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Der Missbrauch und seine Wurzeln: Dazu Klaus Mertes SJ, bis 2011 Rektor des Canisius-Kollegs

von Pia Seiler

Am Vatikan-Gipfel gegen den Missbrauch von Kindern legt Papst Franziskus einen Katalog mit 21 Punkten vor, unter anderem ein Handbuch: Es soll regeln, welche Schritte im Verdachtsfall unternommen werden. Die Kirche habe das Bewusstsein für Gründe und Folgen von sexuellem Missbrauch zu schärfen und sicherzustellen, dass Geistliche, die sich schuldig gemacht haben, den Dienst aufgeben. Der Papst hat zum Gipfel vom 21. bis 24. Februar 2019 rund 190 Teilnehmer eingeladen, unter ihnen die Vertreter der 114 katholischen Bischofskonferenzen weltweit. Die Schweiz ist mit Bischof Felix Gmür vertreten, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz.

Der Missbrauch und seine Wurzeln: Lesen Sie dazu das Interview mit Klaus Mertes SJ im Forum, Pfarrblatt von Zürich. Mertes war bis 2011 Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin und schrieb im Januar 2010 einen Brief an rund 600 Ehemalige des Gymnasiums. Einstige Schüler hatten sich im vertraulichen Gespräch mit ihm als Missbrauchsopfer offenbart. Mertes wollte das Schweigen endlich brechen und die Vertuschung beenden. Damit begann die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche in Deutschland.

Hier gelangen Sie zum Interview mit Klaus Mertes SJ


Papst bestätigt Ausrichtung des Ordens

von Regula Lutz

Arturo Sosa SJ, Generaloberer der Gesellschaft Jesu, veröffentlicht Apostolische Präferenzen 2019-2029

Papst Franziskus hat die inhaltliche Ausrichtung des Jesuitenordens offiziell bestätigt und bekräftigt. Zum ersten Mal in der Geschichte des Ordens haben alle Mitglieder weltweit mitdiskutiert, was die Gesellschaft Jesu in den nächsten zehn Jahren für die Kirche und die Gesellschaft bewirken will:

  1. Ein Weg zu Gott: Durch ignatianische Unterscheidung und Exerzitien Gott finden helfen.
  2. An der Seite der Benachteiligten: Auf dem Weg mit den Armen, den Ausgestossenen der Welt, den in ihrer Würde Verletzten für Versöhnung und Gerechtigkeit eintreten.
  3. Mit jungen Menschen: Jugendliche und junge Erwachsene bei der Gestaltung einer hoffnungsvollen Zukunft begleiten.
  4. Für die Schöpfung: In der Sorge für das Gemeinsame Haus zusammenarbeiten.

Nachdem Papst Franziskus diesen Schwerpunkten seine Zustimmung gegeben hat, veröffentlichte sie der Generalobere Pater Arturo Sosa SJ am 19. Februar in einem Schreiben an den ganzen Orden und die Mitarbeiter. «Vielen Dank für diese Arbeit, die ich billige und als Mission bestätige», heisst es in dem Bestätigungsschreiben von Papst Franziskus. «Der Prozess, den die Gesellschaft Jesu unternommen hat, um zu universellen apostolischen Präferenzen für die kommenden Jahre zu gelangen, war ein Weg, das heisst, die Auswahl der verschiedenen apostolischen Möglichkeiten hat sie in Bewegung gesetzt. Das tröstet mich, es war eine dynamische Unterscheidung, keine Bibliothek oder Labor, was auch keine echte Unterscheidung gewesen wäre.» Die vier Präferenzen stünden im Einklang mit den gegenwärtigen apostolischen Prioritäten der Kirche, die durch das ordentliche Lehramt des Papstes, die Synoden und Bischofskonferenzen, insbesondere durch das apostolische Schreiben Evangelii Gaudium zum Ausdruck kommen, so der Papst.

Während früher die Päpste dem Orden – aufgrund der besonderen Verbindung zwischen den Jesuiten und dem Papst – besondere Aufträge erteilt haben, sind die vier neuen Schwerpunkte auf einem gemeinsamen Weg entschieden worden. Sie wurden in einem längeren Prozess im gesamten Orden weltweit diskutiert und daraufhin dem Papst vorgelegt. Sie setzen die Richtung des Ordens fort, den dieser seit den letzten Generalkongregationen gegangen ist. 

