10 Jahre JWL: Junge Frauen und Männer werden zu Vorbildern in ihren Gemeinschaften

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Diplomandinnen und Diplomanden im Flüchtlingslager Kakuma/Kenia

Jesuit Worldwide Learning oder kurz JWL – die drei Buchstaben stehen für die  Bildungsoffensive der Jesuiten für Menschen am Rande der Gesellschaft und feiert  Jubiläum: Zehn Jahre JWL – ein Rückblick auf ein erfolgreiches Bildungsprojekt mit weltweit bisher 1 073 Studierende im Diplomlehrgang und ein Ausblick auf die Stärkung von bildungshungrigen jungen Menschen, die Ausgrenzung und Armut hinter sich lassen wollen.   

Seit zehn Jahren erhalten talentierte junge Frauen und Männer in Slums, entlegenen Orten, Flüchtlingslagern und Konfliktgebieten mit Jesuit Worldwide Learning JWL die Möglichkeit, einen universitären, digital gestützten Lehrgang zu absolvieren. Gegründet wurde die Vorläuferorganisation des JWL am 21. April 2010, am Jahrestreffen der Jesuiten-Universitäten in Mexico City. Der damalige Generalobere der Jesuiten Pater Adolfo Nicolás SJ sprach an diesem Tag vom «ehrgeizigen Traum von Gleichheit beim Zugang zu Wissen», dem bald Taten folgten. Zum Gründungsquartett gehörten P. Mike Sheeran SJ, Präsident der Regis-Universität, Dr. Mary McFarland, erste Direktorin der Bildungsoffensive, Hochschulsekretär P. Paul Locatelli SJ und P. Peter Balleis SJ, Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes International. Sie starteten mit zwei Pilotprojekten in den Flüchtlingslagern Kakuma/Kenia und Dzaleka/Malawi, wo junge Flüchtlinge einen Online-Lehrgang in Liberal Studies absolvieren konnten.

Die Pilotprojekte, akkreditiert von Regis-Universität, waren ein Erfolg. Im Laufe der Jahre konnte sich Jesuit Worldwide Learning – Higher Education at the Margins etablieren. Heute betreibt JWL über 40 Lernzentren in 17 Ländern. Das Angebot umfasst ein Englischsprachprogramm als Einstieg in die Hochschulbildung, professionelle Zertifikatsprogramme sowie universitäre Diplomlehrgänge, darunter neu auch ein BA-Studium in Nachhaltiger Entwicklung, dies in Partnerschaft mit der Xavier-Universität in Bhubaneswar/ Indien.

In den letzten zehn Jahren haben sich insgesamt 1 073 Studentinnen und Studenten für das Diplom-Programm Liberal Studies eingeschrieben – Frauen und Männer, die in ihrer Heimat Afghanistan, Jordanien, Irak, Malawi, Sri Lanka, Kenia, Myanmar und Sambia Verantwortung in Zivilgesellschaft und Wirtschaft übernehmen wollen und in ihrer Gemeinschaft zu Vorbildern geworden sind. Dazu ein Video-Einblick von Studierenden und Diplomanden im Irak

Zehn Jahre JWL ist auch ein Anlass, in die Zukunft zu blicken. Jesuit Worldwide Learning veröffentlicht am 29. September 2020 einen Bericht, wie die Bildungsoffensive in die nächste Dekade geführt werden kann. Was hat am besten funktioniert? Wo kann JWL weiter Fuss fassen, wie junge, bildungshungrige Menschen stärken? Weitere Informationen dazu hier.

Am 29. September 2020 steht des Weiteren die Abschlusszeremonie des Diploms in Liberal Studies an, sie wird in der COVID-19-Pandemie global und virtuell per Livestream ab 15.30 Uhr übertragen.

Und wer sich mit Jesuit Worldwide Learning vertiefter beschäftigten und Protagonistinnen und Protagonisten weltweit kennen lernen will, kann sich online und interaktiv hier einklicken.  

JWL wird von diversen Partnerorganisationen getragen und gestützt durch die vier apostolischen Präferenzen der Jesuiten und insbesondere durch den heutigen Pater General Arturo Sosa SJ. Der Generalobere der Jesuiten betont immer wieder die Bedeutung des JWL, stellvertretend ein Auszug aus seiner Rede an der Konferenz der Jesuiten-Universitäten in Bilbao/ Spanien vom Juli 2018:

«Wir sind an jene Orte geschickt worden, die nicht leicht zu erreichen sind und die andere gemieden haben. Die universitäre Ausbildung, die von der Gesellschaft Jesu angeboten wird, versucht, allen offen zu stehen. Wir sind im Besonderen aufgerufen, uns den Marginalisierten, den Verarmten, den Flüchtlingen und denjenigen zuzuwenden, die aufgrund der ungerechten sozialen Verhältnisse der heutigen Welt vertrieben wurden. Das historische Zeitalter des Wissens ermöglicht uns erzieherische Mittel, entlegene und sozial ausgegrenzte Orte zu erreichen.»

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