 18, info@jesuitenbibliothek.ch

Bis auf Weiteres bleibt die Jesuitenbibliothek geschlossen.

  • Ein reduzierter Bibliotheksbetrieb per E-Mail oder Telefon bleibt bestehen. Benutzerinnen und Benutzer können Bücher zur Ausleihe vorbestellen und zur vereinbarten Zeit im Vorraum der Bibliothek abholen.  Dazu steht dort ein Bücherwagen, ebenfalls für Bücherrückgaben.
  • Auf Anfrage sind auch Scans per E-Mail möglich; notfalls werden auch Fotokopien verschickt.
  • Das zur Bibliothek gehörende Konferenzzimmer kann bei Einhaltung der Bundes-Vorgaben nach Absprache genutzt werden.

Die Eingangstüre Hirschengraben 74 ist zu den gewohnten Zeiten offen, ebenso ist das Telefon bedient: Di / Mi 10 –18 Uhr, Do 10–20 Uhr. Webseite der Jesuitenbibliothek

 

Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS Schweiz
Hirschengraben 74, 8001 Zürich, 044 266 21 26, christoph.albrecht@jesuiten.org

Christoph Albrecht SJ hält unter erschwerten Bedingungen die persönlichen Kontakte zu geflüchteten Menschen aufrecht. Er hat dazu im Fenster Solidarität auf jesuiten.ch ein Statement verfasst. Webseite Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz

 

Jesuitenkirche Luzern
Bahnhofstrasse 11A, 6003 Luzern

Gottesdienste dürfen keine stattfinden, aber die Kirche bleibt für das stille Gebet geöffnet:  6.30 - 18.30 Uhr, (Mo und Do wegen Reinigungsarbeiten erst ab 9.30 Uhr). Webseite Jesuitenkirche

 

Lassalle-Haus
Lassalle-Haus Bad Schönbrunn, 6313 Edlibach, 041 757 14 14, info@lassalle-haus.org

Die Stille hat auch den internen Betrieb des Lassalle-Hauses erfasst.

Webseite des Bildungszentrums Lassalle-Haus

 

Stiftung Jesuiten weltweit Schweiz
Hirschengraben 74, 8001 Zürich, 044 266 21 30, prokur@jesuiten-weltweit.ch

Das weltweit tätige Hilfswerk der Schweizer Jesuiten führt seine Arbeit wie bisher weiter. Die Kontakte zu allen Projektpartnern werden weiterhin gepflegt und Projekte ermöglicht. Die Kommunikation zu den Spenderinnen und Spendern und weiteren Partnerinnen und Partnern läuft weiter. Das Hilfswerk ist über Telefon, Mail, Post erreichbar. Wir danken für die Zeichen der Anteilnahme und Verbundenheit und geben diese auch gerne weiter. Missionsprokurator Toni Kurmann SJ ist auch Superior der Jesuiten-Kommunität Hirschengraben und steht für seelsorgerliche Gespräche zur Verfügung. toni.kurmann@jesuiten-weltweit.ch

  • Die Zeitschrift Jesuiten weltweit zu Ostern 2020 mit dem Titelthema «Christen im Nahen Osten» ist per Telefon oder Mail bestellbar oder hier herunterzuladen. 

Webseite Jesuiten weltweit

 

Spirituelle Impulse, geistlichen Beistand, inspirierender Lesestoff der Jesuiten in der Westschweiz

 


Licht und Auferstehung an Ostern

von Pia Seiler

Noch ist nicht klar, wie es in unserem Land während der Corona-Krise weitergeht, doch werden Veranstaltungen wohl kaum so schnell wieder zugelassen. So bleiben auch die Türen vom Lassalle-Haus Bad Schönbrunn weiterhin zu. Gleichwohl steht die Kapelle und der Park von Bad Schönbrunn ob Zug als Rückzugsort zur Verfügung.

Jesuiten und Hausgemeinschaft sind fest mit den Menschen im Land verbunden. Wer will, kann seine Gebetsanliegen dem Lassalle-Haus zukommen lassen. Die Fürbitten werden in die tägliche Meditation (6.30 – 7.30/ 12-12.15) sowie den täglichen Gottesdienst (17.40 – 18.30) hineingetragen; eine erste Anzahl wurde in der Osternacht dem Osterfeuer übergeben. Hier gelangen Sie zu der Ostersonntag-Predigt von P. Bruno Brantschen SJ: Video sowie Text.

