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Flüchtlingssonntag: Asyl für Jesus?

von Regula Lutz

P. Christoph Albrecht SJ hat für den Kirchenboten Basel einen Beitrag zum Flüchtlingssonntag verfasst.

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Theologische Aufbrüche und ihre Köpfe in der Schweiz: neues Buch mit spannenden Porträts

von Pia Seiler

Im 19. und 20. Jahrhundert gab es in der Schweiz ein reges theologisches Schaffen. Dies dokumentiert der dritte Band «Aufbruch und Widerspruch» mit Porträts von 55 Schweizer Theologinnen und Theologen. Von Victor Conzemius zu Doris Strahm, von Robert Leuenberger zu Herwig Aldenhoven: «Sie alle haben im 20. Jahrhundert und bis in die neueste Zeit das theologische Verstehen und ethische Handeln in den Kirchen, an den Universitäten und in der Gesellschaft reflektiert und geprägt, sei es in biblischer, ökumenischer oder interreligiöser Hinsicht, sei es aus historischer, systematischer oder praktischer Perspektive», schreibt Mitherausgeber Stephan Leimgruber. In spannenden Beiträgen von jeweils 15 bis 25 Seiten werden die Biographien und Werke der einzelnen Theologinnen und Theologen vorgestellt, analysiert und in die weitere Geschichte eingeordnet. Persönlichkeiten aus dem nahen Ausland, die hier ihren Lebensmittelpunkt hatten und hier ihr Lebenswerk schufen, wurden ebenso aufgenommen wie die zahlreichen Schweizerinnen und Schweizer, die im Ausland lebten und lehrten.

Unter den Porträtierten sind auch vier Jesuiten:
Mario von Galli SJ (1904-1987) – Konzilsberichterstatter: «Wandelt Euch im Denken». Beitrag von Alois Schifferle
Ludwig Kaufmann SJ (1918 - 1991) – Konzilszeuge und Konzilsdeuter: schreiben und hoffen in winterlicher Zeit. Beitrag von Nikolaus Klein SJ
Raymund Schwager SJ (1935-2004) – Theologisch denken im Drama von Glaube und Gewalt. Beitrag von Mathias Moosbrugger
Hans Schaller SJ (*1942) – Geistliche Theologie aus Ignatianischen Quellen. Beitrag von Stephan Leimgruber

Lesen Sie das Interview von Regula Pfeifer mit Stephan Leimgruber auf kath.ch

Aufbruch und Widerspruch, Schweizer Theologinnen und Theologen im 20. und 21. Jahrhundert: Porträts von 55 theologischen Persönlichkeiten im Kontext der modernen europäischen Geschichte, Angela Berlis, Stephan Leimgruber, Martin Sallmann (Hg.), Verlag TVZ 2019

Buchpräsentationen waren in Bern und Basel, im Juni zudem noch: 
17. Juni, 19.30 Uhr, Festsaal St. Katharinen, St. Gallen
24. Juni, 18.15 Uhr, Fraumünster, Zürich


2018 fast 70 Millionen auf der Flucht: Jesuiten-Flüchtlingsdienst nötiger denn je

von Pia Seiler

Der Generalobere der Jesuiten, Pater Arturo Sosa SJ, ruft in seinem Brief vom 24. Mai 2019 an alle Jesuiten zu einem verstärkten Engagement mit den Geflüchteten auf. Er hebt die wachsende Notwendigkeit zur Stärkung des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS hervor, welche sich in praktisch allen Ländern aufdrängt: Während die Zahl von Flüchtlingen weiter ansteigt, sinkt die Bereitschaft zur Aufnahme, feststellbar durch zunehmende Abschottung, dem Rückgang von Resettlement-Programmen, dem Schüren von Feindbildern.

Arturo Sosa bedankt sich für alle anderen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen, und ruft «die Mitglieder der Gesellschaft Jesu und ihre Partner dazu auf, insbesondere diejenigen in Leitungspositionen, sich an der Umsetzung der JRS-Vision der Inklusion und Integration von Flüchtlingen zu beteiligen.» Des weiteren präzisiert er: «Die Sendung des JRS muss von all unseren Institutionen geteilt werden, seien sie akademisch, pädagogisch, sozial, intellektuell, pastoral oder spirituell. Sie alle können zur Begleitung und zum Dienst an Flüchtlingen beitragen.»

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten ist auch in der Schweiz aktiv.
Hier erfahren Sie mehr. 

