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P. Christian Rutishauser SJ im "Tagesgespräch"

von Franz-Xaver Hiestand

P. Provinzial Christian M. Rutishauser SJ im „Tagesgespräch“ von Radio SRF zu den Kar- und Ostertagen

Ostern ist für Christinnen und Christen das wichtigste Fest des Jahres. Gefeiert wird die Auferstehung Christi, an die viele aber gar nicht mehr glauben. Was heisst das fürs Christentum? Pater Christian Rutishauser ist Provinzial der Schweizer Jesuiten und Gast von Susanne Brunner.

Tagesgespräch vom 17.4.2014


Auf Ostern hin

von Regula Lutz

Liebe Maria Magdalena , lieber Johannes

Wie würdet Ihr heute Ostern erklären? Sicher, es gibt noch Menschen, welche bei diesem Wort zuerst daran denken, dass Jesus Christus, Euer Freund, auferstanden ist. Doch viele Leute in unserem Land können leider mit diesem Gedanken nichts mehr anfangen. Ihr müsstet uns neue Zugänge zu Ostern und Auferstehung erschliessen. Ihr könntet das. Da bin ich sicher. Denn Ihr gehörtet damals in Jerusalem zu den ersten, die verstanden, was geschah.

Ihr standet Jesus näher, als es mir je möglich sein wird. Nicht nur, weil Ihr dabei wart, als Jesus andere heilte und sich mit anderen Gottsuchern stritt, sondern auch, weil er sich Euch offenbar besonders anvertraute und weil Ihr Euch von ihm in besonderer Weise erkannt fühltet. Von Dir, Maria Magdalena, wissen wir nur wenig. Du, Johannes, hast später sehr vieles aufgeschrieben. Aber das wenige, das von Dir, Maria, überliefert ist, und Dein Evangelium, Johannes, machen klar: Ihr seid auf je eigene Art eine Beziehung mit Jesus eingegangen und er mit Euch. Ihr habt die paradoxe Logik seines Handelns und Denkens erfasst und liesset Euch von der Aura der Freiheit, die ihn umgab, treffen.

So kam es, dass Ihr schliesslich unter dem Kreuz ausgeharrt habt, zusammen mit seiner Mutter. Ihr habt den qualvollen Schrei vernommen, mit dem er verstummte. Wahrscheinlich vermochtet Ihr das, weil Euch Eure eigenen Schreie nicht fremd waren. Ihr hattet vielleicht Angst, die Römer könnten Euch ebenfalls töten. Doch Eure Angst war kleiner als Eure Verzweiflung darüber, dass Jesus gekreuzigt wurde.

Ihr habt mehr auf ihn gehofft, mehr an ihn geglaubt, ihn mehr mögen als die meisten anderen. Du, Maria, warst zuweilen irritierend zärtlich zu Jesus und zeigtest eine unerhörte Hingabe. Und in Deinem Evangelium, Johannes, sieht es so aus, als würdest Du erzählen, was sich im Innern von Jesu Seele abspielt. Ihr wart, sagen wir’s offen, auf je unterschiedliche Weise fähig zu einer besonderen Liebe und habt Euch den Zumutungen seiner Liebe gestellt. So bliebet Ihr Jesus treu bis auf Golgotha, wo er sich elend verloren fühlte.

Und Eure seelische Nähe zu ihm, Eure Verzweiflung, Treue und Liebe vorher waren doch der Grund, weshalb Euch dann, zwei Tage später, Erlebnisse zuteil wurden, welche in Euch die unerschütterliche Gewissheit hinterliessen, dass Jesus in geheimnisvoller Weise weiterlebt. Dass er auferstanden, Euch neu entgegengekommen ist und damit etwas ganz und gar neues seinen Anfang genommen hat! Darum bekamt Ihr doch die Kraft, andern danach so überzeugend davon zu erzählen.

Lehrt auch uns, wie wir Nähe zu Jesus Christus zulassen und wie wir dann erfahren können, dass Ostern heisst: Gott kommt uns in seiner Liebe neu entgegen. Sie hat das letzte Wort, nicht der Tod.