Arturo Sosa SJ, Generaloberer der Gesellschaft Jesu, unterstreicht in seinem Brief: «Wir haben dies als Sendung von der Kirche durch den Heiligen Vater, Papst Franziskus, erhalten, der die Präferenzen genehmigt und die durch den apostolischen Leib geschehene Unterscheidung in Gemeinschaft bestätigt hat. Uns als Leib, der dem Heiligen Geist gehorcht, kommt es nun zu, die Umsetzung in allen Dimensionen unserer Sendung bzw. unseres Lebens zu planen. »Alle Kräfte des Ordens würden nun in den nächsten zehn Jahren dafür 2019-2029 gebündelt.

Christian Rutishauser SJ, Provinzial der Schweizer Jesuiten, erklärt dazu: «Das Ordens-Charisma der Jesuiten muss in jede Generation hinein konkretisiert werden. So freue ich mich, dass Pater General vier neue Präferenzen für die Arbeit der Jesuiten weltweit formuliert hat. Sie sind Frucht einer längeren Konsultation. Als Provinzial werde ich darauf achten, dass sie unser Wirken in der Schweiz prägen.»

Hier gelangen Sie zur Webseite mit den vier Schwerpunken  des Jesuitenordens auf Französisch, ItalienischEnglisch und Spanisch.

Die vier Präferenzen in einer kurzen Videobotschaft: 

Die Videobotschaft von Arturo Sosa SJ in seiner Muttersprache Spanisch:


Der stärkste Mann im Kampf gegen Antisemitismus: Jesus – Patrik Schwarz und Christian Rutishauser in der «Zeit»

von Pia Seiler

«Gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus sollte die Kirche ihren stärksten Mann in den Kampf schicken: Jesus». So überschreibt Patrik Schwarz seinen Beitrag in der aktuellen «Zeit» und erinnert an das Fest der Beschneidung Jesu am 1. Januar.

Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war der 1. Januar ein hoher kirchlicher Feiertag. Gefeiert wurde die Beschneidung Jesu, ein Gebot seiner Vorväter. Sie sind an prominenter Stelle in der Weihnachtsgeschichte genannt: Jesus stammt vom Hause und Geschlecht Davids ab. «Noch ehe Jesus also Christus wurde, war er Jude», schreibt Patrik Schwarz in der aktuellen «Zeit»-Ausgabe und weiter:
«Den 1. Januar wieder zu ehren als kirchlichen Feiertag wäre ein starkes Signal, dass der Vatikan sich an die Seite seiner «älteren Geschwister im Glauben» stellt, wie Papst Johannes Paul II. es einst formulierte.(...) Wie dringend notwendig diese Eindeutigkeit im Bekenntnis wäre, zeigt nicht bloss die jüngste Debatte um die Haltung von Papst Benedikt zum Judentum. Den Deutschen als Judengegner zu diffamieren, auch wenn er dereinst in Marktl am Inn in der Hitlerjugend war, ist falsch und ungerecht – Joseph Ratzinger hat Johannes Pauls projüdischen Kurs als dessen engster Mitarbeiter vorgezeichnet und schon als Kardinal von München die sogenannte Integrierte Gemeinde unterstützt, der das Verhältnis zum Judentum ein besonderes Anliegen war. Der Wirbel um einige Aufsätze Benedikts zeigt aber, wie frisch die Wunden noch sind.»

Patrik Schwarz, Geschäftsführer der «Zeit»-Seiten Christ&Welt, zitiert in diesem Zusammenhang Christian Rutishauser. Im Folgenden die leicht gekürzte Passage:
«Ein massgeblicher Vordenker in der Frage ist der Provinzial der Schweizer Jesuiten, Christian Rutishauser. Nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch bei den beiden lebenden Päpsten bemüht er sich seit Jahren um eine Anerkennung des Festes der Beschneidung. «Ich habe Papst Benedikt wie Franziskus dazu Papiere vorgelegt, mit der Bitte, das Fest der Beschneidung Jesu am 1. Januar wiederherzustellen», sagt er gegenüber Christ&Welt. (…) Rutishauser plädiert dafür, die Beschneidung als «Mysterium» zu verstehen, «mit dem Jesus als Kind in den von Gott nie gekündigten Bund mit Abraham eintritt». Dieser Bund werde somit «in den Leib des Herrn eingeschrieben». Wem das zu martialisch klingt, den erinnert der Theologe an den Bezug zu Ostern und dem Abendmahl, bei dem ebenfalls das Blut Christi geistlich verstanden wird: «Das Blut, das Jesus bei der Beschneidung für den Alten Bund vergiesst, ist dasselbe, das er für den Neuen Bund in seiner österlichen Vollendung vergießen wird.»