Auf lassalle-haus.org gelangen Sie zu Impulsen von Jesuiten und Kursleitenden. Des Weiteren können Menschen in Not mit einer Handvoll Personen vom Lassalle-Haus in Kontakt treten.


Osterappell an den Bundesrat: Aufnahme von 5000 Geflüchteten aus griechischen Lagern

von Pia Seiler

Auch Asylsuchende hier bei uns brauchen dringend besseren Pandemie-Schutz: Christoph Albrecht SJ im kath.ch-Interview

Zehntausende Geflüchtete leben zurzeit auf Griechenlands Inseln und Festland in geschlossenen, überfüllten Lagern. Die Festung Europa liefert sie seit Monaten Hunger, Krankheiten, Gewalt und Sterben aus – die Pandemie bildet nun eine zusätzliche, verheerende Gefahr.

Jesuit Christoph Albrecht betont immer wieder, dass auch unser Land hier einen Beitrag zur Linderung leisten müsse. Seine Forderungen erhalten in der Corona-Krise besondere Dringlichkeit. Er äussert sich dazu im Interview von Barbara Ludwig auf kath.ch und in der SRF2-Radiosendung Kultur Kompakt vom 20.4.2020

Unser Land tue viel zu wenig, um Asylsuchende vor dem Corona-Virus zu schützen. Er kritisiert des Weiteren den Entscheid der Justizministerin, unsere Grenze für Asylsuchende zu schliessen. Die Schweiz betreibe zurzeit so genannte «Push-Backs», die direkte Abschiebung von Flüchtlingen an der Grenze, «ein Verstoss gegen die Genfer UNO-Flüchtlingskonvention». Aus christlich-ethischer Perspektive halte er sich da an die Juristinnen und Juristen, die das genau so sehen.

Christoph Albrecht ist verantwortlich für den Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz und Mitgründer von migrationscharta.ch, ein Netzwerk aus Zivilgesellschaft und Kirchen. Die Migrations-Charta ruft den Bundesrat auf, in diesen Tagen ein klares Zeichen zu setzen: In ihrem Osterappell fordert migrationscharta.ch die Landesregierung auf, 5000 Menschen aus den griechischen Lagern als Asylsuchende in der Schweiz aufzunehmen. «Es sind Frauen, Männer, Kinder, die alles verloren haben – darunter zahlreiche Kinder ohne Familienmitglieder, die schutzlos dem rauen Lager-Alltag ausgesetzt sind», so Albrecht.

Die Migrations-Charta hält fest: «Aufnahmekapazitäten sind da und werden auch mit einer grossen Zahl von direkt aus Griechenland Aufgenommenen nicht ausgelastet sein. Überall in der Schweiz können Städte, Gemeinden und Kirchgemeinden, kirchliche und nichtkirchliche Hilfsorganisationen diese Menschen empfangen und betreuen. Wir sind bereit und warten auf ein hoffnungsträchtiges Ja des Bundesrats zu einer grosszügigen, grenzüberwindenden Solidarität mit den Schwächsten. Das Leben und nicht der Tod soll das letzte Wort haben!»

Das Netzwerk, gegründet 2015, besteht aus einer Gruppierung evangelisch-reformierter und römisch-katholischer Theolog*innen, die eine neue Migrationspolitik aus biblisch-theologischer Perspektive fordern. Christoph Albrecht SJ, Li Hangartner, Wolf Südbeck-Baur, Nicola Neider, Paul Leuzinger, Verena Mühlethaler, Pierre Bühler – die Liste der Erstunterzeichner der Charta ist lang. Mehr als 900 Menschen haben sie mittlerweile mitunterzeichnet.

Hier gelangen Sie auf die Seite vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz und können den Osterapell unterschreiben

Auch die Leitungen der drei Landeskirchen fordern einen Akt der Humanität, hier mehr darüber.

Bild: Dhaya Eddine Bentaleb

Video-Reihe: Spiritueller Zwischenhalt – von Palmsonntag bis Ostern

von Pia Seiler

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben

Das Gedenken an Jesu letzte Tage in Jerusalem, sein Tod durch Kreuzigung und seine Auferweckung von den Toten durch den Gott des Lebens stehen im Zentrum des christlichen Glaubens. 

Angesichts der derzeitigen Einschränkungen wegen des Corona-Virus sind spirituelle Impulse für die Heilige Woche umso wichtiger. Sie sollen anregen, zu Hause den Glauben zu feiern oder ihm wieder neu auf die Spur zu kommen.

