Video-Botschaft von Pater General Arturo Sosa SJ zur Corona-Krise

Die Corona-Krise zeigt uns in aller Deutlichkeit: Wir sind eine Menschheit. «Jeder Mensch, jedes Volk, jede Kultur, die zur menschlichen Vielfalt beiträgt, ist Teil dieser einen, vielfältigen, reichen und voneinander abhängigen Menschheit», sagt Pater Arturo Sosa SJ, Generaloberer der weltweit gut 15 000 Jesuiten. In einer Video-Botschaft in vier Sprachen richtet er sich an die Menschen: Der gebürtige Venezolaner gibt Antworten, wie wir diese Krise meistern, wie es weitergehen, wie wir als Menschheitsfamilie auch Stärkung erfahren können.

Hier seine Video-Botschaft auf Englisch sowie den Wortlaut auch auf Deutsch.
Die Versionen auf Französisch, Italienisch und in Arturo Sosas Muttersprache Spanisch finden Sie hier.

 

What part of the path to God is the COVID-19 epidemic showing us?

The current experience of COVID -19 is showing us many things about ourselves and our world. In particular, I want to focus on how it is lighting up various aspects of our path to God and how, even in difficult times, there is consolation to be found.

First of all, it is showing us that we are one humanity. Every human being, every people, each culture that contributes to human diversity is part of this one, varied, rich and interdependent humanity.

It is showing us how overcoming a crisis is possible. It is possible when we become aware of the importance of looking after the Common Good and taking seriously our own individual responsibility. We can only live as one body. Separately, for each person or each people on their own, it is impossible.

It is showing us that there is no difference in age, race, religion or social status within our one humanity. Each and every one of us is part of it, no one is left out, no one of us can do without the others.

It is showing us that we want to walk together. We are all concerned, we help each other to overcome fears and anxieties. Each one of us is looking for a way to lend a hand, starting by putting what we ourselves want in second place and accepting the measures and sacrifices that allow us to contribute to the good of all.

It is showing us the competence and generosity of those who are in the front line, caring for those affected, seeking solutions or making difficult decisions for the good of all. It is showing us the sensitivity of so many people or organizations and the enormous reserve of solidarity that exists:  in young people, in adults and in the elderly, in all corners of human society.

It is showing us the power of faith, the strong bonds that unite believers, the love of Jesus Christ that impels us, reconciles us and unites us. There are so many people praying together on social media. They want to profess their faith, that faith which they feel in the depths of their hearts and which they cannot keep to themselves.

I have been receiving information about the many creative initiatives that have been taken both in the provinces, regions, communities and apostolic works of the Society of Jesus... as well as in collaboration with others. I thank the Lord for all of this.  I encourage you to continue looking for the best ways to be close to those in need, in order to continue to walk the common path together.

I join in the prayer of the whole body of the Society of Jesus, of the Catholic Church, of all Christian Churches, of other religions or beliefs and of all those who, with their attitude of solidarity, are looking for and are finding appropriate ways to continue to lend a hand.

We do not know how long this stretch of the road is or what will follow after. So, let us ask for light to see the way forward and the grace that we need to walk it as brothers and sisters, in solidarity with the whole of humanity and with the planet on which we live.

May the Lord bless us and keep us as we walk this journey together. AMEN

 

Welches Wegstück zu Gott zeigt uns die COVID-19-Pademie?

Die aktuelle Erfahrung von COVID-19 zeigt uns vieles über uns selbst und unsere Welt. Insbesondere möchte ich mich darauf konzentrieren, wie diese Erfahrung verschiedene Aspekte unseres Weges zu Gott beleuchtet und wie selbst in schwierigen Zeiten Trost zu finden ist.

Zunächst einmal zeigt die Erfahrung von COVID-19 uns, dass wir eine einzige Menschheit sind. Jeder Mensch, jedes Volk, jede Kultur, die zur menschlichen Vielfalt beiträgt, ist Teil dieser einen, vielfältigen, reichen und voneinander abhängigen Menschheit.

Die aktuelle Erfahrung zeigt uns, wie eine Krise überwunden werden kann. Es ist möglich, wenn wir uns bewusst werden, wie wichtig die Sorge um das Gemeinwohl ist, und unsere eigene individuelle Verantwortung wahrnehmen. Wir können nur als ein Körper leben. Getrennt, jede Person oder jedes Volk für sich allein, ist es unmöglich.

Sie zeigt uns, dass es innerhalb unserer einen Menschheit keinen Unterschied bezüglich Alter, Rasse, Religion oder sozialem Status gibt. Jeder und jede von uns ist ein Teil davon, niemand wird ausgeschlossen, niemand von uns kann auf die anderen verzichten.

Sie zeigt uns, dass wir gemeinsam vorangehen wollen. Wir sind alle besorgt, wir helfen uns gegenseitig, Ängste zu überwinden. Jeder von uns sucht nach einem Weg, einander zu stützen, indem wir das, was wir selbst wollen, hintanstellen und die Maßnahmen und Opfer akzeptieren, die es uns ermöglichen, zum Wohl aller beizutragen.

Sie zeigt uns die Kompetenz und Großzügigkeit derjenigen, die an vorderster Front stehen, sich um die Betroffenen kümmern, Lösungen suchen oder schwierige Entscheidungen zum Wohle aller treffen. Sie zeigt uns die Sensibilität so vieler Menschen oder Organisationen und die enorme Solidaritätsreserve, die es gibt: bei jungen Menschen, bei Erwachsenen und bei älteren Menschen, in allen Teilen der Gesellschaft.

Sie zeigt uns die Kraft des Glaubens, die starken Bindungen, welche die Gläubigen vereinen, die Liebe Jesu Christi, die uns antreibt, versöhnt und vereint. Es gibt so viele Menschen, die über soziale Medien gemeinsam beten. Sie wollen ihren Glauben bekennen, jenen Glauben, den sie in der Tiefe ihres Herzens spüren und nicht für sich behalten können.

Ich habe Informationen über die vielen kreativen Initiativen erhalten, die sowohl in den Provinzen, Regionen, Gemeinschaften und apostolischen Werken der Gesellschaft Jesu als auch in der Zusammenarbeit mit anderen ergriffen wurden. Ich danke dem Herrn für all dies. Ich ermutige Sie, weiterhin nach den besten Wegen zu suchen, den Bedürftigen nahe zu sein, um den gemeinsamen Weg fortzusetzen.

Ich schließe mich dem Gebet des gesamten Leibes der Gesellschaft Jesu, der katholischen Kirche, aller christlichen Kirchen, anderer Religionen oder Glaubensrichtungen und all jener an, die mit ihrer solidarischen Haltung nach geeigneten Wegen suchen und finden, um weiterhin Hilfe zu leisten.

Wir wissen nicht, wie lang dieser Wegabschnitt dauert und was danach folgen wird. Bitten wir also um Licht, um den Weg nach vorn zu sehen, und um die Gnade, die wir brauchen, um ihn als Geschwister zu gehen, in Solidarität mit der ganzen Menschheit und mit dem Planeten, auf dem wir leben.

Möge der Herr uns segnen und bewahren, während wir diesen Weg gemeinsam gehen. AMEN

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