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Heiligsprechung von P. José de Anchieta SJ

Papst Franziskus hat am Donnerstag, 3. April, unter anderem den spanisch-brasilianischen Jesuiten Jose de Anchieta (1534-1597) heiliggesprochen.

Der neue Heilige Jose de Anchieta wurde am 19. März 1534 in San Cristóbal de la Laguna auf Teneriffa (Kanarische Inseln) geboren und starb am 9. Juni 1597 in Reritiba (heute Anchieta) im heutigen Staat Espirito Santo südwestlich von Vitoria in Brasilien.

De Anchieta entstammte einer vornehmen Familie und absolvierte sein Studium in Coimbra. Dort trat er am 1. Mai 1551 in die Gesellschaft Jesu ein und wurde bereits 1553 in die Mission nach Brasilien gesandt. Ein Jahr später gründete er zusammen mit seinem Mitbruder Manuel da Nóbrega ein Kolleg zum hl. Paulus, das den Ursprung der heutigen Stadt São Paulo bildete.

In Rio de Janeiro gründete er eine Missionsstation, eine Kirche und ein Hospital und setzte sich vor allem für die Leprakranken ein. Neben seiner Missionstätigkeit war er Sprachforscher und Schriftsteller. Er schrieb religiöse Dramen in Latein und machte durch ein Zwischenspiel in der Indianersprache den Inhalt auch für die Eingeborenen verständlich. Er verfasste die erste Grammatik der Tupi- und Guarani-Sprache, Gedichte und einen Katechismus in der Eingeborenensprache.

1566 wurde er zum Priester geweiht und ein Jahr später zum Superior des Kollegs São Paulo ernannt. In den Jahren 1578-1586 war er Provinzial in Brasilien.

De Anchieta gilt als einer der größten Männer Brasiliens der Kolonialzeit. So wird er als Indianerapostel, Nationalheiliger und erster Vertreter der brasilianischen Kulturgeschichte und Literatur gefeiert.

Der „Apostel Brasiliens“ wurde am 22. Juni 1980 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 9. Juni. Er war einer der Patrone für den Weltjugendtag 2013, der in Brasilien stattfand.


Ein Ort der Besinnung - Sacred Space, ein Web Angebot der irischen Jesuiten

Hügellandschaft mit See und einem Ruderboot im Vordergrund
© sacred space

Das tägliche Online-Gebet

Wir laden Sie ein, "Sacred Space" Raum zu geben in Ihrem Tagesablauf und 10 Minuten zu beten, hier und jetzt, wie Sie gerade an Ihrem Computer sitzen. Dazu helfen Ihnen die Gebetsbegleitung und die für jeden Tag neu ausgewählte Schriftstelle.

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"Die Mauern werden höher" - Über den Einsatz der Jesuiten in Ägypten

Landkarte von Aegypten
© Wikimedia: Landkarte Ägyptens

Auch in der Krise arbeiten Jesuiten in Ägypten für friedliches Miteinander von Christen und Muslimen

Die Missionsverantwortlichen der deutschen, österreichischen und Schweizer Jesuiten, P. Klaus Väthröder SJ, P, Hans Tschiggerl SJ und P. Toni Kurmann SJ, reisten kürzlich nach Kairo und Oberägypten. Sie trafen auf verbrannte Erde und Zeugnisse von Verunsicherung, aber auch auf neue Kreativität und den Mut zum Wiederaufbau.

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Das ganze Heft bestellen können Sie bei: Jesuitenmission, Hirschengraben 74, 8001 Zürich, 044 266 21 30 oder magazin@jesuitenmission.ch


P. Bernd Hagenkord SJ zur Sicht des Vatikan auf das Bistum Limburg

Dom zu Limburg
Dom zu Limburg

"Wir zeigen heute der Welt, dass man keine falschen Rücksichten nimmt.“ 

27. März 2014

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht mehr in sein Amt als Limburger Bischof zurückkehren. Die Sendung „Kulturzeit“ von 3sat spricht darüber mit dem Jesuiten P. Bernd Hagenkord SJ, dem Leiter der deutschsprachigen Redaktion von "Radio Vatikan".

