«Ohne angeblickt zu werden, verkümmert der Mensch»: Christian Rutishauser SJ zur Verhüllungsverbot-Initiative

Die Schweizer Stimmberechtigten befinden am 7. März 2021 über die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot». Sie verlangt, dass in der Schweiz niemand sein Gesicht verhüllen darf. Diese Vorschrift würde an allen öffentlich zugänglichen Orten gelten: auf der Strasse, im öffentlichen Verkehr, auf Amtsstellen, in Fussballstadien, Restaurants, Läden und auch in der freien Natur. Ausnahmen wären in Gotteshäusern und an sakralen Stätten möglich, des weiteren aus Gründen der Sicherheit, Gesundheit, klimatischen Bedingungen und des einheimischen Brauchtums. Weitere Ausnahmen, beispielsweise für verhüllte Touristinnen, wären ausgeschlossen.

«Der gesichtslose Mensch wird zur Projektionsfläche», schrieb Christian Rutishauser SJ 2016 in der NZZ. «Ohne angeblickt zu werden und ohne Ansehen verkümmert der Mensch.» Sein differenzierter Gastkommentar hat nichts an Aktualität eingebüsst: «Anhaltende Diskussionen über das von Musliminnen getragene Kopftuch und die Gegenwart von religiösen Zeichen wie dem christlichen Kreuz im öffentlichen Raum weisen auf Grundlegenderes: Es stellt sich die Frage, wer über Symbole in der Öffentlichkeit entscheidet.»

Hier gelangen Sie zum NZZ-Gastkommentar von Christian Rutishauser SJ. 

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