Sie finden auf dieser Seite eine Video-Begleitung von Provinzial Christian Rutishauser SJ zu 

Jesu Einzug in Jerusalem – Palmsonntag
Jesus im Tempel in Jerusalem – Dienstag der Karwoche
Abendmahl Jesu – Gründonnerstag
Kreuzverehrung – Karfreitag
Wachen –  Osternacht
Auferstehungs-Feier – Ostersonntag

Die Jesuiten der Schweiz wünschen Ihnen besinnliche Kartage und ein frohes Osterfest.


«Die Lage für Asylsuchende ist in der Corona-Krise nicht zu verantworten»: Statement von Christoph Albrecht SJ

von Pia Seiler

Christoph Albrecht SJ ist seit 10 Jahren für den Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz verantwortlich. Er ist mit zivilgesellschaftlichen Gruppierungen vernetzt, begleitet Geflüchtete in prekärer Lage und besucht regelmässig das so genannte Rückkehrzentrum RKZ Glattbrugg – er kennt sich im Flüchtlingsbereich Schweiz fundiert aus und schreibt unter anderem auch im Blog der Schweizer Jesuiten darüber.

Frau Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat angekündigt, Flüchtenden den Zutritt auf Schweizer Territorium zu verbieten. Ohne ihre Situation anzuhören. Das widerspricht dem humanitären Völkerrecht, was die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH zu einer Protestnote veranlasst hat.

Am 1. April 2020 bekräftigte der Bundesrat seine Haltung. In seiner Medienmitteilung teilt der Bundesrat zudem mit, genügend Massnahmen zur ansteckungs-sicheren Unterbringung von Asylsuchenden anzuordnen. Des Weiteren kündet der Bundesrat an, die Asyl- und Wegweisungsverfahren auch während der Corona-Krise durchzuführen.

Dazu Christoph Albrecht SJ, verantwortlich für den Jesuiten-Flüchtlingsdienst Schweiz«Die Lage für Asylsuchende in der Schweiz, an unserer Landesgrenze, in den Flüchtlingslagern an den Grenzen der EU ist besonders in der Corona-Krise nicht zu verantworten». Im Folgenden seine Stellungnahme. 

 

31. März 2020: Statement Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS Schweiz

Forderung nach angemessener Flüchtlingspolitik in der Zeit von CoViD-19

In der Schweiz:

Die Situation in den Rückkehrzentren ist in diesen Wochen seit Ausbruch der Corona-Krise nicht zu verantworten: im Kanton Zürich finde ich schlechte hygienische Bedingungen vor, zu grosse Wohndichte, zu kleine bzw. zu wenige Küchen gemessen an der Zahl der Benützer*innen.

Die bis zum 30. März getroffenen Massnahmen sind unzureichend und entmündigend: Catering statt selber kochen (keine Rücksicht auf Diätkost-Abhängige, was gefährlich ist für durch andere Krankheiten Betroffene); Vorschriften, wer welche WCs benützen darf; Besuchs- und Ausgangsverbot; Entzug der eh schon minimalen Bargeldzuteilung.

Die vom Kanton beauftrage Betreuungsfirma ORS wie auch Sozialdienst und Migrationsamt sind je auf ihre Weise mit der aktuellen Situation überfordert. Entweder gibt es keinen Plan, oder ihre Pläne versagen beim Versuch, diese ohne Hilfe zivilgesellschaftlicher Organisationen umzusetzen. Solinetz, SFH, SosF etc. erhalten unzureichende Informationen oder werden mit zweideutigen Aussagen aufgefordert, sich selbst um die Leute zu kümmern. Ein Beispiel: die lakonische Einladung eines Sicherheitsdirektors an eine kleine Organisation, die praktisch nur mit Freiwilligen arbeitet, doch selber Wohnräume zur Verfügung zu stellen, ohne die schikanösen Bedingungen für die Betroffenen zu lockern.

In allen Bereichen der Gesellschaft, im Gesundheitswesen, Wirtschafts- und Sozialbereich, in der Grundversorgung werden Massnahmen ergriffen. Dies in grosser Freiheit gegenüber der sonst üblichen Gesetzeslage. Zum Glück! Und sie zeigen, wo die Prioritäten liegen: beim Schutz der Menschen vor der Epidemie.

Nur im Asylwesen liegt die Priorität weiterhin bei der totalen Kontrolle über die betroffenen Menschen.

