Beirut: Jesuiten, seit Jahren vor Ort, organisieren Nothilfe nach verheerender Explosion

(Kommentare: 0)

Sitz der Jesuiten-Provinz Naher Osten

Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut vom 4. August hat weitreichende Folgen: Bis dato starben 158 Menschen, über 6 000 sind verletzt und 300 000 Menschen obdachlos. Die libanesische Regierung ist zurückgetreten. Ohne Hilfe der internationalen Gemeinschaft können die Menschen im Libanon die Katastrophe nicht bewältigen. Die Explosion fällt in eine Zeit erheblicher sozialer und wirtschaftlicher Unruhen im Libanon sowie mitten in der COVID-19-Pandemie. Seit Jahren leidet die Bevölkerung des Libanon unter Korruption und Misswirtschaft, zudem leben unter den 7,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge – kein Land hat so viele Syrerinnen und Syrer aufgenommen wie der Libanon. Das erschwert die Wiederaufbau-Bemühungen. Eine schwierige Erfahrung für alle, besonders aber für diejenigen, die bereits vor Krieg und Konflikten geflohen sind. 

Der Sitz der Jesuiten-Provinz Naher Osten in Beirut ist von der Explosion ebenfalls stark betroffen. Das Gebäude beherbergt Arbeits- und Wohnräume der Jesuiten, das Altersheim der Jesuiten-Provinz, eine Kapelle und soziale und kulturelle Einrichtungen. 

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS ist in direkter Nachbarschaft und ebenfalls von Zerstörung betroffen. Auch das Sozialzentrum und die Schule im Stadtteil Burj Hammoud wurden schwer beschädigt. Der JRS hat im Libanon Stützpunkte in der Hauptstadt Beirut, in der Beekaa-Ebene in Baalbek und Bar Elias sowie in der Küstenstadt Byblos. Nebst syrischen Flüchtlingen unterstützt der JRS auch hilfsbedürftige libanesische Familien (Bericht im Magazin Jesuiten weltweit Ostern/2020, S. 11).

Jesuit Daniel Corrou, Regional-Direktor JRS Naher Osten/ Nordafrika, schreibt uns zur Stunde: «Glücklicherweise sind alle Jesuiten und Mitarbeitenden der Provinz und von JRS in Sicherheit. Viele haben Schnitt- und Schürfwunden erlitten, aber es gab keine ernsthaften Verletzungen. Leider sind zwei vom JRS-Zentrum Burj Hammoud unterstützte Menschen durch die Explosion getötet worden, ein dritter wird vermisst. Die Aufräumarbeiten und die Schadensabklärung haben begonnen. 
Wir sind daran, unsere bereits laufende COVID-19-Hilfe der Grundbedürfnisse (Nahrungsmittel, Hygiene- und Wohnungshilfe) auszubauen. Wir werden die Verteilung von Nahrungsmitteln anpassen müssen, da viele Menschen in Beirut keine Möglichkeit mehr zum Kochen haben. Unsere Planungsarbeit ist am Laufen, ebenso wie die Koordination mit anderen NGO-Hilfswerken vor Ort und dem UNO-Flüchtlingswerk UNHCR. Wie auch immer diese Werke und die internationale Gemeinschaft auf die Situation reagieren: Wir werden Hilfe brauchen. Die Gebäude werden leichter reparierbar sein als die menschlichen Wunden. Die Arbeit der Begleitung ist langfristige Heilung – unabdingbar für das menschliche Gedeihen.» 

Wenn Sie die Nothilfe und Aufbauarbeit der Jesuiten in Beirut unterstützen wollen, finden Sie  hier die Kontoangaben: 

Stiftung Jesuiten weltweit 

PostFinance 89-222200-9 

IBAN: CH 51 0900 0000 8922 2200 9 

BIC: POFICHBEXXX 

Bitte Vermerk anbringen: «Jesuiten Beirut» für Hilfe an Jesuiten-Provinz Naher Osten resp. «JRS MENA/Beirut» für Flüchtlingshilfe.

Sie können Ihre Spende auch online tätigen. 

Wir danken Ihnen für die Sorge und die Unterstützung, die Sie als Freundinnen und Freunde der Jesuiten zeigen. Seien Sie gewiss: Jesuiten begleiten die Schwächsten im Libanon und sind verlässliche Partner vor Ort.

Hafen von Beirut nach der Explosion, Bild Freimut Bahlo Wikipedia

Zurück