Zum 100. Todestag von Abbé Joye, Filmpionier und Jugendseelsorger: Dokfilm am 15. März und Filmseminare

von Pia Seiler

Er vermochte im reformierten Basel eine Generation junger Katholikinnen und Katholiken zu begeistern: Abbé Joye (1852 – 1919), Jugendseelsorger, Fotograf, Cineast – und Gründer des ersten Basler Kinos. Zum 100. Todestag wird das Wirken des Jesuiten noch einmal lebendig: Das aki Zürich gedenkt ihm mit einem Filmseminar am 3. März und dem Dokfilm «A propos de Joye» am 15. März, das Lassalle-Haus mit Seminaren übers Jahr verteilt.

Joseph Alexis Joye kommt am 18. April1852 in Romont FR als erster von fünf Söhnen zur Welt. Der Vater stirbt, als er elf ist. Finanziell hat die Familie wohl wenig Sorgen. Joseph schaft den Übertritt ans Gymnasium St. Michel in Fribourg. Schon der 17-Jährige äussert den Wunsch, Jesuit zu werden. Er wird ins Noviziat aufgenommen. Es folgen ordensübliche Studien in Deutschland, Holland, Belgien und England, unterbrochen vom Sanitätsdienst, den er im Deutsch-Französischen Krieg 1870 zu leisten hat. 1882 wird er zum Priester geweiht. Gerne wäre er Missionar in Übersee geworden, doch seine Oberen schicken ihn nach Basel. Er wird Vikar in der St. Clara-Pfarrei, dann in der neuen Pfarrei St. Marien, wo er sich um die Französisch sprechenden Katholikinnen und Katholiken kümmert. Während den 25 Jahren seines Wirkens verschiebt sich sein Schwerpunkt auf die Jugendarbeit; von 1911 bis 1915 ist er zudem Provinzial im deutschsprachigen Raum.

Jugendseelsorger, Fotograf, Cineast
Abbé Joye erobert sich in kurzer Zeit die Herzen der katholischen Basler Schuljugend. Besonders in der Sonntagsschule kann er seine Fähigkeiten voll entfalten. Er weiss spannende Geschichten aus der Bibel zu erzählen, und in seiner narrativen Theologie kommt sein Hobby zum Zug: das Fotografieren. Augenzeugen erinnern sich an den Lattenverschlag auf dem Dachboden des Pfarrhauses – seine Dunkelkammer, wo er mit einem Diamanten aus Resten von Fensterglas Fotoplatten schneidet. Altes Geschirr dient bei der Filmentwicklung, eine Badewanne zum Wässern der entwickelten Platten. Seine Bilder sucht er in Büchern und Illustrierten zusammen. So entstehen in Kleinstarbeit 16 000 handkolorierte Dias, die er für Schule und Erwachsenenbildung einsetzt – seine Dienstagsvorträge sind legendär. Ein Mitarbeiter berichtet: «Herr Abbé fotografierte und entwickelte alle Bilder meist selber und opferte für seine Diapositive Ruhe und Schlaf. Besonderen Spass machte es ihm, die Bilder zu bemalen. Es war eine Freude, ihm zuzusehen, wie er die schwarzweissen Dias mit sicherem Pinselstrich verwandelte.»
Joye pflegt Kontakt mit dem Chemiker Auguste Lumière in Lyon, dem Erfinder des Kinematographen, und mit «Pathé Frères» in Paris und Berlin, der ersten Filmgesellschaft. 1901 kommt er zu seinem ersten kurzen Filmstreifen, ab 1905 zeigt er regelmässig Filme – erst zwei Jahre später gibt es in Basel das Kino «Fata Morgana». Ein Filmverleih existiert noch nicht, man muss die Filme kaufen. Abbé Joye verschafft sich von überall her neue. So entsteht eine Sammlung von über 2000 Filmen.
Der Abbé gründet das Waisenhaus Vinzentianum und das Jugendheim Borromäum. Gegen viele Widerstände kämpft er für den Bau eines Saales im Borromäum, wo sich eine vielfältige Tätigkeit entwickelt: Der Jünglingsverein inszeniert Theater- und Musikaufführungen, wobei der Pater stets treibende Kraft ist. Aus dem «wissenschaftlichen Schülerzirkel», 1907 von ihm ins Leben gerufen, entsteht später die akademische Vereinigung «Renaissance».
Am 1. März 1919 stirbt Joseph Joye 67-jährig. Begraben ist er ob Zug, auf dem Jesuiten-Friedhof beim Lassalle-Haus.

