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"Lieben heisst alles geben", lautet der Titel eines neuen Buchs mit Glaubens-zeugnissen von 80 Ordensleuten.

von Regula Lutz

© Georges Scherrer 2015, kath.ch

Das mit einer geplanten Auflage von fünf Millionen Exemplaren erschienene Werk enthält die Glaubenszeugnisse von 80 Westschweizer Ordensleuten. Jesuitenpater Albert Longchamp aus Genf hat dazu einen einleitenden Text geschrieben, der unter der Überschrift „Hymne an die Hoffnung“ zur Lektüre der sehr persönlich formulierten Beiträge von Angehörigen unterschiedlicher katholischer Frauen- und Männerorden einlädt.

Das mit einer geplanten Auflage von fünf Millionen Exemplaren erschienene Werk enthält die Glaubenszeugnisse von 80 Westschweizer Ordensleuten. Jesuitenpater Albert Longchamp aus Genf hat dazu einen einleitenden Text geschrieben, der unter der Überschrift „Hymne für die Hoffnung“ zur Lektüre der sehr persönlich formulierten Beiträge von Angehörigen unterschiedlicher katholischer Frauen- und Männerorden einlädt.

„Die Ordensleute berichten in dem Buch über ihre Beweggründe, warum sie in einer religiösen Gemeinschaft leben, und was sie am Glauben besonders fasziniert“, sagt Pater Longchamp. „Das Werk richtet sich besonders an jene Menschen, die unser Ordensleben gar nicht kennen. Es soll Interesse wecken und – nicht ohne Humor – dazu anregen, Neues zu entdecken.“ Durch Papst Franziskus, der den Erfolg des Buches zu seinem Anliegen machte, habe das Projekt eine unerwartete Eigendynamik bekommen.

In seinem Buchbeitrag schreibt Pater Longchamp: „Seit einem halben Jahrhundert lebe ich im Jesuitenorden. Ohne Stolz wage ich zu sagen, dass das ,geweihte Leben’ in seinen vielfältigen Formen die Beschützerin des christlichen Glaubens inmitten der profanen Gesellschaft ist.“ Ein Leben im Kloster, in „ständiger Gemeinschaft mit ihren Grenzen und allen möglichen Schwächen“, heisse, ein Risiko einzugehen, so Pater Longchamp weiter. Es bedeute aber auch, „in die Radikalität des Lebens einzugehen, die Jesus von seinen ersten Jüngern verlangt hat.“

Herausgeber des reich bebilderten, im Fribourger Saint-Augustin-Verlags erschienenen Buches ist der Westschweizer Verein „La Vie Consacrée“. Der Papst hatte diesen vorab dazu ermuntert, das Werk in hoher Auflage zu verbreiten. Er regte zudem eine Titeländerung an. In seinem Vorwort betont Franziskus: „Unsere Berufung ist es nicht, heldenhafte Taten zu vollbringen oder hochtrabende Worte zu machen, sondern die Freude zu bezeugen.“

Das Nachwort steuerte Alt-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey bei. Sie schreibt darin: „Aufgrund der verschiedenen Zeugnisse sehe ich das religiöse Engagement gleichzeitig als eine Lektion der Demut, eine Hingabe des Lebens im Dienst der andern, einen Ausdruck der Liebe, einen Akt des Vertrauens zu seinen Nächsten.“

Wie der Initiant des Projekts, Daniel Pittet, mitteilte, wird das Buch in insgesamt neun Sprachen erscheinen, unter anderem in Chinesisch und – auf besonderen Wunsch des Papstes – auch in Arabisch. Bereits vor zwanzig Jahren hatte Pittet, der als Bibliothekar an der Universität Fribourg arbeitet, ein Buch über das Leben in Schweizer Klöstern verfasst. Sein neues Projekt, heisst es in Medienberichten, sprenge für Schweizer Dimensionen alle Grenzen.

Am 12. April sollen anlässlich eines Gottesdienstes zu dem von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahr des geweihten Lebens“ 100’000 Exemplare des Buches auf dem Petersplatz kostenlos verteilt werden.

Elmar zur Bonsen

 


Er prägte die aufstrebende Gesellschaft Jesu stark. - Claudio Aquaviva SJ (*14.9.1543, † 31. Januar 1615)

von Regula Lutz

Vor 400 Jahren starb P. Claudio Aquaviva SJ. Er war der fünfte Generalobere des Jesuitenordens und der erste, der nicht aus Spanien stammte. In seiner Amtszeit wuchs der junge Orden rasant. Aquaviva regelte das Schulwesen des Ordens neu und die Art, wie die Jesuiten die Exerzitien leiten und begleiten sollten. Mit seinen Anweisungen, seelische Krankheiten zu behandeln, dürfte er auch den heutigen Papst Franziskus beeinflusst haben.