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS Schweiz erwartet von den Behörden, auf die Forderungen verschiedener humanitärer und solidarischer Organisationen einzugehen:

  • Klare Anweisungen an die ORS und andere Betreuungsorganisationen, über ihr chronisches Sparbudget hinaus Massnahmen zu ergreifen, die es den Nothilfeempfänger*innen erlauben, sich physisch und psychisch vor dem Virus und allen seinen sozialen Folgen ebenso zu schützen, wie das dem Rest der Bevölkerung zugemutet und zugestanden wird!
  • Mutige Schritte zum Schutz der abgewiesenen oder vorläufig aufgenommen Flüchtlinge. Konkret: die weitgehende Auflösung der Lagersituation durch Unterbringung in den Wohnungen, die es den Familien oder Einzelpersonen erlaubt, selbst Verantwortung für ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Nachbar*innen zu übernehmen.
  • Sofort zu handeln: die bereits infizierten Bewohner*innen (bzw. Familien als Ganze) von den anderen trennen, Tests allen zugänglich machen und sie aus der Gefahrensituation befreien, bevor sich die Krankheit auf alle ausbreitet!
  • Für diejenigen, die noch stärker isoliert werden also sonst, die kommunikationstechnischen Mittel (sprich Internet) für die sozialen Kontakte zur Verfügung stellen!

Dazu ein Pressebericht aus dem Durchgangszentrum in Adliswil ZH: «Meine Frau hat Covid-19, bitte helfen Sie uns»

Im Kanton Aargau ist Handlungsbedarf, dazu ein Bericht in der Aargauer Zeitung: «Social Distancing ist in Asylunterkünften unmöglich: Zwei Geflüchtete berichten über ihre Sorgen»

 

An den Schweizer Grenzen:

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS Schweiz steht hinter der Einschätzung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe SFH, dass Menschen, die auf dem Landweg bis zur Schweizergrenze gelangen, um in der Schweiz ein Asylgesuch zu stellen, diese Möglichkeit nicht verwehrt werden darf. JRS Schweiz fordert von Frau Bundesrätin Karin Keller-Sutter, dass sie ihren Entscheid, Flüchtenden den Zutritt auf Schweizer Territorium zu verbieten, ohne ihre Situation anzuhören, erstens revidiert und zweitens die international geächteten Push backs verhindert.

Dazu ein Bericht des Schweizer Fernsehens

 

In den Flüchtlingslagern an den Grenzen der EU (Schengenraum, auch die Schweiz ist Teil davon):

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS Schweiz stellt sich hinter die Forderungen verschiedenster Ethiker*innen, Journalist*innen, humanitärer Organisationen, die ein entschlossenes Vorgehen in den Flüchtlingslagern an den Grenzen der EU (und des Schengen-Raums, dem die Schweiz angehört) fordern. Damit diese Lager nicht zu Gettos werden, müssen die Betroffenen evakuiert werden, BEVOR die Seuche ausbricht!

 

Offene Briefe, Presseberichte, Petitionen zur Notlage geflüchteter Menschen in der Schweiz:

Offener dringlicher Brief der ZiAB «Zivilgesellschaft in Asyl-Bundeszentren»

Kommentar in der NZZ von Andreas Ernst: «Das Coronavirus bedroht die völlig ungeschützten Bewohner der Migrantenlager in Griechenland. … Nicht trotz, sondern wegen der Corona-Krise ist die Zeit gekommen, rasch und entschieden zu handeln.»

Offener Brief der universitären Expertengruppe Evacuate. Moria. Now.  an die Europäische Kommission und an den European Emergency Response Coordinator

Petition der zivilgesellschaftlichen Organisation change.org

 

Zimmer im Rückkehrzentrum RKZ Hinteregg ZH

«Der Andere und die Begrenztheit gehören zum Leben – so wie der Tod»: Christian Rutishauser in der NZZ

von Pia Seiler

«Wer nur in Krisenzeiten vom Eingreifen Gottes spricht, hat von einem Gott, der Barmherzigkeit und Gnade will, nichts verstanden», schreibt Christian Rutishauser SJ in seinem aktuellen Beitrag in der NZZ.  Nicht in der Krise, vielmehr «im Guten und Schönen des täglichen Lebens» wird das Fundament des Humanen einer Gesellschaft gelegt. «Tugenden müssen eingeübt, Strukturen entwickelt und verbessert werden. Nur so kann in Extremsituationen eine breite Solidarität tragen», so Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten.

Auch die Logistikkette der NZZ ist von der Corona-Krise betroffen. Der Seitenumfang der NZZ-Printausgabe wurde bisher von Tag zu Tag reduziert, und so ist der Beitrag von Christian Rutishauser nur online zu lesen.