Franz-Xaver Hiestand SJ


Bevölkerung engagierte sich stark beim Neustart des Jesuitenordens

Sittener Residenz der Jesuiten

Von Paul Oberholzer SJ, Basel

 Bei ihrem Neuanfang in der Schweiz vor 200 Jahren genossen die Jesuiten auch starke Unterstützung durch die Bevölkerung und insbesondere durch Laien, die sich in der Marianischen Kongregation, der Vorläufer-Organisation der GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens) zusammengeschlossen hatten. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Rückkehr der Jesuiten nach Sitten im Wallis.

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P. Frans van der Lugt SJ in Syrien erschossen

P. Frans van der Lugt SJ mit Syrern
+ P. Frans van der Lugt SJ

Zürich - Rom – Syrien. Die Schweizer Provinz der Jesuiten trauert um ihren niederländischen Mitbruder Frans Van der Lugt SJ.

Der Jesuit Frans Van der Lugt ist am Montagmorgen in der syrischen Enklave Homs von Unbekannten getötet worden. Wie die zuständige Ordensprovinz bestätigt, sind zwei Bewaffnete gegen 8 Uhr morgens in seine Wohnung eingedrungen, haben ihn zuerst geschlagen und dann mit Kopfschüssen getötet. Das gab Vatikansprecher Pater Federico Lombardi am Montagnachmittag bekannt. Der niederländische Pater, der seit 1964 in Syrien als Seelsorger und Psychotherapeut wirkte, starb im Stadtviertel Bustan al-Diwan, in dem er sich bis zuletzt für Verständigung unter den Menschen und Lebensmittelhilfen für die von syrischen Regierungstruppen eingeschlossenen Einwohner der Altstadt kümmerte. Die Motive der Täter sind vorerst unklar. Mit Van der Lugt sei ein „Mann des Friedens“ getötet worden, der in einer extrem risikoreichen Situation bei den Menschen bleiben wollte, so Lombardi weiter.

Van der Lugt hatte sich bis zuletzt geweigert, die umkämpfte Stadt zu verlassen, solange dort noch Hunger und Not herrschen. Auch nach der Evakuierung von 1.400 Bewohnern unter Führung der UNO im Februar wollte er bei den verbleibenden Bewohnern ausharren.

In den Vormonaten hatte der Priester noch eindringliche Appelle aus der drittgrößten Stadt des Bürgerkriegslandes gesandt. Die Lebensmittel seien knapp, und sogar ein Verlassen des Stadtviertels sei aufgrund der Schießereien und des Einschlusses von allen Seiten unmöglich, so der Ordensmann zu Weihnachten 2013. Viele der Menschen in Homs würden längst unter der Mangelernährung leiden


Heiligsprechung von P. José de Anchieta SJ

Papst Franziskus hat am Donnerstag, 3. April, unter anderem den spanisch-brasilianischen Jesuiten Jose de Anchieta (1534-1597) heiliggesprochen.

Der neue Heilige Jose de Anchieta wurde am 19. März 1534 in San Cristóbal de la Laguna auf Teneriffa (Kanarische Inseln) geboren und starb am 9. Juni 1597 in Reritiba (heute Anchieta) im heutigen Staat Espirito Santo südwestlich von Vitoria in Brasilien.

De Anchieta entstammte einer vornehmen Familie und absolvierte sein Studium in Coimbra. Dort trat er am 1. Mai 1551 in die Gesellschaft Jesu ein und wurde bereits 1553 in die Mission nach Brasilien gesandt. Ein Jahr später gründete er zusammen mit seinem Mitbruder Manuel da Nóbrega ein Kolleg zum hl. Paulus, das den Ursprung der heutigen Stadt São Paulo bildete.

In Rio de Janeiro gründete er eine Missionsstation, eine Kirche und ein Hospital und setzte sich vor allem für die Leprakranken ein. Neben seiner Missionstätigkeit war er Sprachforscher und Schriftsteller. Er schrieb religiöse Dramen in Latein und machte durch ein Zwischenspiel in der Indianersprache den Inhalt auch für die Eingeborenen verständlich. Er verfasste die erste Grammatik der Tupi- und Guarani-Sprache, Gedichte und einen Katechismus in der Eingeborenensprache.