 

Afghanin mit ihrer kleinen Tochter im Kirchenasyl

Existentielle Fragen in Predigten? Doch nur noch im Theater und in Konzerten...

von Pia Seiler

Vermag die Kirche mit ihren Gottesdiensten noch Intellektuelle anzusprechen? Sind sie mit ihren letzten Sinn- und Wertefragen nicht besser bei kulturellen Veranstaltungen, im Theater, im Konzert aufgehoben? «Liturgie ist mit den Medien Theater, Kunst und Musik verwandt», schreibt Christian Rutishauser SJ in seinem NZZ-Gastbeitrag vom 30.5.2019 und weiter: «Um Intellektuelle anzusprechen, brauchen Vorsteher und Vorsteherinnen von Gottesdiensten also nicht nur die Fähigkeit, existenzrelevante Fragen in prägnanter Sprache vorzutragen. Sie brauchen auch dramaturgische und ästhetische Kompetenz.»
Liturgie aber ist nicht nur Predigt Liturgie ist viel mehr.

Hier gelangen Sie zu Christian Rutishausers NZZ-Gastbeitrag vom 30.5.2019


Wo sonst kaum jemand hingeht: Christoph Albrecht SJ bei den abgewiesenen Asylsuchenden

von Pia Seiler

Seit drei Jahren besucht Christoph Albrecht SJ regelmässig das so genannte Rückkehrzentrum in Glattbrugg am Pistenrand des Flughafens Zürich. Hier leben Menschen in einer Containersiedlung, deren Asylgesuch abgewiesen wurde. Sie stammen aus Eritrea, Äthiopien, Algerien, Irak, Afghanistan und glauben nicht, dass für sie eine Rückkehr in Sicherheit und Würde möglich ist. Oder aber ihr Land hat mit der Schweiz kein Rückübernahme-Abkommen. 80 Männer sind es zurzeit, die Monate, manchmal Jahre warten. Christoph Albrecht hat sich bewusst für die Arbeit mit abgewiesenen Asylsuchenden entschiedenen. Er will dort sein, wo sonst kaum jemand hingeht, will Menschen ohne Hoffnung und Perspektiven unterstützen und mit ihnen einen Weg gehen. Hören Sie hinein in die Radioreportage von Norbert Bischofberger, der den Jesuiten und Seelsorger begleitet hat (ab Minute 14.30 kommt Albrecht zu Wort).

Seelischer Beistand für Asylsuchende, SRF 2 Kultur, So 19. Mai 2019

Hier erfahren Sie mehr über Christoph Albrechts Engagement


Mit Pascal Meyer SJ bei den Peace Leader-Studenten des JWL-Programms

von Pia Seiler

Pascal Meyer SJ absolviert sein Magisterium – die Praktikumsjahre seiner Jesuitenausbildung – im Team von Jesuit Worldwide Learning JWL mit Sitz in Genf. Das digitale Bildungsprogramm von JWL richtet sich an junge Frauen und Männer am Rande der Gesellschaft, in Krisenregionen, in Flüchtlingslagern.

Zurzeit ist Pascal Meyer im Irak, bei Peace Leader-Studentinnen und –Studenten und berichtet in seinem Video, wie der Studienplan der jungen Frauen und Männer aussieht, was sie motiviert und worauf sie hoffen. Das Programm wurde von Studentinnen und Studenten in Nairobi/ Kenia entwickelt. 

Jesuit Worldwide Learning JWL: Peace Leader-Studenten im Irak


Schluss mit Pharisäer-Schelte: Kongress in Rom mit 350 Gelehrten und Papstaudienz

von Pia Seiler

Sie kommen am Sonntag oft in den Evangelienlesungen vor: die Pharisäer. Während einer Fachtagung Anfang Mai in Rom haben sich rund 350 jüdische und christliche Gelehrte differenziert mit den Pharisäern auseinandergesetzt. Sie fordern, dass endlich Schluss ist mit Pharisäer-Schelte.

Mit dabei war Christian Rutishauser SJ, Provinzial der Schweizer Jesuiten. Er engagiert sich seit Jahren für den christlich-jüdischen Dialog. Eine Papstaudienz gab der Tagung Gewicht. «Solche Tagungen sind sehr wichtig, damit nicht christlicher Antijudaismus genährt wird», sagt Christian Rutishauser. Insbesondere in einer Zeit, in der Antisemitismus in der Gesellschaft wieder wachse.