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Katholisch sein in der Krise. – P. Klaus Mertes SJ in der Sendung „Sternstunde Religion“ des Schweizer Fernsehens

Am 16. März 2014 erhielt der Jesuit Klaus Mertes SJ in Luzern den Herbert Haag-Preis für Freiheit in der Kirche. Aus diesem Anlass führte das Schweizer Fernsehen ein längeres Interview mit ihm. Darin äussert er sich nicht nur zu seiner Rolle bei der Aufdeckung sexueller Missbräuche in Jesuitenschulen, sondern auch zu aktuellen Herausforderungen, vor denen die katholische Welt steht.


"Vom Westen bekommt man schöne Worte" – P. Robert Hotz SJ zur Krise in der Ukraine

Von Barbara Ludwig / Kipa

P. Robert Hotz SJ
P. Robert Hotz SJ - CEO Hilfsaktion Westukraine

Zürich, 7.3.14 (Kipa) Bei den Massenprotesten in der Ukraine gegen den unterdessen abgesetzten Staatspräsidenten Viktor Janukowitsch auf dem Kiewer Maidan waren auch Priester präsent, und Kirchen meldeten sich im Machtkampf zwischen Opposition und Regierung zu Wort. Der Schweizer Jesuit und Gründer der "Hilfsaktion Westukraine" Robert Hotz (78) sieht jedoch im Verhalten der Kirchen während der Proteste "nichts Neues". Er ist selber Priester der ukrainisch-griechisch-katholischen Kirche, lebt in Zürich und in der Ukraine. Den Wunsch vieler Westukrainer nach einer Annäherung an Europa sieht der frühere Osteuropakorrespondent skeptisch.

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P. Christian M. Rutishauser SJ: Mit der Bibel leben

© wikimedia: Lateinische Bibel, Malmesbury Abbey, England

Die Zeitschrift „Bibel heute“ ist die einzige Zeitschrift im deutschsprachigen Raum, welche die Bibel in aktueller Weise und fundiert einem breiten, auch nicht-wissenschaftlichen Publikum vermittelt. Diese Mitgliederzeitschrift des Katholischen Bibelwerks widmet ihr jüngstes Heft Nr. 4 aus dem Jahre 2013 dem Thema „Heute“. Darin eröffnet Christian M. Rutishauser SJ (auf den Seiten 4-6) verschiedene Zugänge zur Frage, wie es mit Hilfe der Bibel leichter möglich ist, im Hier und Jetzt zu leben.

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P. Klaus Mertes SJ: Uno-Bericht ist «gerührter Quark»

Köln, 7.2.14 (Kipa) Jesuitenpater Klaus Mertes hat den Uno-Bericht zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Kindern scharf kritisiert. Er könne «nur den Kopf schütteln», wenn die Experten des Uno-Kinderrechtskomitees UNCRC von einer zwingenden Meldepflicht von Missbrauchsfällen an die staatlichen Behörden redeten, sagte Mertes dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Freitag, 7. Februar). «Darüber sind wir in der Diskussion längst hinweg. Gerade die Opferverbände warnen vor solch einem Automatismus», so der Pater, der 2010 als Rektor am Berliner Canisius-Kolleg die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Rollen gebracht hatte. 

Für einen staatlichen Ermittler stehe die Unschuldsvermutung zugunsten eines mutmasslichen Täters an erster Stelle, führte Mertes zur Begründung aus. «Das heisst, er muss die Angaben der Opfer zunächst einmal bezweifeln.» Vor diesem Moment und dem anschliessenden Verfahren hätten jedoch viele Betroffene Angst. «Aber das sieht der Uno-Bericht in seiner Naivität nicht.»

Das Kinderrechtskomitee hatte in einem am Mittwoch, 5. Februar, veröffentlichten Report den Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen als unzureichend bezeichnet. Der Heilige Stuhl habe «die Reputation der Kirche und den Schutz der Täter über die Interessen der Kinder gestellt», sagte die Vorsitzende des Expertenausschusses, Kirsten Sandberg. Der 16-seitige Bericht verlangt unter anderem mehr Transparenz und Nachbesserungen im Kirchenrecht. Er forderte zugleich Änderungen im Umgang der Kirche mit Homosexualität und Abtreibung.