1566 wurde er zum Priester geweiht und ein Jahr später zum Superior des Kollegs São Paulo ernannt. In den Jahren 1578-1586 war er Provinzial in Brasilien.

De Anchieta gilt als einer der größten Männer Brasiliens der Kolonialzeit. So wird er als Indianerapostel, Nationalheiliger und erster Vertreter der brasilianischen Kulturgeschichte und Literatur gefeiert.

Der „Apostel Brasiliens“ wurde am 22. Juni 1980 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 9. Juni. Er war einer der Patrone für den Weltjugendtag 2013, der in Brasilien stattfand.


Ein Ort der Besinnung - Sacred Space, ein Web Angebot der irischen Jesuiten

Hügellandschaft mit See und einem Ruderboot im Vordergrund
© sacred space

Das tägliche Online-Gebet

Wir laden Sie ein, "Sacred Space" Raum zu geben in Ihrem Tagesablauf und 10 Minuten zu beten, hier und jetzt, wie Sie gerade an Ihrem Computer sitzen. Dazu helfen Ihnen die Gebetsbegleitung und die für jeden Tag neu ausgewählte Schriftstelle.

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"Die Mauern werden höher" - Über den Einsatz der Jesuiten in Ägypten

Landkarte von Aegypten
© Wikimedia: Landkarte Ägyptens

Auch in der Krise arbeiten Jesuiten in Ägypten für friedliches Miteinander von Christen und Muslimen

Die Missionsverantwortlichen der deutschen, österreichischen und Schweizer Jesuiten, P. Klaus Väthröder SJ, P, Hans Tschiggerl SJ und P. Toni Kurmann SJ, reisten kürzlich nach Kairo und Oberägypten. Sie trafen auf verbrannte Erde und Zeugnisse von Verunsicherung, aber auch auf neue Kreativität und den Mut zum Wiederaufbau.

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Das ganze Heft bestellen können Sie bei: Jesuitenmission, Hirschengraben 74, 8001 Zürich, 044 266 21 30 oder magazin@jesuitenmission.ch


P. Bernd Hagenkord SJ zur Sicht des Vatikan auf das Bistum Limburg

Dom zu Limburg
Dom zu Limburg

"Wir zeigen heute der Welt, dass man keine falschen Rücksichten nimmt.“ 

27. März 2014

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht mehr in sein Amt als Limburger Bischof zurückkehren. Die Sendung „Kulturzeit“ von 3sat spricht darüber mit dem Jesuiten P. Bernd Hagenkord SJ, dem Leiter der deutschsprachigen Redaktion von "Radio Vatikan".

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Katholisch sein in der Krise. – P. Klaus Mertes SJ in der Sendung „Sternstunde Religion“ des Schweizer Fernsehens

Am 16. März 2014 erhielt der Jesuit Klaus Mertes SJ in Luzern den Herbert Haag-Preis für Freiheit in der Kirche. Aus diesem Anlass führte das Schweizer Fernsehen ein längeres Interview mit ihm. Darin äussert er sich nicht nur zu seiner Rolle bei der Aufdeckung sexueller Missbräuche in Jesuitenschulen, sondern auch zu aktuellen Herausforderungen, vor denen die katholische Welt steht.


"Vom Westen bekommt man schöne Worte" – P. Robert Hotz SJ zur Krise in der Ukraine

Von Barbara Ludwig / Kipa

P. Robert Hotz SJ
P. Robert Hotz SJ - CEO Hilfsaktion Westukraine

Zürich, 7.3.14 (Kipa) Bei den Massenprotesten in der Ukraine gegen den unterdessen abgesetzten Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch auf dem Kiewer Maidan waren auch Priester präsent, und Kirchen meldeten sich im Machtkampf zwischen Opposition und Regierung zu Wort. Der Schweizer Jesuit und Gründer der "Hilfsaktion Westukraine" Robert Hotz (78) sieht jedoch im Verhalten der Kirchen während der Proteste "nichts Neues". Er ist selber Priester der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche, lebt in Zürich und in der Ukraine. Den Wunsch vieler Westukrainer nach einer Annäherung an Europa sieht der frühere Osteuropakorrespondent skeptisch.