Hier gelangen Sie zu seinem Beitrag im Feuilleton der NZZ vom 26.3.2020.


Video-Botschaft von Pater General Arturo Sosa SJ zur Corona-Krise

von Pia Seiler

Die Corona-Krise zeigt uns in aller Deutlichkeit: Wir sind eine Menschheit. «Jeder Mensch, jedes Volk, jede Kultur, die zur menschlichen Vielfalt beiträgt, ist Teil dieser einen, vielfältigen, reichen und voneinander abhängigen Menschheit», sagt Pater Arturo Sosa SJ, Generaloberer der weltweit gut 15 000 Jesuiten. In einer Video-Botschaft in vier Sprachen richtet er sich an die Menschen: Der gebürtige Venezolaner gibt Antworten, wie wir diese Krise meistern, wie es weitergehen, wie wir als Menschheitsfamilie auch Stärkung erfahren können.

Hier seine Video-Botschaft auf Englisch sowie den Wortlaut auch auf Deutsch.
Die Versionen auf Französisch, Italienisch und in Arturo Sosas Muttersprache Spanisch finden Sie hier.

 

What part of the path to God is the COVID-19 epidemic showing us?

The current experience of COVID -19 is showing us many things about ourselves and our world. In particular, I want to focus on how it is lighting up various aspects of our path to God and how, even in difficult times, there is consolation to be found.

First of all, it is showing us that we are one humanity. Every human being, every people, each culture that contributes to human diversity is part of this one, varied, rich and interdependent humanity.

It is showing us how overcoming a crisis is possible. It is possible when we become aware of the importance of looking after the Common Good and taking seriously our own individual responsibility. We can only live as one body. Separately, for each person or each people on their own, it is impossible.

It is showing us that there is no difference in age, race, religion or social status within our one humanity. Each and every one of us is part of it, no one is left out, no one of us can do without the others.

It is showing us that we want to walk together. We are all concerned, we help each other to overcome fears and anxieties. Each one of us is looking for a way to lend a hand, starting by putting what we ourselves want in second place and accepting the measures and sacrifices that allow us to contribute to the good of all.

It is showing us the competence and generosity of those who are in the front line, caring for those affected, seeking solutions or making difficult decisions for the good of all. It is showing us the sensitivity of so many people or organizations and the enormous reserve of solidarity that exists:  in young people, in adults and in the elderly, in all corners of human society.

It is showing us the power of faith, the strong bonds that unite believers, the love of Jesus Christ that impels us, reconciles us and unites us. There are so many people praying together on social media. They want to profess their faith, that faith which they feel in the depths of their hearts and which they cannot keep to themselves.

I have been receiving information about the many creative initiatives that have been taken both in the provinces, regions, communities and apostolic works of the Society of Jesus... as well as in collaboration with others. I thank the Lord for all of this.  I encourage you to continue looking for the best ways to be close to those in need, in order to continue to walk the common path together.

I join in the prayer of the whole body of the Society of Jesus, of the Catholic Church, of all Christian Churches, of other religions or beliefs and of all those who, with their attitude of solidarity, are looking for and are finding appropriate ways to continue to lend a hand.

We do not know how long this stretch of the road is or what will follow after. So, let us ask for light to see the way forward and the grace that we need to walk it as brothers and sisters, in solidarity with the whole of humanity and with the planet on which we live.

May the Lord bless us and keep us as we walk this journey together. AMEN

 

Welches Wegstück zu Gott zeigt uns die COVID-19-Pademie?

Die aktuelle Erfahrung von COVID-19 zeigt uns vieles über uns selbst und unsere Welt. Insbesondere möchte ich mich darauf konzentrieren, wie diese Erfahrung verschiedene Aspekte unseres Weges zu Gott beleuchtet und wie selbst in schwierigen Zeiten Trost zu finden ist.

Zunächst einmal zeigt die Erfahrung von COVID-19 uns, dass wir eine einzige Menschheit sind. Jeder Mensch, jedes Volk, jede Kultur, die zur menschlichen Vielfalt beiträgt, ist Teil dieser einen, vielfältigen, reichen und voneinander abhängigen Menschheit.

Die aktuelle Erfahrung zeigt uns, wie eine Krise überwunden werden kann. Es ist möglich, wenn wir uns bewusst werden, wie wichtig die Sorge um das Gemeinwohl ist, und unsere eigene individuelle Verantwortung wahrnehmen. Wir können nur als ein Körper leben. Getrennt, jede Person oder jedes Volk für sich allein, ist es unmöglich.