Das Papier werfe alles in einen Topf, «was an Vorbehalten gegenüber der katholischen Kirche herumwabert», monierte Mertes. «Und wenn dann noch Themen wie Abtreibung oder Homosexualität in den Bericht einfliessen, kommt endgültig gerührter Quark heraus.» Einer zentralen Hotline für Missbrauchsopfer im Vatikan, wie die Uno-Experten sie forderten, erteilte der Jesuit eine klare Absage. Zentralisierung sei ein Teil des Problems beim bisherigen Umgang mit Missbrauchsfällen gewesen. «Aber die Uno haben die gleiche Wasserkopf-Denke wie der Vatikan selbst.»

Forderung an Vatikan

Trotz aller Mängel enthalte der Bericht allerdings «immer noch genügend berechtigte Kritik», betonte Mertes. An die Adresse des Vatikan gerichtet, der den Bericht zu Teilen zurückgewiesen hatte, sagte der 59-jährige Pater, der inzwischen die Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald leitet: «Ich warne davor, auf beleidigte Leberwurst oder verfolgte Unschuld zu machen.» Zugleich forderte Mertes vom Vatikan ein schärferes Vorgehen gegen Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben oder an einer Vertuschung beteiligt waren. Die Betroffenen sollten «ihr Amt verlieren oder zurücktreten». (kipa/kna/am)

 

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Zum Tod von Br. Franz Keller SJ – von P. Christian Herwartz SJ

Am 9. Januar 2014 morgens ist Br. Franz Keller SJ in Berlin Kreuzberg friedlich gestorben. Wir veröffentlichen den Brief, den P. Christian Herwartz SJ, der jahrzehntelang mit ihm zusammenarbeitete und in derselben Jesuitengemeinschaft wohnte, verfasst hat.

Liebe Freundinnen, Freunde und Bekannte,

Franz lebte 33 Jahren in unserer Berliner Kommunität und ist ein Kristallisationspunkt des Friedens gewesen. Wir hoffen weiter auf seine uns zusammenführende Liebe vom neuen Lebensort aus. Er lebt für uns jetzt noch näher an unserem Orientierungszentrum, nämlich der uneingeschränkten Liebe Gottes.

Unser Leben hat sich durch seinen Tod verändert. Bevor wir über weitere Schritte in die Zukunft nachdenken, wollen wir für das Leben von Franz unter uns danken und um den Verlust trauern:

Am Donnerstag, 16. Januar 2014, um 12.00 Uhr feiern wir in der Kapelle auf dem Domfriedhof St. Hedwig (Ollenhauerstraße 24-28, in Berlin-Reinickendorf, Nähe U-Kurt Schuhmacher Platz) einen Dankgottesdienst.
Anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof neben der Kirche.

Danach laden wir in eine Kirche in der Nähe zu einem Kaffee ein.

Gott ist die Liebe

Franz Keller wurde am 19.8.1925 in Wettingen (Bürgerort Endingen) geboren. Er war in der Schweizer Geschichte verwurzelt. Mit seiner Familie zog er 1926 nach Rapperswil am Zürichsee, wo er seine ganze Kindheit und Jugend verbrachte. Während um die Schweiz ein grausamer Krieg tobte – die Nahrungsmittel wurden früher rationalisiert als in den Nachbarländern – absolvierte er eine Lehre als Hochbauzeichner in Zürich. Es folgte 1944 der Militärdienst bei der Gebirgsbautruppe. Beim Schleppen der Stämme für den Bau von Brücken hat er sich einige Male verhoben. Schmerzhaft erinnerte er sich daran sein Leben lang. Nach dem Krieg absolvierte er in Winterthur das Technikum, Abteilung Hochbau. Im Mai 1950 trat er als Bruder in den Jesuitenorden ein. Sein Noviziat und darin die großen Exerzitien wurden unterbrochen, um als Pionier schwere Lawinenschäden aufzuräumen.