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P. Christian M. Rutishauser SJ: Mit der Bibel leben

© wikimedia: Lateinische Bibel, Malmesbury Abbey, England

Die Zeitschrift „Bibel heute“ ist die einzige Zeitschrift im deutschsprachigen Raum, welche die Bibel in aktueller Weise und fundiert einem breiten, auch nicht-wissenschaftlichen Publikum vermittelt. Diese Mitgliederzeitschrift des Katholischen Bibelwerks widmet ihr jüngstes Heft Nr. 4 aus dem Jahre 2013 dem Thema „Heute“. Darin eröffnet Christian M. Rutishauser SJ (auf den Seiten 4-6) verschiedene Zugänge zur Frage, wie es mit Hilfe der Bibel leichter möglich ist, im Hier und Jetzt zu leben.

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P. Klaus Mertes SJ: Uno-Bericht ist «gerührter Quark»

Köln, 7.2.14 (Kipa) Jesuitenpater Klaus Mertes hat den Uno-Bericht zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Kindern scharf kritisiert. Er könne «nur den Kopf schütteln», wenn die Experten des Uno-Kinderrechtskomitees UNCRC von einer zwingenden Meldepflicht von Missbrauchsfällen an die staatlichen Behörden redeten, sagte Mertes dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Freitag, 7. Februar). «Darüber sind wir in der Diskussion längst hinweg. Gerade die Opferverbände warnen vor solch einem Automatismus», so der Pater, der 2010 als Rektor am Berliner Canisius-Kolleg die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Rollen gebracht hatte. 

Für einen staatlichen Ermittler stehe die Unschuldsvermutung zugunsten eines mutmasslichen Täters an erster Stelle, führte Mertes zur Begründung aus. «Das heisst, er muss die Angaben der Opfer zunächst einmal bezweifeln.» Vor diesem Moment und dem anschliessenden Verfahren hätten jedoch viele Betroffene Angst. «Aber das sieht der Uno-Bericht in seiner Naivität nicht.»

Das Kinderrechtskomitee hatte in einem am Mittwoch, 5. Februar, veröffentlichten Report den Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen als unzureichend bezeichnet. Der Heilige Stuhl habe «die Reputation der Kirche und den Schutz der Täter über die Interessen der Kinder gestellt», sagte die Vorsitzende des Expertenausschusses, Kirsten Sandberg. Der 16-seitige Bericht verlangt unter anderem mehr Transparenz und Nachbesserungen im Kirchenrecht. Er forderte zugleich Änderungen im Umgang der Kirche mit Homosexualität und Abtreibung.

Das Papier werfe alles in einen Topf, «was an Vorbehalten gegenüber der katholischen Kirche herumwabert», monierte Mertes. «Und wenn dann noch Themen wie Abtreibung oder Homosexualität in den Bericht einfliessen, kommt endgültig gerührter Quark heraus.» Einer zentralen Hotline für Missbrauchsopfer im Vatikan, wie die Uno-Experten sie forderten, erteilte der Jesuit eine klare Absage. Zentralisierung sei ein Teil des Problems beim bisherigen Umgang mit Missbrauchsfällen gewesen. «Aber die Uno haben die gleiche Wasserkopf-Denke wie der Vatikan selbst.»

Forderung an Vatikan

Trotz aller Mängel enthalte der Bericht allerdings «immer noch genügend berechtigte Kritik», betonte Mertes. An die Adresse des Vatikan gerichtet, der den Bericht zu Teilen zurückgewiesen hatte, sagte der 59-jährige Pater, der inzwischen die Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald leitet: «Ich warne davor, auf beleidigte Leberwurst oder verfolgte Unschuld zu machen.» Zugleich forderte Mertes vom Vatikan ein schärferes Vorgehen gegen Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben oder an einer Vertuschung beteiligt waren. Die Betroffenen sollten «ihr Amt verlieren oder zurücktreten». (kipa/kna/am)

 

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