Die Joye-Collection
Von den Filmen, die Joye sammelte, sind heute rund 1200 erhalten. 1976 hat der Jesuit Stefan Bamberger die Sammlung dem «National Film Archive» in London zur fachgerechten Restauration übergeben. Die Joye-Collection gilt in Filmkreisen als Sensation. Für die Filmhistorikerin Mariann Lewinsky-Sträuli dokumentiert sie «in einzigartiger Weise» die Geschichte der Filmproduktion in der dynamischsten Entwicklungsphase und durch sie «die Welt und Kultur ihrer Epoche». Die Sammlung enthält Meilensteine der frühen Kinogeschichte, die man längst verloren glaubte.
Die Kopien sind alle in 35-mm-Format. «Es wäre grossartig, wenn ein Projekt zu Stande käme, damit die Joye-Filme auf restaurierten Filmkopien in geretteten Farben der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden könnten», so Beat Schneider, stellvertretender Direktor der Institution Stadtkino Basel.
Hansruedi Kleiber SJ, Franz-Xaver Hiestand SJ

 

ZUM 100. TODESTAG VON ABBÉ JOYE SJ

Filmarbeit der Jesuiten einst und heute

Mit Jesuit Christof Wolf SJ, Filmemacher und Produzent, Loyola-Productions München
Sonntag, 3. März 2019, 15 – 18 Uhr
Anmeldung Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn, Edlibach ZG

A propos de Joye
Film von Isolde Marxer
Freitag, 15. März 2019, 19.30 Uhr, Kollekte
Anmeldung aki Zürich, Hirschengraben 86, Zürich

Jesuiten als Filmpioniere und Hauptfiguren in Filmen
Seminar aus Anlass des 100. Todestages von Abbé Joye SJ
Samstag, 16. März 2019, 15 – 22 Uhr
Anmeldung aki Zürich, Hirschengraben 86, Zürich

Arbeit mit Filmen
Bewegte und bewegende Bilder: Christof Wolf SJ und Franz-Xaver Hiestand SJ loten in bester Abbé Joye-Tradition die inspirierende Kraft von Filmen unserer Tage in dieser besonderen Form von ignatianischen Exerzitien aus.

  • Zugänge zur spirituellen Dimension von Filmen
    01. – 03. März 2019, Fr 18.30 – So 13 Uhr
  • Exerzitien mit Filmen
    13. – 18. Oktober 2019, So 17 – Fr 13 Uhr
    Anmeldung Lassalle-Haus

Weihnachten: Fragen in unruhiger Zeit, Antworten mit Gott aus der Tiefe des Herzens

von Regula Lutz

Liebe Freundinnen und Freunde der Jesuiten

Weihnachten 2018! Das Fest von Jesu Geburt steht vor der Tür. Das Fest der Menschwerdung Gottes. Der Advent hat uns eingeladen, uns auf Menschwerdung hin vorzubereiten. Weihnachten ereignet sich, wenn Christus in uns Mensch wird und wir in ihm.

In einer Gesellschaft, in der das Humane immer stärker unter Druck kommt, ist Weihnachten neu von Bedeutung. Wo bleibt das Humane, das schreiende Kind und der sehnsüchtige Blick? Wo bleibt der kritische und kreative Geist, der Neues schafft, wenn der Mensch wie eine Maschine funktionieren muss. Roboter ersetzen ihn mehr und mehr. Er ist gesteuert von neuronalen Prozessen des Gehirns, löst sich in eine digitale Welt hinein auf.

In einer Welt, in der das Menschliche mit Füssen getreten wird, ist die Menschwerdung Gottes mehr als notwendig. Wo bleibt die Solidarität und das Teilen, die Herberge, die aufnimmt? Wo bleibt die Friedenszeit, die mit der Geburt Christi anbricht, wenn Menschenrechte an vielen Orten nicht garantiert sind. Weltweit haben wir noch nie so viele Menschen auf der Flucht gesehen. Entwurzelung, Vereinsamung, Armut sind für viele bittere Realität.