Lesen Sie das Interview mit Christian Rutishauser SJ

Und hören Sie den Beitrag mit ihm auf SRF 2 Kultur vom 12. Mai

 


Evangelium des Tages in einer Minute: am zweiten Mai-Sonntag mit Martin Föhn SJ

von Pia Seiler

Junge Jesuiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen mit einem neuen Social Media-Format in Serie: Sie bringen im Wochentakt das jeweilige Sonntags- oder Feiertagsevangelium in einer Minute auf den Punkt. Am zweiten Mai-Sonntag führt erstmals ein Jesuit aus der Schweiz die Reihe weiter: Martin Föhn SJ über Schafe und Löwen.

Die Idee der «One Minute Homily» OMH: Zu Sonn- und kirchlichen Feiertagen bringt ein Jesuit das Evangelium des jeweiligen Tages in einer Minute auf den Punkt. Denn während die Zahlen der Kirchenbesucherinnen und -Besucher sinken, steigen die Klickzahlen im Internet. Die Menschen sind nicht weniger spirituell interessiert als früher, doch die Kanäle und die Art und Weise, Inhalte rüberzubringen, haben sich geändert – und ändern sich stetig weiter. Deswegen wollen junge Jesuiten die Botschaft des Evangeliums in einer verständlichen Alltagssprache via Social-Media-Kanälen religiös Interessierten näher bringen.

Erstmals haben sich junge Jesuiten aus den USA mit OMH an ein grösseres Publikum gewandt. Im Advent 2018 nun hat Dag Heinrichowski SJ mit seinen Mitbrüdern vom Berliner Canisius-Kolleg das Format für den deutschsprachigen Raum getestet. «Es ist natürlich schon eine Herausforderung, einen Gedanken zum Evangelium in so kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen, aber die Rückmeldungen waren sehr positiv – gerade auch von unseren Jugendlichen am Kolleg», sagt der Scholastiker aus Hamburg. Die Zugriffszahlen auf das Youtube-Video und auf die Facebook-Seite der Jesuiten waren so überzeugend, dass sich eine Gruppe von zehn jüngeren Jesuiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gefunden hat, die mit ihren Mini-Predigten die Botschaft Jesu ins Netz bringen wollen.

12.5.2019: Martin Föhn SJ über Schafe und Löwen (Joh 10, 27-30)

4.5.2019: Martin Rieder SJ über die Zeit nach Jesu Tod (Joh 21, 1-19)

28.4.2019: Jonas Linz SJ über die Kraft der Nähe

20.04.2019: Clemens Kascholke SJ über die Wirkung von Ostern heute

18.04.2019: Jonas Linz SJ zu Jesus' Kreuzigung (Joh 18,1-19,42)

17.04.2019: Max Heine Geldern SJ zum letzten Abendmahl (Joh 13, 1-15)

13.04.2019: Christian Braunniger SJ zum Palmsonntag (Lk 19, 28-40)

6.4.2019: Sebastian Ortner SJ über Jesus und die Ehebrecherin (Joh 8, 1-11)

30.3.2019: Jonas Linz SJ über den barmherzigen Vater (Lk 15, 1-3.11-32)

23.3.2019: Marco Hubrig SJ über die Verkündigung Mariens (Lk 1, 26-38)

Wunsch von Clemens Kascholke SJ für die nächste Woche (Lk 9, 28b-36)

Gerald Baumgartner SJ zu den 40 Tagen von Jesus in die Wüste (Lk 4, 1-13)

Dag Heinrichowski SJ zum «richtigen Fasten» (Mt 6, 1-6.16-18)


Living Stones - lebendige Steine, lebendiges Treffen: Bildungs-Camp in Zürich

von Pia Seiler

Zeitgenössische Kunst in Verbindung mit Spiritualität – dies war die Klammer des diesjährigen Bildungs-Camps von Living Stones, das erstmals in der Schweiz stattfand: Am ersten Mai-Wochenende trafen sich junge Frauen und Männer aus 15 Ländern in Zürich.