Sie zeigt uns, dass es innerhalb unserer einen Menschheit keinen Unterschied bezüglich Alter, Rasse, Religion oder sozialem Status gibt. Jeder und jede von uns ist ein Teil davon, niemand wird ausgeschlossen, niemand von uns kann auf die anderen verzichten.

Sie zeigt uns, dass wir gemeinsam vorangehen wollen. Wir sind alle besorgt, wir helfen uns gegenseitig, Ängste zu überwinden. Jeder von uns sucht nach einem Weg, einander zu stützen, indem wir das, was wir selbst wollen, hintanstellen und die Maßnahmen und Opfer akzeptieren, die es uns ermöglichen, zum Wohl aller beizutragen.

Sie zeigt uns die Kompetenz und Großzügigkeit derjenigen, die an vorderster Front stehen, sich um die Betroffenen kümmern, Lösungen suchen oder schwierige Entscheidungen zum Wohle aller treffen. Sie zeigt uns die Sensibilität so vieler Menschen oder Organisationen und die enorme Solidaritätsreserve, die es gibt: bei jungen Menschen, bei Erwachsenen und bei älteren Menschen, in allen Teilen der Gesellschaft.

Sie zeigt uns die Kraft des Glaubens, die starken Bindungen, welche die Gläubigen vereinen, die Liebe Jesu Christi, die uns antreibt, versöhnt und vereint. Es gibt so viele Menschen, die über soziale Medien gemeinsam beten. Sie wollen ihren Glauben bekennen, jenen Glauben, den sie in der Tiefe ihres Herzens spüren und nicht für sich behalten können.

Ich habe Informationen über die vielen kreativen Initiativen erhalten, die sowohl in den Provinzen, Regionen, Gemeinschaften und apostolischen Werken der Gesellschaft Jesu als auch in der Zusammenarbeit mit anderen ergriffen wurden. Ich danke dem Herrn für all dies. Ich ermutige Sie, weiterhin nach den besten Wegen zu suchen, den Bedürftigen nahe zu sein, um den gemeinsamen Weg fortzusetzen.

Ich schließe mich dem Gebet des gesamten Leibes der Gesellschaft Jesu, der katholischen Kirche, aller christlichen Kirchen, anderer Religionen oder Glaubensrichtungen und all jener an, die mit ihrer solidarischen Haltung nach geeigneten Wegen suchen und finden, um weiterhin Hilfe zu leisten.

Wir wissen nicht, wie lang dieser Wegabschnitt dauert und was danach folgen wird. Bitten wir also um Licht, um den Weg nach vorn zu sehen, und um die Gnade, die wir brauchen, um ihn als Geschwister zu gehen, in Solidarität mit der ganzen Menschheit und mit dem Planeten, auf dem wir leben.

Möge der Herr uns segnen und bewahren, während wir diesen Weg gemeinsam gehen. AMEN


Gedenken an den ermordeten Menschenrechtsaktivisten Luis Espinal SJ

von Pia Seiler

Am 22. März 1980 wurde Luis Espinal in Bolivien entführt, gefoltert und ermordet. Zuvor hatte sich der Jesuit und Menschenrechtsaktivist an einem politischen Fasten beteiligt. Hier gelangen Sie zum Gedenkbeitrag von Christoph Albrecht SJ, der über Leben und Wirken von P. Luis Espinal SJ promovierte («Den Unterdrückten eine Stimme geben», Luzern 2005,129-130.138.155.191.212).

1932 bei Manresa in Katalonien geboren, trat Luis Espinal als 17-Jähriger in den Jesuitenorden ein und wirkte ab 1968 in Bolivien. Espinal wurde in seinem politischen Kampf um Gerechtigkeit vom tiefen Glauben an die Menschenfreundlichkeit Gottes geleitet.
Seine Bereitschaft, von den Ärmsten zu lernen, war Ausdruck eines starken Identifikationsprozesses mit dem bolivianischen Volk. Immer wieder setzte er Zeichen, die ihn für die harte Alltagswirklichkeit der kleinen Leute empfänglich werden liessen. So zog er es vor, wie diese zu Fuss zu gehen, auch bei Regen und Schlamm. Seine Antwort auf das Angebot eines Bekannten, der im Auto vorbeifuhr, ist bezeichnend: «Weisst du, heute will ich keine Bequemlichkeiten oder Privilegien. Heute will ich mit dem Volk gehen.»

Bild: Hungerstreik vom Januar 1978, ganz rechts Luis Espinal SJ.