Den Jesuiten war in der Schweiz bis 1973 jede Tätigkeit in Schule und Kirche verfassungsgemäß verboten. Aber sie führten ein Gymnasium mit Internat kurz hinter der Grenze in Österreich in der Stadt Feldkirch. Statt wie erwartet nach Indien – das Land wurde im Jahr nach dem Noviziat für Missionare aus politischen Gründen plötzlich geschlossen – ging Franz 1952 nach Feldkirch an das Kolleg der Jesuiten und war für den Gebäudeausbau und -erhalt zuständig. 1978 wurde die Schule wegen mangelnden Nachwuchses geschlossen. Franz betreute noch einen Neubau, der von älteren Mitbrüdern als Altersheim und für die Ausbildung von Religionslehrern genutzt wurde. 1980 zog er nach Berlin-Kreuzberg um. Wie sein Mitbruder Michael Walzer und ich suchte er – nun schon 55 Jahren alt – eine einfache Beschäftigung in der Elektroindustrie. Ohne unbeschränkte Arbeitserlaubnis war die Arbeitssuche schwierig. Erst wenn kein Deutscher, Spanier, Türke ... Interesse an einer Arbeitsstelle zeigte, durfte er sich als Schweizer als Neunter auf der Liste mit Aussicht bewerben. Franz fand – ein wenig getrickst – Arbeit bei Elektrolux und zog fünf Jahre im Tempelhofer Werk die Innenhaut für Kühlschränke. Das Werk wurde dann geschlossen, und Franz bot seine Arbeitskraft auf dem Bau an: in der Regenbogenfabrik, einem besetzten Haus in Kreuzberg, bei Sanierungen von Altbauten, im Altersheim der Jesuiten in Berlin-Kladow. Zwischendurch half er bei der Pflege des todkranken Michael Walzer, der am 29.1.1986 starb.

Seine große Liebe zur Natur zog Franz in der Schweiz in die Berge. In Berlin entdeckte er mit dem Fahrrad das Umland. Der Mauerfall – pünktlich zum Rentenbeginn – eröffnete ihm eine neue Weite, die er bis an die polnische Grenze, die Mecklenburgische Seenplatte oder nach Magdeburg für Tagestouren weit über 200 Kilometer nutzte. Im Mittelpunkt stand aber das Zusammenleben in der ständig wachsenden Gemeinschaft. Er hat sie durch viele Krisen hindurch mit seiner Treue ermöglicht. Dazu gehörte neben vielen vertraulichen Gesprächen auch sein treues Mitbeten bei den Mahnwachen der Ordensleute gegen Ausgrenzung vor der Abschiebehaft in Berlin-Köpenick und beim Interreligiösen Gebet auf dem Gendarmenmarkt.

Zu seinem 85. Geburtstag erschien das Buch „Geschwister erleben“. Unter der Überschrift Gott ist die Liebe, schreibt Franz. … Mein geistliches Leben hat sich weiter entwickelt. Dabei war mir sehr wichtig die regelmäßige geistliche Lesung. Da habe ich so manches Buch auch zweimal gelesen. Ebenso die praktische Arbeit hat mein Leben immer mehr vereinfacht und dann hat das Alter auch noch dabei geholfen. Heute kann ich mein geistliches Leben in dem Satz zusammenfassen: Gott ist die Liebe. Ihm möchte ich mich anvertrauen.

Unter den Stichworten „Gott schreibt auf krummen Linien gerade“, „Wo Willkommen im Raum steht“, „Jeder Gemeinschaft wünsch ich einen Franz“, „Gerecht, fromm, weit“, „Schweigsamkeit adelt ihn“, „Im Frieden leben“, „Franz, der Missionar“ werden Begegnungen mit Franz festgehalten.

Wer mehr zu diesen Stichworten aus dem Buch "Geschwister erleben" lesen will, schlage die Seiten 101 - 114 auf.
 


Geschichte, umgedeutet für die Partei – Von Mike Bacher

von Franz-Xaver Hiestand

Philipp Anton von Segesser
Philipp Anton von Segesser

 

Gemäss Nationalrat Christoph Blocher geniesst die heutige Jugend keinen richtigen Geschichtsunterricht mehr. Um diesem Übelstand abzuhelfen, hat er vor einigen Jahren diese Aufgabe übernommen, indem er regelmässig eine „Würdigung grosser Schweizer Persönlichkeiten“ vornimmt. Am vergangenen Donnerstag waren nun drei bedeutende Zentralschweizer Persönlichkeiten (Niklaus von Flüe, Philipp Anton von Segesser und Robert Zünd) an der Reihe.