Heute vor 400 Jahren starb Claudio Aquaviva am 31. Januar 1615 in Rom. Als jüngster Sohn eines süditalienischen Herzogs am 14. September 1543 geboren, trat Aquaviva nach dem Studium in den kirchlichen Dienst und wurde päpstlicher Kammerherr. Als im Jahr 1566 die Pest Rom heimsuchte, war er vom Einsatz der Jesuiten so beeindruckt, dass er im Juli 1567 in die Gesellschaft Jesu eintrat. Er wurde Philosophieprofessor, Rektor, Provinzial und ist 1581 im Alter von 38 Jahren zum 5. Generaloberen gewählt worden. In den 35 Jahren seiner Amtszeit wuchs der Jesuitenorden rasant, von 5.000 auf über 13.000 Ordensmitgliedern bei seinem Tod. Große Missions-Unternehmungen standen im Mittelpunkt seines Generalates: die China-Mission mit dem Versuch einer Adaptation und Inkulturation des christlichen Glaubens (Matteo Ricci), die den sog. „Ritenstreit“ auslöste, die Indien-Misssion mit dem Versuch von Religionsgesprächen (Roberto de Nobili) und die Reduktionen in Lateinamerika, besonders in Paraguay.

Das Grundanliegen Aquavivas war daher die Erneuerung des Ordens und die Bewahrung eines herausragenden apostolischen Engagements im Geist des Ignatius. Dem dienten zahlreiche Anweisungen und Briefe zu spirituellen Fragen, in denen er wiederholt die Aufgabe der Oberen betonte, das innere Leben der ihnen Anvertrauten zu stärken und zu vertiefen. Er erließ Regeln für das Noviziat und Tertiat und ordnete für jeden Jesuiten jährliche Exerzitien an. Über die Art und Weise, Geistliche Übungen zu geben, verfasste er ein Direktorium zum Exerzitienbuch (1599), und die Kollegsarbeit mit ihrem Schul- und Hochschulbetrieb regelte er im selben Jahr mit der „Ratio studiorum“. Während im Inneren des Ordens immer wieder Spaltungen drohten, sprachen zwei Generalkongregationen dem Generaloberen das Vertrauen aus.

Papst Franziskus hat bei seinem traditionellen Weihnachtsempfang für die römischen Kurie eine ungewöhnliche Ansprache in Form einer Gewissenserforschung gehalten und dazu eine Liste von 15 „kurialen Krankheiten“ aufgezählt. Er erwähnte, dass schon die Wüstenväter solche Kataloge erstellten. Nicht erwähnt hat er hingegen, dass auch die jesuitische Tradition solche Kataloge kennt. Dennoch weisen mehrere Indizien darauf hin, dass der jetzige Papst, der als Jesuit viele Jahre seines Lebens für die Ausbildung seiner Mitbrüder verantwortlich war, sich mit dieser Tradition vertraut gemacht hat.

Einen fast wortgleichen Katalog verschickte nämlich im Jahre 1600 der damalige Generalobere Claudio Aquaviva SJ, der die Gesellschaft Jesu in turbulenter Zeit leitete. Diese Anweisungen an alle Oberen (,,Industriae“) zur „Behandlung von Krankheiten der Seele“, die das geistliche Leben einschränken oder an seiner vollen Entfaltung hindern, wurden wegen ihres realistischen und von Menschenkenntnis zeugenden Charakters so geschätzt, dass sie in den Korpus der grundlegenden Schriften, das heisst in das „Institut der Gesellschaft Jesu“ aufgenommen wurden. Besonders oft zitiert wird seine Empfehlung an die Oberen, „stark in der Sache und milde in der Art“ (fortiter in re, suaviter in modo) zu sein.


Schweizer Wegleitung zum Tag des Judentums, mit Beiträgen von Provinzial Christian M. Rutishauser SJ

von Regula Lutz

P. Christian M. Rutishauser SJ hat zur Wegleitung zum Tag des Judentums drei Beiträge verfasst. Er schreibt über die Verklärung Jesu in den synoptischen Evangelien (S. 65-72), führt in das Feiern des Bussaktes, der Psalmen, der Fürbitten und des Hochgebets im Gottesdienst dieses Sonntags ein (S. 75-81) und skizziert die Grundzüge der Geschichte des jüdisch-christlichen Gesprächs (S. 93-98).