In einer Kultur, in der das Säkulare den Glauben an die Wand drängt, muss die Geburt des Erlösers gefeiert werden. Wo bleibt die Offenheit für Gottes Handeln an uns? Wo wird das Leben als Geschenk wahrgenommen, auf die biblische Botschaft gehört, wenn die Wissenschaften und der technische Fortschritt vorgeben, alles zum Besseren zu führen. Alles wird psychologisch und soziologisch erklärt. Gott ist nur ein Störfaktor.

Christi Geburt lässt uns auf das Leben als Geschenk blicken. Mit jedem Kind ist es neu gegeben. Gott vollendet mit uns und an uns das Menschliche. Die Freude darüber begleite Sie in diesen Festtagen.


Pascal Meyer SJ im weltweit grössten Flüchtlingscamp: Bildung für Junge

von Regula Lutz

Scholastiker Pascal Meyer SJ aus Langnau ZH ist seit Herbst 2018 im Team von Jesuit Worldwide Learning (JWL). Das Werk der Jesuiten ermöglicht Flüchtlingen und Benachteiligten in Krisenregionen hochwertige Online-Schulung in Zusammenarbeit mit Universitäten und lokalen Partnern.

Zurzeit ist Pascal Meyer (34) in Kakuma im Nordosten Kenias, im grössten Flüchtlingslager der Welt mit über 100 000 Menschen. Von dort erreicht uns seine Videobotschaft zum neu geschaffenen Kurs für Sportbegeisterte. Im Video berichten JWL-Studenten von ihren schweisstreibenden Stunden, die nicht nur ihnen guttun und sie aus dem Alltag des Flüchtlingscamps herausreissen. Vielmehr wollen sie das mit Online-Lehrern buchstäblich antrainierte Wissen über Bewegungsabläufe und Trainingsmethoden anderen jungen Menschen im Camp weitergeben.

Der Kurs lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Frauenrechte im Camp. Dazu gibt es eine eindrückliche Einspielung von Kursteilnehmerin Keth, die bereits drei Volleyballteams gegründet hat. Die junge Frau sagt: «Viele glauben in ihrer Kultur, dass Frauen und Mädchen nicht spielen, keinen Ball kicken, keinen Mannschaftssport betreiben können. Sie behaupten, dies sei nur für Männer und ein Tabu für uns. Ich hoffe, dass ich nach Absolvierung dieses Kurses die Frauen mobilisieren kann. Ich werde ihnen die Bedeutung des Sports zeigen.» Eindrücklich sind auch die Wünsche, die die Kursteilnehmenden am Ende äussern junge Frauen und Männer, deren Leben ins Stocken geraten ist und die von einer besseren Zukunft träumen.

Zuvor war Pascal Meyer in der jordanischen Hauptstadt Amman und half bei der Hochschulbildung für Geflüchtete mit. Die meisten von ihnen stammen aus den Krisenregionen Ostafrikas – für sie ist Bildung die einzige Chance auf ein besseres Leben.



Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu Universitätsbildung. Dabei haben viele das Talent und den Willen zu studieren. Jesuit Worldwide Learning will hier ansetzen und mit entsprechenden Mitteln weitere Lernzentren eröffnen. Zurzeit bildet das Werk der Jesuiten über 3500 Studierende in 12 Ländern von Afghanistan bis Kenia aus. www.jwl.org
Was können die Studierenden mit ihren neu erworbenen «Diploma of Liberal Arts» anfangen? Welche Rolle spielt dabei die Regis University in Colorado? Und: Was hat ignatianische Pädagogik als Grundlage von JWL mit kritischem Denken und Verantwortungsbewusstsein zu tun? Antworten dazu von Pascal Meyer.


Radiopredigt zum Christkönig - Hochfest zum Ende des Kirchenjahres

von Regula Lutz

Röm.-kath. Radiopredigt auf srf 2, 25. November 2018 zum Christkönig – Hochfest zum Ende des Kirchenjahrs von P. Dr. Christian M. Rutishauser SJ.

Zur Predigt ...

 


Jesuit killed in South Sudan

von Regula Lutz

Message of Fr. Orobator, president JCAM

Dear Brothers:

Greetings of Peace from Nairobi!