Gegen Geschichtsunterricht lässt sich wenig einwenden. Problematisch wird die Lektion aber, wenn nicht mehr die Geschichte und ihre handelnden Akteure im Vordergrund stehen, sondern die historischen Persönlichkeiten zur eigenen Profilierung verwendet werden. Ein Umstand, der anlässlich der Veranstaltung unschwer zu erkennen war. Die historischen Protagonisten – ihres zeitgenössischen Umfelds beraubt und dem Sinn ihrer Worte entkleidet – waren bloss noch Staffage für fremde Zwecke.

Besonders zeigte sich dies bei der Behandlung Philipp Anton von Segessers. Hier wies die „Würdigung“ das nämliche Problem auf, wie der lange in der Schweiz praktizierte Geschichtsunterricht: die einseitige Perspektive. Aussagen wie „1848 war die Zeit, als die Schweiz das Heft wieder selber in die Hand nahm“ dienten lange dazu, jegliche Kritik am Bundesstaat als reaktionär und fortschrittsfeindlich zu verurteilen.

Tatsächlich schienen die Ausführungen geradezu liberal-radikalen Pamphleten jener Zeit entsprungen zu sein. Komplexe Entwicklungen wurden übersprungen, rechtliche Zustände erst gar nicht erwähnt; und für den Sonderbundkrieg kann es natürlich nur einen Hauptgrund gegeben haben – die Jesuiten. Denn diese seien „eine ganz militante Gesellschaft gewesen“, welche „der Luzerner Regierung geraten haben, fremde Hilfe aus dem Ausland ins Land zu holen!“ Obschon sämtliche dieser Aspekte noch im 19. Jh. als falsch widerlegt wurden und nur noch in kulturkämpferischen Parolen ihr Dasein fristeten, hält dies Christoph Blocher im 21. Jh. nicht davon ab, sie unreflektiert als historische Wahrheit zu verkaufen. Mit markigen Sprüchen à la „Jesuiten wollen den Staat nach ihrer Art unterbringen und das Volk soll nichts mehr dazu zu sagen haben“ wird Blocher weder der Geschichte des Sonderbundes noch der Gründung des Bundesstaates gerecht. Segesser war weder Jesuitenfreund noch deren Feind, sondern mahnender Anführer der Integration der Katholiken in den neuen Bundesstaat. Dies trotz jahrzehntelangen Anfeindungen und Angriffen der Sieger des Sonderbundkrieges – von Blocher beschönigend als „sehr humaner Umgang mit den Unterlegenen“ bezeichnet.

Es kann nicht bezweifelt werden, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte und ihren Akteuren nicht nur die Selbstidentifikation eines Volkes stärkt, sondern auch für die heutige Politik ein Mehrwert bringen kann. Ob dies allerdings gelingt, indem ein undifferenziertes und politisch vereinnahmendes Geschichtsbild weitergetragen wird, darf bezweifelt werden.

Mike Bacher ist Assistent am Lehrstuhl für Rechts- und Staatsphilosophie an der Universität Luzern und Mitautor einer Studie über Philipp Anton von Segesser (2013).

Hier veröffentlicht mit Genehmigung des Verfassers, erschienen in der Basler Zeitung vom 6. Januar 2014, S. 6.


Weihnachten - Gedanken von P. Hansruedi Kleiber SJ


Interreligiöse Kompetenz nötig - Von Provinzial P. Christian M. Rutishauser SJ

P. Provinzial Rutishauser hat in der NZZ Nr. 299 vom 24. Dezember (Seite 16) einen Gastkommentar veröffentlicht, in welchem er betont, dass gerade die heutige Welt den Dialog der Deutungssystem brauche.

Zum Artikel auf der NZZ Website.

Im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn wird der Lehrgang „Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess“ angeboten, welcher die Ausbildung entsprechender Kompetenzen fördert.