Link zur Seite der Schweizer Bischöfe

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„Zur Gewalt neigt der Mensch“ – Provinzial Christian M. Rutishauser SJ über Religion und Gewalt

von Regula Lutz

„Religionen haben viel Positives zur Entwicklung der Kulturen beigetragen, wie auch Politik und Wirtschaft. In allen drei Bereichen ergaben sich auch unsägliche Entgleisungen. Vor allem Religion muss Ethischeres liefern. Und dennoch: Sie darf nicht mehr als Politik oder Wirtschaft angeklagt werden.“ Dies schreibt P. Christian M. Rutishauser SJ, der Provinzial der Schweizer Jesuiten, in der Neuen Zürcher Zeitung.

Link zum Artikel der NZZ

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„Was wir dort machen, ist untypisch für uns.“ – Über die Syrien-Hilfe der Jesuiten

von Regula Lutz

Der Zürcher Pater Toni Kurmann koordiniert die Arbeit des Hilfswerks der Schweizer Jesuiten. Seine Ordensgemeinschaft hilft dort, wo andere Organisationen nicht mehr arbeiten können.

 

Link zum Artikel des Tages Anzeiger

 

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„Der Mensch ist unheilbar religiös.“ – Provinzial Christian M. Rutishauser SJ über interreligiösen Dialog aus christlicher Sicht

von Regula Lutz

 

„Vor zehn, zwanzig Jahren dachte man noch, dass die Religionen bald aussterben würden. Doch nun stehen wir am Übergang zu einem postsäkularen Zeitalter, in dem für eine Mehrheit der Menschen Religion ein Bedürfnis ist. Der Mensch ist halt unheilbar religiös. Das sind gute Voraussetzungen für einen interreligiösen Dialog.“ Dies sagt P. Christian M. Rutishauser SJ, der Provinzial der Schweizer Jesuiten, im Gespräch mit der Neuen Zürcher Zeitung.

 

Link zum Artikel der NZZ

 

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"Die Chance, Gottes Gegenwart näher zu erfahren." - P. Hans Schaller SJ über Ignatianische Exerzitien

von Regula Lutz

Der Glaube kann eingeübt werden. Davon war Ignatius von Loyola (1491-1556), der Gründer des Jesuitenordens, überzeugt. Nach ihm sind die geistlichen Übungen, die sogenannten Ignatianischen Exerzitien, benannt. Diese werden bis heute in Exerzitienhäusern, auf Wander-Exerzitien, in Exerzitien mit Filmen oder in sogenannten „Exerzitien im Alltag“ vermittelt. Wie laufen Exerzitien ab und wie kann der Mensch mit Gott in Kontakt treten? - Der Jesuit und Exerzitienbegleiter Hans Schaller gibt auf Radio SRF 2 Kultur Antworten auf diese Fragen.

Pater Schaller war lange Zeit Spiritual am Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom und in den letzten Jahren Pfarrer in St. Marien in Basel. Er ist heute Spiritual im „Maison des Séminaires" in Fribourg und gehört zur Jesuitengemeinschaft von Notre-Dame de la Route.

Link zur SRF Sendung

Wiederholung der Sendung: Donnerstag, 1. Januar 2015, 15:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur


P. Provinzial kuratiert im Dezember Bilder in "Christ & Welt"

von Regula Lutz

Beitrag in "Christ & Welt" 53/2014

Ein Bild, ein Satz, ein Wunder

P. Christian Rutishauser kuratiert: Frohe Botschaft (2009) von Peter Klein

"Wie kann die Botschaft von Weihnachten heute neu gesagt werden? - Telegrafenmast, Eisenbahnschwellen - einst haben sie neue Kunde aus einer andern Welt gebracht. Die Botschaft der Menschwerdung ist nie veraltet."

 


Überwältigende Spendenbereitschaft zugunsten der Flüchtlinge im Nordirak

von Regula Lutz

Die Jesuitenmission Schweiz und die Hilfsorganisation Jesuit Refugee Service (JRS) bitten um Unterstützung für Flüchtlingsfamilien im Nordirak. Zahlreiche Privatpersonen, Stiftungen, kirchliche Organisationen und Gemeinschaften sind dem Spendenaufruf bereits gefolgt und haben bisher insgesamt rund 800‘000 Franken bereitgestellt (Stand 15. Dezember 2014). „Wir sind überwältigt von der grossen Hilfsbereitschaft“, so Pater Toni Kurmann SJ, Leiter der Jesuitenmission in Zürich. „Die zahlreichen Spenderinnen und Spender setzen ein weithin sichtbares Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen.“