I hope you are well.

The news of the tragic murder of Fr. Victor-Luke Odhiambo SJ in Cueibet, South Sudan, has shocked and saddened us all. May his soul rest in peace.
His death also wakes us up to the almost-forgotten tragedy of South Sudan. The violence that daily convulses the lives of millions of South Sudanese beggars belief.
Victor-Luke died a painful death, but it was for a cause. I know from personal experience that he believed the Jesuits should be in South Sudan because it was the greatest place of need in the province of Eastern Africa.
His death calls us and the world to wake up to the sad reality of South Sudan. We need to send a strong message to the international community.
Kindly find attached a Press Statement by the Jesuits of Africa and Madagascar on Fr. Odhiambo’s death and witness and the situation of South Sudan. The Statement not only describes and denounces the tragedy of violence and conflict, but is also intended to serve as a tool for international advocacy on behalf of South Sudan.
I would request that you widely circulate this statement among your networks, especially communication, advocacy and social apostolate. Kindly request all Jesuits in your Conference to circulate and disseminate this through social media and other means of communication.

I am grateful for your kind consideration and support.

Blessings,
Bator.

Agbonkhianmeghe Orobator, SJ
President Jesuuit Conference of Africa and Madagascar

Press Statement ...


Christian Roth und das Erbe der Jesuiten in Südamerika: Gesprächsabend 6. Dez. im aki

von Regula Lutz

 

Doppeltes Erbe: Christian Roth spricht am 6. Dezember im aki über die Reduktionen


Christian Roth hat zu den Reduktionen – den Jesuitensiedlungen in Südamerika – eine tiefe Beziehung: Er wuchs in Bolivien als Sohn des einstigen Jesuiten Hans Roth aus Baar ZG auf, der von 1972 bis 1999 in Bolivien sechs Reduktionen restaurierte. Wie der Vater ist Roth Architekt und kann die Hinterlassenschaft der Jesuiten in Bolivien und Paraguay, seit 1990 UNESCO-Weltkulturerbe, fundiert ermessen.

Am 6. Dezember 2018 nun besteht Gelegenheit, Christian Roth zu begegnen: Am Gesprächsabend im aki Zürich berichtet er über das Jesuiten-Erbe in Südamerika, das bis heute grosse Strahlkraft besitzt und soziale Bindung schafft. Für Christian Roth ein doppeltes Erbe: Seine Familiengeschichte ist eng mit der Geschichte der Jesuiten verflochten.

Sein Vater Hans Roth (1934 – 1999) war in jungen Jahren in den Jesuitenorden eingetreten. 1972 wurde Hans Roth nach Bolivien entsandt. Der ETH-Architekt sollte vorerst sechs Monate dort wirken – und blieb für immer. In der einstigen Jesuitensiedlung Concepción lernte er die deutsche Krankenschwester Heidi Schmidt kennen, die für «Terre des Hommes» arbeitete. 1976 trat Hans Roth aus dem Orden aus und gründete mit ihr, von der Befreiungstheologie beseelt wie er, eine Familie. «Meine Eltern redeten nicht bloss davon, sie lebten danach», sagt Christian Roth. «Viel hatten wir nicht. Von der Kirche erhielten wir eine Wohnmöglichkeit, von Entwicklungspartnern einen kleinen Verdienst». Viel war der Vater auch nicht zuhause. Hans Roth restaurierte mit Indios und Bruder Josef Herzog SJ in den Chiquitos, ein Gebiet sechs Mal die Schweiz, Bauten der Reduktionen, in denen die Jesuiten 1609 – 1767 gewirkt hatten. Er erstellte zudem zahlreiche Neubauten: Lehrwerkstätten, Wohnungen, neue Kirchen. Dabei stiess er auch auf das musikalische Erbe der Jesuiten: Roth fand Noten von sakraler Musik der einstigen Jesuiten, in Musikkreisen eine Sensation. Dies namentlich von Pater Martin Schmid SJ (1694 – 1772), gebürtiger Baarer wie er.

6.12.2018, 18.30 Uhr, aki Zürich, Hirschengraben 86: Abend mit Christian Roth. Gespräche, Klänge, Apéro. Moderation Pia Seiler.


Südamerika-Reise


Vom 6. bis 23.4.2019 führt Christian Roth mit Missionsprokurator Toni Kurmann SJ zum Weltkulturerbe der Reduktionen nach Paraguay und Bolivien. Mit Besuchen von Kirchen, Konzerten, Sozialprojekten. Die Reise wird vom Lassalle-Haus organisiert.

