55 Jahre Nostra aetate: Christian Rutishauser SJ über die Geschwister Juden und Christen

Die Veröffentlichung von Nostra aetate, das Dokument des II. Vatikanischen Konzils, jährt sich dieser Tage zum 55. Mal. Der Vatikan hat dazu ein erinnerndes und vertiefendes Dokument publiziert. «Nostra aetate setzt neue Rahmenbedingungen für den Umgang mit anderen Religionen», sagt Christian Rutishauser SJ im Interview mit kath.ch. «Zum ersten Mal in der Geschichte nimmt die Kirche einen grundsätzlich positiven Bezug zu ihnen ein. Sie sieht in den religiösen Traditionen Wege der Menschheit, die sich letzten Fragen annähern. Was ist der Mensch? Warum gibt es Leid? Wie soll die Wirklichkeit als Ganzes gedeutet werden? Wie leben wir friedlich und authentisch zusammen?»

Nostra aetate (lat. für «in unserer Zeit») geht im besonderen auf den Dialog mit dem Judentum ein. Christian Rutishauser SJ zum neuen Dokument des Vatikans: «Es wird vom gemeinsamen Erbe gesprochen, oft wird die Familienmetapher benutzt, Juden und Christen seien Geschwister. Ich finde diesen neuen Satz wunderbar. Er stellt klar: Das Judentum ist für das Christentum zentral. Ohne das Judentum ist das Christentum undenkbar.»

Hier gelangen Sie zum Interview mit Christian Rutishauser SJ, geführt von Raphael Rauch, kath.ch-Redaktionsleiter.

Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten, hat am 28. Oktober in St. Gallen, seinem Heimatort, über das Verhältnis Judentum-Christentum referiert. Das Thema prägt seine Biographie, heute berät er dazu Bischofskonferenzen und den Papst. Der Vortrag auf Einladung der christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft ist hier nachzuhören

Zum Bild: Gesetzestafeln, Symbol für die zehn Gebote, am Mahnmal für die zerstörte Synagoge in Hildesheim D. Werk des Kölner Bildhauers Elmar Hillebrand. 

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