Die Synode der katholischen Kirche im Kanton Zürich bewilligte 200`000 Franken für die Nothilfe des JRS im Nordirak. Namhafte Beträge spendeten u.a. auch die Lions Clubs Zürich und Zug, der Verband der römisch-katholischen Kirchgemeinden der Stadt Zürich und die Katholische Kirchgemeinde Luzern. Zugute kommen die Gelder der Flüchtlingshilfe in der nordirakischen Stadt Erbil, wo der JRS derzeit 1`500 Familien mit dem Nötigsten unterstützt. Viele der vor den Terrormilizen des „Islamischen Staats“ verfolgten Menschen haben in dem Kurdengebiet Zuflucht gefunden. Sie sind notdürftig in Zeltsiedlungen und Rohbauten untergebracht und werden vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst und von weiteren Hilfswerken mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung unterstützt. Ausserdem sollen die Flüchtlingskinder schnellstmöglich wieder Schulunterricht erhalten. Der JRS errichtet deshalb provisorische Klassenräume in Container-Bauweise. Hinzu kommt die psychosoziale Betreuung traumatisierter Flüchtlinge, vor allem der Kinder. Fast alle von ihnen haben auf der Flucht Schreckliches erlebt.

„Die Flüchtlinge sind mehr denn je auf unsere Hilfe angewiesen“, betont Pater Peter Balleis SJ, internationaler Direktor des JRS mit Sitz in Rom. „Sie fürchten sich vor allem vor dem Winter. Allerorten fehlen feste Unterkünfte, die Schutz vor Kälte und Schnee bieten. Wir sind umso dankbarer für die Spendengelder aus der Schweiz. Sie versetzen uns in die Lage, den betroffenen Menschen eine erste Nothilfe zu leisten. Jesuiten vor Ort kümmern sich persönlich darum, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am Dringendsten benötigt wird.“      

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten ist bereits seit 2008 im Nahen Osten aktiv, schwer­punktmässig in Syrien, Jordanien, im Libanon und in der Türkei. Über lokale Netzwerke erreicht er auch jene Flüchtlingsfamilien, die nicht in offiziellen Lagern untergekommen sind.

 www.jrs.net


Sendung mit P. Hans Schaller SJ auf Radio SRF 2 Kultur

von Regula Lutz

Der Glaube kann eingeübt werden. Davon war Ignatius von Loyola (1491-1556), der Gründer des Jesuitenordens, überzeugt. Nach ihm sind die geistlichen Übungen, die sogenannten ignatianischen Exerzitien, benannt. Diese werden bis heute in Exerzitienhäusern, auf Wander-Exerzitien oder in sogenannten «Exerzitien im Alltag» vermittelt. Wie laufen Exerzitien ab und wie kann der Mensch mit Gott in Kontakt treten? Der Jesuit und Exertzitienbegleiter Hans Schaller gibt am 28. Dezember 2014 um 8:30 Uhr in einer Sendung von Radio SRF 2 Kultur Einblicke in die ignatianische Spiritualität. Pater Schaller war lange Zeit Spiritual am Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom, in den letzten Jahren Pfarrer in St. Marien in Basel. Er ist heute Spiritual im „Maison des Séminaire" in Fribourg und gehört zur Jesuitenkommunität von Notre-Dame de la Route.

Sendetermine

Erste Ausstrahlung:

Sonntag, 28. Dezember 2014, 8:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wiederholung:

Donnerstag, 1. Januar 2015, 15:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

 


P. Provinzial kuratiert im Dezember Bilder in "Christ & Welt"

von Regula Lutz

Beitrag in "Christ & Welt" 52/2014

Ein Bild, ein Satz, ein Wunder

Bild von Annelies Ursin: Geschichte einer Eskalation (2007) kuratiert von Christian M. Rutishauser:

"Schuldzuweisungen, Feigheit, Betrug, halbherzige Friedensangebote, widrige Umstände, Misstrauen, leere Versprechen, Angst, Missverständnisse, Unmöglichkeiten, Hass ...

Vertrackt, die Geschichte in Nahost. Es braucht einen Neuanfang!"


P. Provinzial kuratiert im Dezember Bilder in "Christ & Welt"

von Regula Lutz

Beitrag in "Christ & Welt" 51/2014

Ein Bild, ein Satz, ein Wunder

Bild von Jannis Kounellis (1975): Tragedia Civile kuratiert von Christian M. Rutishauser:

"Den Goldgrund der Wirklichkeit nicht nur auf Ikonen aufscheinen zu sehen, sondern auch im Alltag - darin besteht die Kunst eines von Spiritualität geprägten Lebens."