Ob versierte Living Stoner mit Erfahrung in Kirchenführungen, Einsteiger aus Kiew und Chicago oder gänzlich Neulinge: Das viertägige Zürcher Treffen mit 120 jungen Frauen und Männern aus 15 Nationen entwickelte bald einmal eine ganz eigene Dynamik. Alle Beteiligte mitgezählt, trafen sich 140 Menschen in und um die Stadtzürcher Liebfrauenkirche. Beim Reden und Essen, Zuhören und Beten wuchs die Gruppe zusammen. Hatten die Organisatoren zu Beginn noch Bedenken wegen den eher knappen Räumlichkeiten im Pfarreizentrum, zeigte sich, dass dies für die Vertrautheit der jungen Leute mit ihrem Akzent auf Bescheidenheit durchaus förderlich war.

Living Stones, lebendige Steine sind besondere Kirchenführungen: Junge Guides begleiten Gäste auf kunstgeschichtlich-spirituelle Touren. Kunstsachverstand ist für die Guides denn auch unerlässlich. In Zürich stand die zeitgenössische Kunst im Fokus. Für Impulse sorgten Fachleute mit Vorträgen, Workshops und Exkursionen ins nahe Grossmünster,  Fraumünster und Kunsthaus, wo Polke, Chagall, Mondrian und Beuys anhand von Orginialwerken studiert werden konnten. Grosse Beachtung fand zudem die Performance einer Tänzerin und zwei Tänzern des Zürcher Opernhaus-Balletts. Sie drückten im Tanz aus, was auch moderne Künstler als Thema immer wieder aufgreifen: die Verletzlichkeit, Vergänglichkeit des Menschen – seine persönliche Wunde, die durch Gottes Präsenz in der Stille heilen kann.

Für die geistliche Begleitung während den vier Tagen waren Andreas Schalbetter SJ, Studierendenseelsorger in Luzern und Jean-Paul Hernández SJ verantwortlich. Hernández (im Gruppenbild links) war massgeblich bei der Gründung von Living Stones 2008 beteiligt. Der Sohn spanischer Eltern wuchs in Biel auf, studierte in Fribourg und trat in Italien in den Jesuitenorden ein. In Zürich freute ihn besonders, miterleben zu können, wie sein Pflänzchen in all den Jahren zu einer Bewegung angewachsen ist. Mittlerweile führen 300 Living Stoner in 30 Städten durch die schönsten Sakralbauten Europas; in der Schweiz durch die Jesuitenkirche in Luzern, die Kathedrale in Fribourg und den Dom in St. Gallen

Norbert Bischofberger, Redaktionsleiter der Sternstunden des Schweizer Fernsehens, hat den Living Stoner Benjamin Ackermann durch den Dom von St. Gallen begleitet – jene Kirche, wo Bischofberger einst Ministrant war und die heute mit persönlich gefärbten, spirituellen Kirchenführungen neue Wege geht, um Besucherinnen und Besucher anzusprechen. Und Vera Rüttimann, Journalistin für kath.ch, berichtet vom Zürcher Bildungs-Camp und lässt die Freiburgerin Mirijam Fromm zu Wort kommen. 

Living Stones im Dom von St. Gallen, Blickpunkt Religion, 5. Mai 2019 SRF2 Kultur

Mirijam Fromm führt durch die Kathedrale in Freiburrg, kath.ch

Informationen zu Living Stones


Silja Walter, Mystikerin, Wortkünstlerin, Tanzende mit Gott: Einblicke zum 100. Geburtstag

von Pia Seiler

Lyrikerin Silja Walter (1919-2011) konnte bei ihrer Gottessuche wie keine zweite mit Worten tanzen und ihren religiösen Gefühlen Ausdruck verleihen. Aus dem Verlegerhaus Walter stammend, ist sie einen radikal anderen Weg gegangen als ihr Bruder Otto F., der Schriftsteller –  und hat ihn erst nach 20 Jahren im Kloster Fahr wiedergesehen, wo sie als Schwester Hedwig 62 Jahre als Benediktinerin lebte.

Lesen Sie dazu das Interview von Christian Ruthishauser SJ mit kath.ch

 

Zum 100. Geburtstag von Silja Walter veranstaltet das Lassalle-Haus die Tagung «Tanzendes Wort – poetische und spirituelle Inspiration aus dem Kloster» (30. Mai bis 2. Juni). Einblicke von Priorin Irene Gassmann, die Silja Walter in ihren letzten Jahren vorgestanden ist; Martin Werlen, ihr Beichtvater; Komponist Carl Rütti, der Texte von ihr vertont hat; Christian Rutishauser mit einem Workshop zu Silja Walter und ihrem atheistischen Bruder Otto F. Walter u. v. m. Zu Beginn der Tagung steht Christine Lathers Theateraufführung «Ich habe den Himmel gegessen» auf dem Programm (öffentliche Veranstaltung, mit Anmeldung).