Vorbereitungstreffen: 8. bis 9.12.2018, Infos: www.lassalle-haus.org


In memoriam P. Dr. Werner Heierle SJ

von Regula Lutz

Im Rahmen des Jubiläums «100 Jahre aki Zürich» sind verschiedene Videos mit früheren Hochschulseelsorgerinnen und –seelsorgern, die im aki tätig waren, entstanden. Auch der am 29. Oktober 2018 verstorbene P. Dr. Werner Heierle SJ kommt zu Wort. Nach seinem schönsten pastoralen Erlebnis gefragt, erwähnt er Gottesdiensterfahrungen in der Diaspora, die er zusammen mit Studierenden machen durfte. So war er: Verwurzelt in der Eucharistie, aufmerksam für die Menschen, mit denen er unterwegs war, in sensibler Weise missionarisch und bestrebt, überall das Bewusstsein für Gottes Wirken zu verstärken.

In der für die Ordensgeschichte entscheidenden 32. Generalkongregation von 1974/1975 haben die Jesuiten festgehalten: «Wir wollen das Evangelium in Demut verkündigen. Das heisst: sich darüber klar sein, dass es in Kirche und Welt viele Aufgaben von grosser Bedeutung gibt, die wir nicht zu übernehmen in der Lage sind, (…). Und in den Aufgaben, die wir übernehmen können und sollen, bereit sein, mit anderen zusammenzuarbeiten, mit Christen, mit Angehörigen anderer Religionen, mit allen Menschen guten Willens; bereit, eine eher untergeordnete, helfende, ja auch eine anonyme Rolle zu spielen: bereit, von denen das Dienen zu lernen, denen wir zu dienen suchen.
Die Verfügbarkeit für die niedrigsten Aufgaben, oder zum mindesten das Verlangen danach, ist ein Teil der Identität des Jesuiten.» (Dekret 2, Nummer 29 und 30) Werner Heierle SJ hat diese Dimension jesuitischer Existenz beispielhaft vorgelebt.

P. Franz-Xaver Hiestand SJ, Leiter des aki

Hier finden Sie den Nachruf auf P. Werner Heierle SJ von P. Beat Altenbach SJ und die Predigt am Abschiedsgottesdienst von P. Hans Schaller SJ.



25 Jahre nach der Neuausrichtung: Das Lassalle-Haus auf kath.ch

von Pia Seiler

Das Lassalle-Haus Bad Schönbrunn ob Zug trägt den Namen eines Pioniers der Spiritualität. «Mit der Neuausrichtung vor 25 Jahren gelang es den Schweizer Jesuiten, ihr Bildungshaus neu zu positionieren», schreibt Martin Spilker auf kath.ch. 

Und weiter: «1993 wurde aus dem Bildungshaus Bad Schönbrunn das Lassalle-Haus. Der Name geht auf Hugo Enomiya Lassalle (1898-1990) zurück. Der in Japan tätige Jesuit war Wegbereiter des Zen in der westlichen Welt. Und für Niklaus Brantschen war er Vorbild für seine Idee, dem Bildungshaus eine völlig neue Ausrichtung zu geben.
Es habe Bedenken, Zweifel und Widerstand gegen die Neuausrichtung gegeben, sagte Brantschen anlässich der 25-Jahr-Feier am 25. Oktober 2018. Dies sowohl innerhalb der Gemeinschaft der Jesuiten, wie auch von aussen. Aber auch er habe Zweifel gehabt, ob es gelingen werde, sich unter diesem Namen und mit der neuen Ausrichtung zu positionieren.» 

Hier finden Sie den gesamten Beitrag von Martin Spilker. 

 


«Fakten gegen Vorurteile»: Christoph Albrecht SJ im «Sonntag» zur Flüchtlingssituation

von Regula Lutz

Christoph Albrecht SJ in der Wochenzeitschrift Sonntag zur Flüchtlingssituation und dem eigenen Handlungsspielraum: Wie kann man den Flüchtlingen hier bei uns begegnen, wie der Ohnmacht der Bilderflut etwas entgegensetzen? Lesen Sie, was Albrecht, Leiter Jesuit Refugee Service (JRS) Schweiz dazu antwortet.

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