«Sodom – Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan»: Reaktion von Franz-Xaver Hiestand SJ

Frédéric Martel setzt sich in Frankreich seit Jahren für die Rechte Homosexueller ein und hat die Regierung beraten bei der Einführung der eingetragenen Partnerschaften. Nun legt der 52-jährige französische Soziologe mit «Sodom – Macht, Homosexualität und Doppelmoral im Vatikan» ein Buch vor, dass zu reden gibt. Es ist über 600 Seiten lang und basiert auf angeblich über tausend Informanten, darunter Kardinäle und Bischöfe, ohne sie beim Namen zu nennen. Es gehe ihm nicht um den Skandal, sagt Martel in einem Interview im französischen Fernsehen.  «Es ist nicht meine Absicht, diese Männer zu kritisieren oder sie zu Lebzeiten zu outen. Doch ist es notwendig, ein System zu entlarven.»

Der Zürcher Jesuit und Hochschulseelsorger Franz-Xaver Hiestand befürwortet die Publikation. Der Autor versuche, eine kirchliche Realität analytisch zu fassen, die latentes Dauerthema sei und Quelle unzähliger Intrigen. «Insofern ist es ein notwendiges Buch. Doch ich sehe auch Schwächen», so Hiestand im Beitrag von Georges Scherrer auf kath.ch. Dem Werk mangle es stellenweise an der nötigen Sorgfalt. Oft sei unklar, was Zitat sei und was Martels eigene Meinung und wie er zu seinen reisserischen Thesen komme. Schade findet Hiestand zudem, dass der Autor nicht tiefer sondiert hat in der Frage, warum es in der katholischen Kirche überdurchschnittlich viele homosexuell veranlagte oder homophil empfindende Männer gibt. Der Psychologe Carl Gustav Jung habe schon vor Jahrzehnten Erhellendes zu dieser Frage beigetragen.

Hier gelangen Sie zur Reaktion von Franz-Xaver Hiestand SJ zum Buch «Sodom» 

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