Provinz-Symposium in Schwäbisch-Gmünd: ECE-Provinzen wachsen zusammen

von Pia Seiler

In der Osterwoche trafen sich an die 200 Jesuiten aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Litauen und Schweden zum Symposium in Schwäbisch-Gmünd. Gemeinsam Gottesdienstfeiern und beten, über die Sendung in den Bereichen Spiritualität, soziale Verantwortung und Bildung austauschen sowie Mitbrüderlichkeit pflegen: So wachsen die Jesuiten dieser Länder immer stärker zusammen. In zwei Jahren, im April 2021, sollen sie die Zentraleuropäische Provinz (ECE) bilden.

Eines der wichtigen Themen war die ökologische Herausforderung. Wie antwortet der Jesuitenorden darauf? An einem eindrücklichen Morgen mit einem Referat vom Gaël Giraud SJ, der seine familiäre Herkunft in der Schweiz und in Frankreich hat, wurden wissenschaftlich erhärtete Fakten vorgetragen. Es wurde zum Beispiel offenkundig, dass die Klimaveränderung am stärksten Teile der Erdbevölkerung weit weg von Europa trifft. Wir in Europa aber tragen Verantwortung mit. Es kristallisierten sich drei Beiträge heraus, die aus christlicher Verantwortung von den Jesuiten und ihren Institutionen geleistet werden können:

1. Der eigene Lebensstil muss weiterhin einfach bleiben und vermehrt die ökologischen Implikationen miteinbeziehen.

2. Es braucht politische Entscheidungen. Jesuiten können über Fachkompetenz auf verschiedenen Ebenen gesellschaftliche Prozesse mitprägen.

3. Die Schöpfungsspiritualität ist zu vertiefen. Der Glaube spricht nicht nur von Natur, sondern von Schöpfung. Was heisst das! Vor allem ist der Ohnmacht angesichts ökologischer Katastrophenszenarien entgegenzuwirken. Sie ist die Kehrseite vermeidlicher Selbsterlösung. Christlicher Glaube weiss, dass der Mensch Partner in der Schöpfung Gottes ist.

Das mitbrüderliche Treffen liess Ostern als Fest der Auferstehung und der Neuschöpfung vertieft miteinander begehen und feiern. Die Kraft und Motivation, die aus der gemeinsamen Sendung des Ordens wächst, waren mit Händen zu greifen.


Friedensmann von Homs: Frans van der Lugt SJ (1938-2014) – vom Tod ins Leben. Gedenkvideo zum 5. Todestag

von Pia Seiler

Er war ein Mann des Friedens und musste gewaltsam sterben: 50 Jahre hatte der niederländische Jesuit Frans van der Lugt in Syrien gewirkt, bis er am 7. April 2014 in Homs an der Türe der Ordensniederlassung niedergestreckt wurde – der Mörder hatte geklopft, und er hatte aufgemacht. Zum fünften Todestag nun legen die Jesuiten von den Niederlanden und Flandern einen eindrücklichen Animationsfilm vor: Sie lassen Abu na Francis (Pater Frans), wie ihn alle nannten, post mortem über seine letzten Tage sprechen.

Trotz monatelanger Belagerung und Hunger harrte der 75-Jährige in Homs aus, als letzter Jesuit zusammen mit Überlebenden. Die Liebe zum syrischen Volk trieb ihn an. «Ich sehe keine Muslime oder Christen, ich sehe vor allem Menschen», pflegte er zu sagen. Sein beherztes Engagement wurde weltweit beachtet und geht weiter. In Homs leben heute wieder vier Jesuiten. Kinder besuchen ihre Hausaufgabenkurse, hunderte nutzen ihre Kirche, die Gruppe «Foi et Lumière» setzt sich wie zu Pater Frans’ Zeiten für junge Behinderte ein. Und noch in seinem Todesjahr eröffnete der Jesuiten-Flüchtlingsdienst im Nachbarland Libanon, in Bourj Hammoud das Frans van der Lugt-Zentrum. Das Haus betreut heute 1 150 Familien, mehrheitlich Flüchtlinge aus Syrien. Der Fokus liegt auf ihren Kindern, die Stützunterricht erhalten, damit sie den Anschluss an die Schule nicht verlieren.

Animationsfilm über Frans van der Lugt SJ